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15:49 | 08.03.2010
DJ Dt Bank plant späteres IPO bei Actavis-Ratiopharm-Fusion – Kreise
DJ Dt Bank plant späteres IPO bei Actavis-Ratiopharm-Fusion – Kreise Von Eyk Henning Dow Jones Newswires FRANKFURT (Dow Jones)–Sollte der isländische Generikakonzern Actavis den Zuschlag zur Übernahme des Ulmer Wettbewerbers Ratiopharm erhalten, will die Deutsche Bank als größter Actavis-Fremdkapitalgeber laut mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen ein weitgehend schuldenfreies Unternehmen schaffen und dieses in rund fünf Jahren an die Börse bringen. Dies geht nach Angaben von Teilnehmern aus der Präsentation der Übernahmestrategie hervor, die Vertreter von Actavis und der Deutschen Bank am Montagvormittag vor rund 50 Ratiopharm-Managern am Ratiopharm-Hauptsitz in Ulm abhielten. “Die Deutsche Bank garantiert im Falle der Übernahme ein beinahe schuldenfreies, fusioniertes Unternehmen. Dazu würde man einen Debt-to-Equity-Swap durchführen”, sagte eine mit der Sache vertraute Person. Im Zuge dieses Tauschs von Fremd- in Eigenkapital würde die Deutsche Bank einen noch nicht feststehenden Anteil an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen erhalten, sagte die Person weiter. Bevorzugtes Ausstiegszenario sei ein Börsengang von Ratiopharm/Actavis, der in fünf bis acht Jahren denkbar wäre, so eine weitere informierte Person. Die Deutsche Bank hatte Finanzkreisen zufolge dem isländischen Milliardär Thor Bjorgolfsson im Jahr 2007 den Löwenanteil eines milliardenschweren Kredits zur Übernahme von Actavis gewährt. Bjorgolfsson hatte Actavis damals über sein Investmentvehikel Novator für etwa 3,62 Mrd EUR übernommen. Novator solle bei erfolgreicher Übernahme einen kleinen Anteil an Ratiopharm/Actavis erhalten. Da die Deutsche Bank den Kredit anschließend nicht habe weiterverkaufen können, liege er nach wie vor auf ihren Büchern und es drohe eine “erhebliche” Abschreibung, weil der Kredit höher sei als der derzeitige Unternehmenswert von Actavis, so eine weitere mit der Sache vertraute Person zu Dow Jones Newswires. Dem Frankfurter Geldhaus drohten somit erhebliche Abschreibungen auf den Kredit. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte die Angelegenheit am Montag nicht kommentieren. Actavis war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Wie aus der Präsentation von Actavis und der Deutschen Bank weiter hervorgehe, solle der Standort Ulm zum weltweiten Hauptquartier der Fusionskandidaten gemacht werden, sagten mehrere informierte Personen übereinstimmend. Dazu würden in Ulm die Produktionskapazitäten erweitert und Arbeitsplätze geschaffen. Am bisherigen Actavis-Hauptsitz in Reykjavik sollen indes die Produktions- sowie die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen erhalten bleiben. Ferner verspreche eine Fusion der beiden Unternehmen Synergieeffekte von rund 300 Mio EUR pro Jahr. Der Markenname Actavis solle zu Gunsten des Namens Ratiopharm weichen. Im Bieterrennen um Ratiopharm sind derzeit noch drei Interessenten im Rennen. Am vergangenen Freitag hatte der US-Pharmakonzern Pfizer sein Übernahmekonzept vorgestellt, eine Woche zuvor hatte der israelische Generikakonzern Teva seine Präsentation abgeliefert. Wie Dow Jones Newswires zuvor berichtete, liegen die Gebote der letzten drei verbliebenen Bieter zwischen 2,8 Mrd und 3,0 Mrd EUR. Eine Vorentscheidung im Bieterrennen um Ratiopharm könnte am 18. März fallen. Dann sollen die drei verbliebenen Bieter ein vollständig finanziertes, verbindliches Angebot vorlegen, so eine der informierten Personen. Die Entscheidung darüber, welcher Bieter den Zuschlag erhält, solle noch bis Ende des Monats getroffen werden. Ratiopharm gehört derzeit noch zur VEM Vermögensverwaltung GmbH des Anfang 2009 verstorbenen Unternehmers Adolf Merckle. Der Unternehmer war unter anderem wegen Fehlspekulationen mit Volkswagen-Aktien in Finanznöte gekommen. Zur Schuldentilgung muss sich die VEM nun von Ratiopharm trennen. Der Verkaufsprozess wird durch den Treuhänder Hans-Joachim Ziems begleitet, der von den Gläubigerbanken und der VEM bestimmt wurde.
Webseite: http://www1.ratiopharm.com
www.db.com
www.actavis.com
Von Eyk Henning, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 108,
eyk.henning@dowjones.com
DJG/eyh/kgb/jhe
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