AGENTURMELDUNGEN

16:59 | 08.11.2012
Devisen: Euro bleibt nach EZB-Sitzung unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Euro hat seine Verluste am Donnerstag
ausgeweitet. Ein trüber Wachstumsausblick von EZB-Chef Mario Draghi belastete
die Gemeinschaftswährung. Der Euro fiel zwischenzeitlich bis auf 1,2717
US-Dollar und erreichte damit ein neues Zweimonatstief. Zuletzt wurde er kaum
erholt bei 1,2724 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den
Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2736 (Mittwoch: 1,2746) Dollar festgesetzt.

Zwar hat die EZB ihren Leitzins wie von Ökonomen erwartet vorerst nicht
weiter gesenkt, allerdings wird sich die Wirtschaft des Euroraums ihrer
Einschätzung nach nicht so schnell erholen. Auch Ende 2012 und im kommenden Jahr
dürfte das Wachstum schwach bleiben, sagte EZB-Präsident Draghi am Nachmittag im
Anschluss an den Zinsentscheid. Experten sind uneins, was das mit Blick auf den
weiteren geldpolitischen Kurs bedeutet. “Draghi hat in gewisser Weise
Zinssenkungen angedeutet”, sagt UBS-Devisenstratege Geoffrey Yu. Dagegen meint
Notenbank-Analyst Michael Schubert von der Commerzbank: “Damit die EZB nochmals
die Zinsen senkt muss die wirtschaftliche Lage noch ein gutes Stück schlechter
werden.”

Am Devisenmarkt fielen die Reaktionen auf die EZB-Sitzung entsprechend
unentschlossen aus. Schwache Daten zu den deutschen Exporten sowie anhaltende
Sorgen wegen der steigenden politischen Risiken in Griechenland hatten den Euro
bereits in Mitleidenschaft gezogen. Medienberichte, wonach Anleihekäufe der
Notenbank zugunsten des kriselnden Euro-Schwergewichts Spaniens weiterhin nicht
in Sicht sind, ließen den Kurs weiter fallen. Draghis Aussagen zur Lage der
Wirtschaft passten zur trüben Stimmung. Zu möglichen EZB-Hilfen für Krisenländer
wiederholte der Top-Notenbanker nur Altbekanntes.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen
Euro auf 0,79655 (0,79840) britische Pfund , 101,74 (102,11)
japanische Yen und 1,2058 (1,2065) Schweizer Franken
festgelegt. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.717,00
(Vortag: 1.715,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 42.560,00
(42.560,00) Euro./hbr/jsl/he


NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

21:35 Uhr | 23.11.2017
dpa-AFX Überblick: Ausgewählte ...


20:37 Uhr | 23.11.2017
OTS: Börsen-Zeitung / ...


20:13 Uhr | 23.11.2017
ROUNDUP: Gerichtsstreit bei Aldi ...


18:54 Uhr | 23.11.2017
Hessens Finanzminister erneuert ...


18:54 Uhr | 23.11.2017
Hessens Finanzminister erneuert ...