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17:02 | 23.09.2008
DJ aktiencheck.de/Zertifikate-Trends: Versorgeraktien unter Druck

DJ aktiencheck.de/Zertifikate-Trends: Versorgeraktien unter Druck


10. September. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die anziehende Volatilität in
den internationalen Leitindizes lässt die Umsätze im Handel mit
Optionsscheinen und Zertifikaten an der Börse Frankfurt steigen. "Der
überaus positive Wochenstart an den US-Börsen hat die Verluste der
vergangenen Woche nicht ausgleichen können, die Verunsicherung vor allem der
kurzfristig orientierten Investoren aber stark befördert. Die hohen
Schwankungen sind ein ideales Umfeld für klassische Optionsscheine, was der
steigende Umsatz bestätigt", berichten die verantwortlichen Händler der
Baader Bank. Professionelle Investoren hätten ihre pessimistische Meinung
unter dem Eindruck der Gegenbewegung vom Montag hingegen nicht geändert und
hielten an ihren Positionen fest. 

Die meist gehandelten Index-Zertifikate auf den DAX® (WKNs 709335 und
702979) werden überwiegend verkauft. Bei Optionsscheinen setzt die Mehrheit
der Anleger auf eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung des deutschen
Bluechip-Index. Gesucht wird ein Put (WKN DR1PP9) sowie ein bearisher
Knock-out-Schein (WKN AA081Q) auf den DAX. Abgegeben werden Calls (WKNs
CG61WH+ GS0UG1) und ein bullischer Knock-out Schein (WKN CG4628). 

Versorgeraktien kommen unter die Räder 

Die derzeit schwache Entwicklung der deutschen Versorgeraktien gegenüber dem
Gesamtmarkt nutzen einige Investoren zur Neupositionierung. Roger Peeters,
Chefstratege bei Close Brothers Seydler Research sieht in der Schwächephase
keine Umkehr des langfristigen Aufwärtstrends. "E.ON und RWE sind auf Sicht
der vergangenen zwölf Monate wesentlich besser gelaufen als der DAX.
Gewinnmitnahmen in einer von hoher Unsicherheit geprägten Börsenphase sind
deshalb nicht ungewöhnlich. Fallende Rohstoffpreise und der Zwang von
institutionellen Investoren, vor dem Hintergrund der Finanzkrise besonders
werthaltige Positionen aufzulösen, verstärken die aktuelle Abwärtsbewegung
des gesamten Energiesektors." Mittel- bis langfristig sei der Sektor
weiterhin attraktiv. "Zwei wesentliche Belastungsfaktoren, mit denen andere
Branchen momentan besonders stark zu kämpfen haben, betreffen die Versorger
kaum. Weder die Finanzkrise noch die Konjunkturabkühlung reduzieren die
Gewinnerwartungen dieser Unternehmen wesentlich. Diese Aspekte sprechen für
eine weitere Outperformance von Versorgeraktien in den nächsten zwölf
Monaten gegenüber den Standardwerte-Indizes", zeigt sich Peeters
zuversichtlich. 

Anleger scheinen diese Meinung zu teilen. Sie legen sich ein gekapptes
Bonus-Zertifikat auf die RWE (WKN AA0G9E) in ihr Depot. Der Sicherheitslevel
des Zertifikats, das noch bis Mitte Dezember 2008 läuft, liegt bei 56 Euro.
Andere Investoren kaufen ein noch bis Mitte Juni 2009 laufendes gekapptes
Bonus-Zertifikat auf die E.ON (WKN DB1EZB). Der Sicherheitslevel dieses
Produkts liegt bei 28,33 Euro. 

Discounter auf Indizes sehr gefragt 

Hohe Nachfrage bei Discount-Zertifikaten, die an große Indizes wie den DAX
oder den DJ Euro Stoxx 50 gekoppelt sind, beobachtet der zuständige Händler
von der Baader Bank. "Anleger, die davon ausgehen, dass der DAX auf mittlere
Sicht weiter starken Schwankungen unterliegt und damit eine hohe Volatilität
aufweist, bevorzugen Discount-Zertifikate mit Laufzeiten zwischen sechs und
15 Monaten. Die Abstände zum aktuellen Indexstand sind zum Teil sehr
unterschiedlich." 

Gesucht werden Discount-Zertifikate auf den DAX (WKNs BN4YDU+TB8WPP) mit
Caps bei 8.400 und 6.000 Punkten und einer Laufzeit bis Ende 2009 bzw. Ende
2008. Beim DJ Euro Stoxx 50 werden Discounter nachgefragt (WKNs
DB1TCT+CB5EWA), die mit Caps bei 3.000 Punkten und Laufzeiten zwischen
November 2008 und Juni 2009 ausgestattet sind. 

Reverse Bonus-Zertifikate werden gerne genommen 

Defensiv eingestellte Investoren legen sich Zertifikate, die auf einen
fallenden DAX setzen, in ihr Depot. Gefragt sind reverse Bonus-Zertifikate
(WKNs DB0HZR und DB4BYF) mit Sicherheitslevels bei 8.800 bzw. 9.000 Punkten
und Laufzeiten zwischen ein und zwei Jahren. 

Starker Kursverfall bei Thyssen zieht Investoren an 

Ein Kursrutsch um mehr als 15 Prozent in den vergangenen fünf Handelstagen
reizt kurzfristig orientierte Anleger heute zum Kauf eines bullischen
Knock-out-Scheins auf die Aktie von ThyssenKrupp (WKN CM8451). "Der
Kursrutsch wurde von einer negativen Studie einer Investmentbank ausgelöst,
die die Gewinnaussichten der Stahlbranche aufgrund der weltweiten
Konjunkturabschwächung erheblich eingetrübt sieht. Aus technischer Sicht
folgt einer solchen übertriebenen Abwärtsbewegung häufig eine kleine
Erholung. Erfahrene Anleger haben sich deshalb in einem entsprechenden
Optionsschein positioniert," erklärt der zuständige Händler. Mittelfristig
orientierte Investoren kaufen ein gekapptes Bonus-Zertifikat (WKN DB0TSS),
das mit einem Sicherheitslevel bei 27 Euro und einer Laufzeit bis Mitte
Dezember 2008 ausgestattet ist. 

© 10. September 2008/Andreas Wolf 

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(END) Dow Jones Newswires

September 23, 2008 11:02 ET (15:02 GMT)


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