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16:04 | 25.06.2010
DJ BÖRSEN-AUSBLICK/Abwärts – DAX trudelt trotz G-20 ins Sommerloch

DJ BÖRSEN-AUSBLICK/Abwärts – DAX trudelt trotz G-20 ins Sommerloch

   Von Michael-Otto Denzin
   DOW JONES NEWSWIRES 

FRANKFURT (Dow Jones)–Eher abwärts wird es in der kommenden Woche mit den Aktienmärkten gehen. Mit rund sechs Wochen Zeit bis zur nächsten Berichtssaison dürften nur Makro-Nachrichten von Zeit zu Zeit vom Sommerloch ablenken. Und nachdem China es geschafft hat, sich mit einer winzigen Währungsaufwertung aus dem Schussfeld zu bringen, dürfte der G-20-Gipfel ab Freitag die europäische Schuldenpolitik in den Mittelpunkt rücken. Auf dem Treffen dürfte sich die Spaltung der Teilnehmer in ein fröhliches Gelddrucker-Lager und eines der Sparer weiter zementieren.

Einheitliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Weltkonjunktur sind von dort also nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Ein Bekenntnis der Amerikaner zum ungehemmten Einsatz der Notenpresse dürfte den Dollar weiter unter Druck bringen. Sollte dieser deutlich gegen den Euro nachgeben, dürfte dessen festere Tendenz die Aktienmärkte hierzulande stützen. Zumindest eine Outperformance von Europas Börsen im Vergleich zu den USA sollte daher drin sein.

Der DAX sollte dabei weiter an der Spitze Europas stehen. Schließlich werden deutsche Aktien von Euro-Ausländern als Währungs-Hedge bevorzugt. “Deutsche Aktien enthalten die Prämie für einen impliziten D-Mark-Call, weil sie bei einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone sofort in der stärksten Währung gehandelt würden”, so ein Hedgefonds-Manager.

Ansonsten dürfte sich der globale Anstieg der Risikoaversion fortsetzen. Händler machen einen wichtigen Termin hierfür in der kommenden Woche aus: Das Ende der lockeren Geldversorgung in Form des Ein-Jahres-Tender der EZB. Die europäische Zentralbank wird stattdessen zu Drei-Monats-Tendern übergehen. Im Handel heißt es dazu, einigen Marktteilnehmern verderbe dies die langfristige Planbarkeit ihrer Strategien. Daher sei es zu dem beobachteten Anstieg bei den Prämien für Kreditversicherungen (CDS) von Griechenland- und Staatsanleihen im Allgemeinen gekommen. Die CDS auf Griechenland sprangen tatsächlich diese Woche auf ein Rekordhoch, ohne dass es handfeste Nachrichten gab.

Gutes Wetter, der Beginn der Sommerferien und die Fußball-WM werden ihr übriges tun, um den Markt aus dem Fokus zu nehmen. “Schon diese Woche hatten wir rund um einige Spiele ein Geschäft, dass nur noch als Feiertagshandel zu bezeichnen ist”, sagt ein Händler. Die Volumina dürften daher noch weiter ausdünnen. Bis zum vollen Anlauf der Berichtssaison Mitte Juli müsse daher mit einem Sommerloch gerechnet werden.

Markttechniker und -strategen sind ohnehin skeptisch, was die nähere Zukunft der europäischen Börsen betrifft. “Der Markt wurde bis letzte Woche nur durch den großen Verfallstag an den Terminbörsen gestützt”, so ein Mann des Handels. Der Abwicklungstag dieser Termingeschäfte am folgenden Montag habe daher zugleich das Monatshoch markiert. Angesichts fehlender Kaufimpulse dürften die Märkte nun wieder in ihre erratische Seitwärtsbewegung übergehen. Kursziele von bis zu 5.800 Punkten in den nächsten ein bis zwei Wochen sind daher schon mit fatalistischem Unterton zu hören. Unterbrechungen durch zwischenzeitliche Rallys aus Langeweile dürfte es zwar immer wieder geben, Bestand haben werden sie indes nicht.

Bei den Terminen der kommenden Woche stehen ausschließlich Konjunkturdaten im Fokus. So am Dienstag die japanische Industrieproduktion im Mai und der Case-Shiller-Hauspreisindex für April. Vom Conference Board kommt der Index des US-Verbrauchervertrauens im Juni. Am Mittwoch erfolgt die erste Bekanntgabe der Inflation in der Eurozone im Juni. In den USA wirft der ADP-Arbeitsmarktbericht für Juni seinen Schatten auf die offiziellen Daten voraus. Deutschland versucht sich derweil an der Wahl eines neuen Bundespräsidenten.

Am Donnerstag steht in Japan der wichtige Tankan-Bericht an, in Europa die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe im Juni und in Deutschland der VDMA-Auftragseingang für den Maschinenbau im Mai.

In den USA stellt der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Juni ein Highlight der Woche dar. Er wird nur noch vom offiziellen monatlichen US-Arbeitsmarktbericht für Juni und vor allem dem Beginn des Viertelfinales der Fußball-WM am Freitag getoppt.


  -Von Michael Otto Denzin, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 218;
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June 25, 2010 10:04 ET (14:04 GMT)

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