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15:56 | 03.12.2008
DJ Börse Frankfurt/Zertifikate-Trends: Zertifikate-Anleger setzen auf steigende Indizes

DJ Börse Frankfurt/Zertifikate-Trends: Zertifikate-Anleger setzen auf steigende Indizes


3. Dezember 2008. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die in der vergangenen Woche
gestartete Kurserholung in den Aktienindizes belebt nach Auskunft von
Händlern der Baader Bank den Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen.
"Der erfolgreiche Test des Jahrestiefs im Bereich um 4.000 Punkte und die
anschließende Rallye hat viel Verkaufsdruck aus den Märkten genommen. Vor
allem die kurzfristig orientierten Anleger setzen auf eine Weihnachtsrallye
beim Leitindex DAX®." Der kräftige Rückschlag vom Montag sei tendenziell zum
Aufbau neuer Long-Positionen genutzt worden. Nachgefragt sind
Call-Optionsscheine (WKNs CG1KAP und DB54HM) und bullische Knock-out-Scheine
(WKNs AA1G3H und 737902) auf den Leitindex. 

Längerfristig orientierte Investoren haben aber weiterhin die erhöhten
Risiken im Blick und wählen nach Beobachtung der Spezialisten bei Produkten,
die auf steigende Kurse setzen, die konservativeren Varianten. In den
Index-Zertifikaten auf den DAX (WKNs 709335 und 702979) überwiegen
jedenfalls Käufe. 

Interesse für Discount- und Bonus-Zertifikate bleibt hoch 

Die Nachfrage der Investoren nach Discount- und Bonus-Zertifikaten ist nach
Auskunft von Stefan Scharffetter von der Baader Bank nach wie vor hoch.
"Unter dem Strich hat sich die Abwärtsbewegung in den großen Indizes wie DAX
und Euro Stoxx 50 verlangsamt. Viele Anleger gehen für die nähere Zukunft
nicht von einer Fortsetzung des Kursverfalls wie in den vergangenen sechs
Monaten aus." Mit Discount-und Bonus-Zertifikaten könnten sie sowohl von
einer Seitwärtsbewegung als auch von einer nachhaltigen Kurserholung
profitieren. 

Holger Bosse, Zertifikatexperte bei der Deutschen Bank, bestätigt diesen
Trend. "Favorisiert werden Bonus-Zertifikate auf den DJ Euro Stoxx 50 (WKN
DB1FUR) sowie Discounter auf den DAX (WKN BN1C97). Die Risikoneigung der
Anleger ist aber begrenzt, denn häufig werden Produkte ausgewählt, deren
Basiswert weit unterhalb des aktuellen Basispreises liegt und deren Laufzeit
zwischen Juni und September nächsten Jahres endet. Ein Ende der Baisse
unterstellen die Käufer damit noch nicht." 

Gewinnmitnahmen bei Alpha-Zertfikaten auf DivDAX 

Die in der Vorwoche neu eingegangenen Positionen in Alpha-Zertifikaten, die
auf eine Outperformance des DivDAX zum DAX setzen, werden von den Anlegern
wieder glatt gestellt. "Die zügige Kurserholung in der vergangenen Woche
wurde, entsprechend der Erwartung dieser Anleger, hauptsächlich von den
dividendenstarken DAX-Schwergewichten getragen. Da der DivDAX dadurch
stärker gestiegen ist als der DAX, konnten die Zertifikate ebenfalls
ordentliche Gewinne verzeichnen, deshalb werden sie jetzt aus den Depots
genommen", erklärt Scharffetter. 

Bei diesen Alpha-Zertifikaten erwarten Investoren, dass der DivDAX einen
Mehrertrag zum DAX erzielt. Der DivDAX enthält die 15 dividendenstärksten
Standardwerte im DAX - aktuell E.ON, Daimler, Deutsche Bank und Deutsche
Telekom mit jeweils etwa 10 Prozent Anteil. 

Ganz oben auf den Verkaufslisten erscheinen zwei Alpha-Zertifikate der
Deutschen Bank (WKNs DB2PEQ, DB11JT). 

Andere Anleger verkaufen reverse Bonus-Zertifikate auf den DAX (WKNs DB1BQQ
und LBB1YZ). Diese Produkte profitieren im Verhältnis eins zu eins an
fallenden Kursen, erhalten aber eine Bonusrendite, wenn die
Sicherheitsbarriere während der Laufzeit nicht verletzt wird. "Investoren,
die sich in den vergangenen Wochen in diesen Produkten positioniert hatten,
nehmen noch vor dem Jahresende ihre Gewinne mit, weil sie nicht mehr von
deutlich niedrigeren Kursen im DAX für dieses Jahr ausgehen. Zudem wollen
sie den Abzug der Abgeltungssteuer im nächsten Jahr vermeiden", meint
Scharffetter. 

Anleger setzen auf Deutsche Bank 

Steigende Umsätze verzeichnet ein Discount-Zertifikat auf die Deutsche Bank
(WKN CM0YUQ). Die Aktie wurde von der negativen Kursentwicklung der
US-Investmentbanken mit nach unten gezogen. "Nachdem Konzernchef Ackermann
in der vergangenen Woche eine Erholung der Unternehmensergebnisse in 2009 in
Aussicht gestellt hat, konnte sich die Aktie von Tiefstkursen unterhalb von
20 Euro deutlich nach oben absetzen. Einige Investoren haben den günstigen
Kurs zum Einstieg genutzt", erklärt Sven Tietz von ICF Kursmakler. Da die
aktuelle Bewertung immer noch weit unter den Buchwert der Aktie liege, könne
sich ein Einstieg auf lange Sicht immer noch lohnen. Das Zertifikat ist mit
einem Cap bei 28 Euro ausgestattet und läuft noch bis Juni 2010. 

Nachfrage bei Gold- und Euro/Dollar-Optionsscheinen steigt 

Bei Einzelwerten beobachtet Bosse Käufe bei Call-Optionsscheinen auf Gold
(WKN DB6CET) und bei Puts auf das Währungsverhältnis Euro/US-Dollar (WKN
DB50V8). "Auf die Rallye des Goldpreises in der vergangenen Woche folgt
aktuell eine kleine Konsolidierungsphase. Die meisten Anleger setzen darauf,
dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt." Auch für den Euro seien Investoren
kurzfristig weniger positiv gestimmt, denn die EZB werde in dieser Woche
ihre Leitzinsen wegen der schwachen Konjunktur weiter senken. Das könne dem
US-Dollar etwas Auftrieb verschaffen", schließt der Experte. 

Öl-Bonus-Zertifikat gesucht 

Der Rückgang des Rohölpreises unter die Marke von 50 US-Dollar je Barrel
wegen steigender Sorgen um mögliche Insolvenzen größerer Automobilhersteller
in den USA erhöht die Nachfrage nach Produkten, die auf einen wieder
steigenden Ölpreis setzen. Einige Investoren positionieren sich laut Tietz
in einem währungsgesicherten Bonus-Zertifikat auf den Spot-Preis (WKN
GS8T33). Die Sicherheitsbarriere des Zertifikats liegt bei 36,87 Euro, die
Bonusschwelle bei 73,74 Euro. Die Laufzeit endet im Dezember 2009. 

Kurzfristig orientierte Anleger legen sich einen bullischen Knock-out-Schein
(WKN CM5VTU) mit einem Basispreis bei 29,04 US-Dollar in ihr Depot. 

© 3. Dezember 2008 / Andreas Wolf 

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(END) Dow Jones Newswires

December 03, 2008 09:56 ET (14:56 GMT)


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