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10:26 | 07.11.2012
DJ DER AKTIONÄR Online Tipp des Tages: Knoff-Hoff

DJ DER AKTIONÄR Online Tipp des Tages: Knoff-Hoff

 
Lichteffekte, chemische Reaktionen, physikalische Überraschungen. Wer schon 
als Kind bei Wissenschaftssendungen wie der "Knoff-Hoff-Show" mit offenem 
Mund vorm Fernseher gesessen hat, kommt auch beim Blick auf das breite 
Produktportfolio der Jenoptik AG (WKN 622 910) aus dem Staunen nicht heraus. 
Faszinierend ist etwa der patentierte Nanomotte-Effekt. Vorbild sind die 
Natur beziehungsweise die perfekt entspiegelten Augen von Motten. Auf diesen 
sind Millionen winzigster Noppenmuster angebracht. Der Clou: Das Licht wird 
dadurch nicht abrupt, sondern sanft gebrochen. So verrät kein reflektierter 
Lichtschimmer Fressfeinden die Position der Motte. Die zufällige Entdeckung 
dieses Entspiegelungseffekts durch Jenoptik macht sich nun bezahlt. Kunden 
setzen die "Nanomotte" mittlerweile bei Überwachungskameras, der Endoskopie 
oder in Displays ein. 
Auch mit der Verwendung von Mikrowellenstrahlung für eine besonders 
effiziente Abluftreinigung geht Jenoptik neue Wege. 
Intelligentes Glas 
Dabei gelingt es der Jenoptik AG immer besser, die verschiedenen Abteilungen 
und Technologien zusammenzubringen. Ein gutes Beispiel für die neue 
Flexibilität ist die Laseranlage Votan. Die bislang für den Zuschnitt von 
Dünnschicht-Solarmodulen eingesetzte Maschine kaufen Kunden mittlerweile 
auch für die Herstellung von "intelligentem Glas". Solche Smart Windows 
sehen wie normale Fensterscheiben aus - doch auf Knopfdruck können sie 
blickdicht verdunkelt werden. 
Eingetrübt hat sich auch die weltweite Konjunktur. Gleich reihenweise hatten 
in den letzen Wochen Firmen wie Daimler, Leoni, Singulus oder Aixtron 
Gewinnwarnungen veröffentlicht. Ein wahrer Fels in der Brandung ist hingegen 
Jenoptik. Firmenchef Dr. Michael Mertin stellte im Gespräch mit dem AKTIONÄR 
nun unmissverständlich klar: Die Planung steht. Am 8. November werden 
weitere Details bekannt - dann wird Jenoptik die Quartalszahlen 
veröffentlichen. 
Impulse aus Asien und den USA 
Jenoptik hatte im Juli 2012 seine Jahresprognose auf einen EBIT-Zielkorridor 
von 50 bis 55 Millionen Euro (zuvor 45 bis 50 Millionen) angehoben. Der 
Umsatz soll dabei um fünf bis zehn Prozent zulegen. 
Die hohe Stabilität der Planung ist auch auf die verlässlichen Kunden 
zurückzuführen. So beliefert Jenoptik etwa den unzyklischen Medizinsektor 
und die Bundeswehr. Diese nimmt unter anderem kompakte und sehr leichte 
Energieversorgungssysteme ab, welche in Drohnen verbaut werden. "Hier haben 
wir eine große Kompetenz", so Mertin, der in diesem Sicherheitsbereich 
,,massiv internationalisieren" will. 
Die Auslandsexpansion ist ein großer Wachstumstreiber. Schließlich hat 
Jenoptik über alle Geschäftsbereiche hinweg wertvolle Technologie aufgebaut, 
die nun ohne zusätzliche Entwicklungskosten auch in anderen Ländern 
vermarktet werden kann. Besonders in den USA und Asien sehen die 
Ostdeutschen große Chancen für ihre Produkte: Während 2011 in den beiden 
Regionen erst 20 Prozent der Konzernumsätze erzielt wurden, soll sich der 
Anteil mittel- bis langfristig auf 40 Prozent erhöhen. Jenoptik wird dabei 
nicht nur neue Vertriebsgesellschaften gründen, sondern auch direkt vor Ort 
für große Kunden Komponenten fertigen. 
Analystenliebling 
Alles in allem befindet sich Jenoptik auf einem sehr guten Weg. Einige Jahre 
galt Jenoptik im Kapitalmarkt im besten Falle als langweilig und im 
schlechtesten als unzuverlässig. Doch diese Zeiten sind vorbei. 
Dank starker Zahlen und frischer Produkte ist Jenoptik zum Analystenliebling 
avanciert. Zehn von zwölf Experten empfehlen das Papier mittlerweile zum 
Kauf. Die Konsensus-Gewinnschätzungen für 2013 wurden im Jahresverlauf um 
fast 30 Prozent erhöht. Damit liegt das 2013er-KGV des Technologiekonzerns 
mittlerweile bei günstigen 11 und die laufende Dividendenrendite bei zwei 
Prozent. 
Auch die Nettoverschuldung hat Jenoptik in den letzten Jahren deutlich 
abgebaut. "Unser Schuldenstand stellt überhaupt keine Gefahr mehr dar", so 
der Firmenchef im Gespräch mit dem AKTIONÄR. 
Schließlich gefällt auch die Charttechnik. Das Papier hat zuletzt 
beeindruckende Relative Stärke bewiesen, wichtige Widerstände überwunden und 
ein neues 2-Jahres-Hoch erreicht. 
 
Wertvolle Aktie 
Die Jenoptik-Aktie ist wie geschaffen für das aktuelle Marktumfeld: 
Attraktiv bewertet und relativ unabhängig von konjunkturellen Launen. Das 
wertvolle Know-how und reichlich vorhandene Wachstumspotenziale im Ausland 
machen die Technologieaktie zu einem klaren Top-Tipp. Da das Papier in den 
letzten Tagen weitere zehn Prozent gestiegen und mittlerweile leicht 
überkauft ist, bietet sich ein schrittweiser Einstieg an. 
(Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 45/2012 erschienen und wurde am 
07. November aktualisiert.) 
Mehr Informationen, Nachrichten und Empfehlungen finden Sie im Internet 
unter www.deraktionaer.de 
 
+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum 
Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS 
/ HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter www.deraktionaer.de +++ 
 

(END) Dow Jones Newswires

November 07, 2012 04:26 ET (09:26 GMT)


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