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12:00 | 17.10.2011
DJ Buba: Kritik an deutschem Leistungsbilanzüberschuss nicht zielführend
DJ Buba: Kritik an deutschem Leistungsbilanzüberschuss nicht zielführend FRANKFURT (Dow Jones)–Die Deutsche Bundesbank hat erneut davor gewarnt, im Rahmen der bevorstehenden verstärkten wirtschaftspolitische Koordinierung im Euroraum den Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands als Fehlentwicklung zu interpretieren. In ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht verwies die Bundesbank darauf, dass diese Überschuss mitunter in den Kritik stehe. Diese Kritik könnte durch die Überwachungsverfahren zusätzlich verstärkt werden, wenn – wie es sich abzeichne – auch positive Positionen der Leistungsbilanz als Hinweis auf mögliche Fehlentwicklungen angesehen würden. “Dies wäre nicht zielführend, da sich aus der im internationalen Vergleich hohen deutschen Nettoersparnis – anders als im Falle von Leistungsbilanzdefiziten – keine Zahlungsverpflichtungen ergeben, deren Nichterfüllung Risiken für andere Länder oder die Stabilität der Währungsunion birgt”, stellte die Bundesbank fest. Die Bundesbank hält Leistungsbilanzsalden weder für geeignete makroökonomische Zielgrößen, noch glaubt sie, dass diese durch wirtschaftspolitische Maßnahmen gut beeinflussbar sind. “Eigene empirische Untersuchungen zeigen, dass sich die “hinter der Leistungsbilanz” stehenden Spar- beziehungsweise Investitionsentscheidungen durch marktkonforme wirtschaftspolitische Maßnahmen jedoch nur moderat beeinflussen lassen. Zusätzlich erschweren Wirkungsverzögerungen eine klare Zuordnung der Effekte auf die Leistungsbilanz”, argumentierte sie. Letztlich seien der Leistungsbilanzsaldo und die Auslandsposition keine eigenständigen wirtschaftspolitischen Zielgrößen, sondern das Ergebnis zahlreicher, überwiegend privatwirtschaftlicher Entscheidungen im Inland und im Ausland. “Allerdings können diese in der Summe zu Fehlentwicklungen führen, die das Funktionieren der Europäischen Währungsunion beeinträchtigen und die Anfälligkeit der internationalen Kapitalmärkte erhöhen”, räumte die Bundesbank ein. Andererseits gelte es, angesichts der Diagnoseprobleme sowie der eingeschränkten Wirksamkeit wirtschaftspolitischer Maßnahmen eine Balance zu finden zwischen berechtigten Eingriffen, um Stabilitätsrisiken für andere Volkswirtschaften oder den Euroraum als Ganzes abzuwenden, und einer zu vermeidenden Feinsteuerung wirtschaftlicher Entwicklungen. -Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, Hans.Bentzien@dowjones.com DJG/hab (END) Dow Jones Newswires October 17, 2011 06:00 ET (10:00 GMT) Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc. |
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