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14:28 | 03.06.2009
DJ Börse Frankfurt/Markttechnik: Besser, aber noch nicht gut
DJ Börse Frankfurt/Markttechnik: Besser, aber noch nicht gut 3. Juni 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nachdem der Leitindex DAX® am Dienstag mit 5.178 Punkten zwischenzeitlich den höchsten Stand seit November 2008 erreicht hat, dreht das Börsenbarometer zur Wochenmitte wieder leicht ins Minus. Die Marke von 5.100 Zählern kann bislang aber gehalten werden. Aus technischer Sicht ist eine Trendumkehr und damit ein Vormarsch des Index in Richtung 6.000 Punkte in den vergangenen Tagen wahrscheinlicher geworden. Der schwache US-Dollar treibt unterdessen den Goldpreis in neue Höhen. Im ETF-Handel lässt sich heute keine einheitliche Tendenz ausmachen: Während die Indextracker iShares DAX (DE) (WKN 593393) und iShares DJ EURO STOXX 50 (DE) (WKN 593395) gefragt sind, werden die Pendants von db x-trackers DAX ETF (DBX1DA) und DJ Euro STOXX 50 ETF (DBX1EU) nach Auskunft der zuständigen Market Maker überwiegend verkauft. Händler berichten zudem von überwiegend kleinen Orders durch private Investoren: "Die Institutionellen scheinen sich in den vergangenen Tagen eher raus zu halten." Trendumkehr rückt näher Nach Einschätzung von Christian Henke, technischer Analyst bei der WestLB, haben sich die Chancen für eine Trendumkehr beim DAX zuletzt verbessert: "Der Index hat am 1. Juni die psychologisch wichtige Marke bei 5.000 Punkten überwunden, die zuletzt ein Voranschreiten verhindert hatte und es wurde auf Wochenbasis die obere Trendlinie des seit Januar 2008 intakten Abwärtstrendkanals bei 5.150 Punkten erreicht. Kursnotierungen oberhalb des Widerstands würden eine Trendumkehr einleiten", erklärt der Techniker. Das Kursziel für den Index liege in diesen Fall bei fast 6.000 Punkten. Allerdings sei die 200-Tage-Durchschnittslinie bislang noch in einem fallenden Trend gefangen und eine Trendwende daher nicht in trockenen Tüchern. "Prallt der DAX von der Durchschnittslinie nach unten ab, müsste mit einem Test der Unterstützung bei 4.680 Punkten gerechnet werden", mahnt Henke zur Vorsicht. Auch US-Börse weiter in wackligem Terrain Und auch an der Wall Street können neue Rückschläge nach Einschätzung des Analysten bislang nicht ausgeschlossen werden. "Dem Dow Jones ist am 1. Juni der Bruch der oberen Begrenzung der Seitwärtsphase bei 8.500 Punkten gelungen und auch die 200-Tage-Glättungslinie wurde annähernd erreicht." Nun stehe der Index vor Widerständen bei 8.950 und dann bei 9.190 Punkten, wo aktuell die Unterseite des aus dem Jahr 2007 stammenden Abwärtstrendkanals verlaufe. "Wie beim DAX ist aber auch die Wall Street noch nicht ganz aus dem Schneider. Ein Rücksetzter bis zur überwundenen Widerstandslinie bei 8.500 Punkten oder bis zur Unterseite der Seitwärtsphase bei 8.130 Punkten kann nicht ausgeschlossen werden." Gold nimmt Fahrt in Richtung 1.000 Dollar auf Trotz der jüngsten Gewinne an den Aktienmärkten legt auch der Goldpreis weiter zu und ist von der 1.000 US-Dollar-Marke (je Feinunze) nicht mehr weit entfernt. Wie Jochen Stanzl, Chefredakteur des Börsenbriefs Rohstoff-Report.de, erklärt, wird diese Bewegung vor allem durch den schwachen US-Dollar getrieben, der zuletzt auf ein Fünfmonatstief abwertete. Außerdem sorge die Bekanntgabe der chinesischen Regierung, große Mengen Gold zur Diversifizierung der Währungsreserven gekauft zu haben, für immer neue Spekulationen darüber, dass jetzt auch andere Zentralbanken Goldkäufe anstrebten. "Dies würde meiner Einschätzung nach Sinn machen. Immerhin wächst mit den massiven Liquiditätsspritzen seitens der Konjunkturprogramme und monetären Maßnahmen die Gefahr deutlich höherer Inflationsraten in den kommenden Jahren." Gold biete vor diesem Hintergrund einen Gegenpol zum Papiergeld: "Es kann nicht beliebig vervielfältigt werden und hat einen inneren Wert, der auf der Höhe der durchschnittlichen Förderkosten liegt." Passend ist aus Sicht von Stanzl in diesem Zusammenhang auch eine Meldung des Weltgoldverbands WGC, nach der die Investmentnachfrage nach Gold im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 248 Prozent angestiegen sei. "Dieser Zuwachs führte zu einem Anstieg der gesamten Goldnachfrage in den ersten drei Monaten des Jahres um 38 Prozent auf 1.016 Tonnen, obwohl die Nachfrage der Schmuckindustrie um 24 Prozent und die Industrienachfrage nach Gold um 31 Prozent zurück gegangenen ist." Für die laufende Gold-Ralley veranschlagt der Rohstoffexperte aktuell ein Zwischenziel von 1.010 US-Dollar. Nach einer Konsolidierungsphase könne es dann sogar in Richtung 1.225 US-Dollar je Unze gehen. "Wenn dieses Ziel erreicht ist, sollte sich das Blatt aber deutlich wenden", fügt Stanzl hinzu und rechnet mittelfristig mit einer Halbierung der Goldnotierung. Christian Henke erwartet, dass zumindest die Preistreiber seitens US-Dollar vorerst weiter Bestand haben sollten. "Charttechnisch könnte die Reise bis 1,447 US-Dollar je Euro weitergehen", lautet seine Prognose. Zuwachs im Bullenlager Die Anlegerstimmung hat sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich verschlechtert, zu diesem Ergebnis kommt zumindest die aktuelle Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren. Das Bärenlager bei den deutschen Bluechips hat um 8 Prozent gewonnen, immerhin 7 Prozent waren in der Vorwoche noch in DAX-Werten engagiert. Bei den Technologiewerten ist die Stimmung weniger stark eingetrübt. Die Pessimisten haben lediglich um 3 Prozent zugelegt. © 3. Juni 2009 / Karoline Koch Disclaimer Die nachfolgenden News werden Ihnen direkt von der Redaktion von boerse-frankfurt.de bereitgestellt. 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