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DJ AUSBLICK/Merck KGaA wird noch solides drittes Quartal vorlegen

DJ AUSBLICK/Merck KGaA wird noch solides drittes Quartal vorlegen

FRANKFURT (Dow Jones)–Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA wird nach Einschätzung von Analysten trotz weiterhin belastender negativer Währungseinflüsse solide Drittquartalszahlen vorlegen. “Wir erwarten erneut ein solides Quartal ohne größere Überraschungen”, erklärten Analysten der Deutsche Bank. Die Quartalszahlen wird Merck am Montag veröffentlichen.

Für die größte Pharmasparte Merck-Serono erwartet Sal. Oppenheim-Analyst Peter Düllmann im Quartal insgesamt eine gute Performance. Das Geschäft werde getrieben von der positiven Entwicklung des Multiple-Sklerose-Medikaments Rebif, meinte er. Bei dem Mittel hält der Analyst im Quartal sogar einen prozentual zweistelligen Umsatzanstieg für möglich.

Bei dem Krebsmedikament Erbitux gehen Analysten dagegen von einem gegenüber dem Vorquartal leicht rückläufigen Umsatz wegen eines erwarteten schwächeren Einsatzes des Mittels bei Darmkrebspatienten aus. Hintergrund ist, dass Studienergebnisse gezeigt haben, dass das Mittel bei Darmkrebspatienten mit KRAS-Mutation weniger wirksam ist als bei Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren und daher der Einsatz bei einer der Patientengruppen wohl zurückgehen dürfte.

Das Medikament werde im dritten Quartal daher einen etwas schwächeren Umsatz zeigen als im Vorquartal, prognostizieren die Experten. Auch positive Erlösimpulse durch den erstmaligen Einsatz des Medikaments im Quartal bei Darmkrebspatienten in Erstlinientherapie haben ihrer Einschätzung nach diesen negativen Effekt nicht ganz ausgleichen können.

Im vierten Quartal werde die Umsatzkurve für Erbitux aber auch im Quartalsvergleich wieder nach oben zeigen, prophezeien sie. Im zweiten Quartal hatte Merck mit dem Krebsmittel noch Erlöse von 145 Mio EUR erzielt, im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es 118 Mio EUR.

In dem für Merck wichtigen Geschäft mit Flüssigkristallen erwartet Düllmann ein Umsatzniveau etwa wie im zweiten Quartal und eine etwas bessere Marge als die 45% im Vorquartal. Analysten der Deutsche Bank beurteilen die Situation ähnlich. Auch sie rechnen mit stagnierenden Umsätzen und eine Umsatzrendite am unteren Ende der von Merck ausgegebenen Gesamtjahresprognose von 47% bis 52%.

Das Marktumfeld für Flüssigkristalle wird, so die Meinung der Experten, zwar weiter von Preisrückgängen auf dem Markt für Displays geprägt. Allerdings seien die Läger bei Produzenten und Händlern seit dem starken Nachfragerückgang in den Monaten Juni/Juli schon deutlich abgeschmolzen. Dies lasse vor dem Hintergrund der wieder verbesserten Nachfrage in den Monaten August und September und den im Vergleich zum Vorjahr etwas schwächeren negativen Währungseinflüssen auf eine leicht höhere Marge als im Vorquartal schließen, hieß es.

Für das dritte Quartal prognostizieren von Dow Jones Newswires befragte Analysten im Mittel im Konzern einen Anstieg der Gesamterlöse um 6,7% auf 1,858 Mrd EUR. Beim operativen Ergebnis rechnen sie mit einer Zunahme um 5,9% auf 309 Mio EUR. Nach Steuern und Anteilen Dritter prognostizieren sie einen Gewinn von 202 Mio EUR, nach 36 Mio EUR im Vorjahr.

Das Core EPS schätzen sie auf 1,51 EUR, nach 1,41 EUR im entsprechenden Vorjahresquartal. Die Kennziffer ist definiert als Gewinn je Aktie aus fortzuführenden Geschäftsbereichen abzüglich Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sondermaßnahmen, Integrationskosten bei Merck Serono sowie damit zusammenhängende steuerliche Auswirkungen.

Die befragten Experten gehen trotz der Finanzkrise weiterhin davon aus, dass Merck auch ihre Gesamtjahresziele erfüllen kann. Für 2008 hat das Unternehmen bislang einen Anstieg der Gesamterlöse zwischen 5% und 9% in Aussicht gestellt. Die Umsatzrendite abzüglich der Abschreibungen und der Integrationskosten bei Merck Serono soll zwischen 23% und 27% liegen. 2007 hatte Merck Gesamterlöse von 7,057 Mrd EUR und ein operatives Ergebnis von 976 Mio EUR erzielt.

Pessimistischer beurteilt Düllmann vor dem Hintergrund der Finanzkrise die Aussichten für das Flüssigkristallgeschäft im kommenden Jahr. Hier rechnet er 2009 mit einem Nachfragerückgang. Dies gelte auch für das Pigmentgeschäft mit der Automobilindustrie in der Sparte Performance Life Science Chemicals (PLS), sagte er.


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   -Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113,
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October 27, 2008 01:45 ET (05:45 GMT)

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