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12:25 | 03.11.2011
DJ Europa-Börsen deutlich im Plus – Papandreou-Spekulation treibt
DJ Europa-Börsen deutlich im Plus – Papandreou-Spekulation treibt FRANKFURT (Dow Jones)–Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag nach einem sehr schwachen Start deutlich ins Plus gedreht. Für Erleichterung sorgten einerseits die klaren Worte der EU, vor dem geplanten Referendum über das Sparpaket kein Geld mehr an Griechenland auszahlen zu wollen, andererseits das sich abzeichnende Scheitern des griechischen Ministerpräsidenten Papandreou mit seiner Vertrauensfrage am Freitag. Der Euro-Stoxx-50 steigt gegen 12.13 Uhr um 1,2% oder 28 auf 2.320 Punkte, der Stoxx-50 legt um 0,6% oder 15 auf 2.281 Zähler zu. Im Tief hatten sie bei 2.238 Punkten bzw. 2.234 Zählern gelegen. Bis zu einem Referendum in vier Wochen habe die Eurozone zudem noch Zeit, sich gegen ein “Nein” bei der Abstimmung und damit gegen eine Ansteckung anderer Länder zu wappnen, heißt es im Handel weiter zur Tendenzwende am Vormittag. “Die Frage ist nur noch, wie man Zeit gewinnt”, so ein Marktbeobachter: “Je später der Konkurs Griechenlands erfolgt, desto geordneter kann er ablaufen”. EU-Gipfel mit scharfem Tonfall Honoriert vom Markt wird der verschärfte Tonfall aus der EU. Auf ihrem dem G-20-Gipfel vorgeschalteten Krisengipfel in Cannes hatten Frankreich und Deutschland in der Nacht einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone nicht ausgeschlossen, sollte die Volksabstimmung über das neue Hilfspaket – auf Druck der Euroländer voraussichtlich bereits am 4. Dezember – negativ ausfallen. Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident kündigten zudem an, dass die Hilfszahlungen bis zu dem Referendum eingefroren würden. Der schleppende Verlauf einer Anleihe-Auktion in Spanien belastet den Markt nicht. Im Fokus stehen nun mögliche Aussagen von der ersten Sitzung der EZB mit ihrem neuen Präsidenten Draghi am Nachmittag. Am Nachmittag steht der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende US-Gewerbe im Fokus. Fast völlig unter geht in der Nachrichtenflut um Griechenland die Sitzung der US-Notenbank (Fed) vom Vorabend. Die Währungshüter hatten unterm Strich geliefert, was von Marktteilnehmern erwartet worden war. Die Aussagen von Fed-Chef Bernanke werden so interpretiert, dass die Tür für eine weitere Runde der Geldmengenausweitung geöffnet wurde. Konjunkturwerte gesucht – Quartalszahlen im Blick Gesucht sind vor allem Autowerte und andere Konjunkturzykliker. Alle Branchen zeigen sich im Plus, lediglich Nahrungsmittelwerte notieren unverändert. Der Automobil-Index steigt um 2,1%, Medienwerte gewinnen 1,1% und Bau-Titel 1,3%. Bei den Einzelunternehmen haben Swiss Re, Unilever, BNP und andere Quartalszahlen vorgelegt. Unilever hat dabei leicht enttäuscht. Positiv wird jedoch die Umsatzentwicklung gewertet. “Das Wachstum wird weiterhin in den Schwellenländern generiert”, heißt es. Sie fallen um 2,1% auf 24,18 EUR. Hohe Abschreibungen und der Verkauf eigener Positionen in Staatsanleihen haben das Ergebnis der BNP stark belastet. Allerdings habe die BNP nun eine radikale Risikovorsorge betrieben und damit deutlich die Gefahr weiterer Abschreibungen gesenkt, heißt es. Die Aktien notieren daher 4,5% im Plus bei 31,04 EUR. Der Banken-Index gewinnt 0,7%. Als “in line” stufen Händler die Zahlen von ArcelorMittal ein. Sowohl das EBIT als auch der Umsatz hätten eine Punktlandung zu den Schätzungen hingelegt. Die Aktien geben leicht nach um 1% auf 14,26 EUR. Hier drückt der Ausblick des Stahl-Hersteller: Er erwartet sowohl beim Volumen als auch bei den Preisen Druck auf Grund des wirtschaftlich unsicheren Umfelds. Swiss Re kann mit der Quartalsvorlage besonders auf der Ergebnisseite überzeugen. Die Schaden-Kosten-Quote sei zwar auf 80,8% gegenüber dem Vorjahr von 76,4% gestiegen, liege allerdings weiterhin auf einem sehr komfortablen Niveau, heißt es im Handel. Die Aktie springt um 6,2% auf 49,05 CHF. Sanofi legen nach Zahlen 0,6% zu, ING um 5,8%. DJG/mod/gos (END) Dow Jones Newswires November 03, 2011 07:25 ET (11:25 GMT) Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc. |
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