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18:42 | 24.06.2010
DJ Europas Börsen sehr schwach -Banken- und Exporttitel unter Druck

DJ Europas Börsen sehr schwach -Banken- und Exporttitel unter Druck

FRANKFURT (Dow Jones)–Sehr schwach sind die europäischen Börsen am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Nach anfänglichen Gewinnen bröckelten die Märkte, schwache US-Börsen sorgten dann für weiteren Abgabedruck. Der Euro-Stoxx-50 verlor 2,2% oder 59 auf 2.645 Punkte, der Stoxx-50 gab um 1,8% bzw 43 auf 2.414 Zähler nach. Besonders unter Druck standen Finanztitel und konjunkturempfindliche Rohstoff-Werte. Ein neuer Anstieg der Risikoaversion sorgte für einen Rückzug aus allen Branchen. Selbst die defensiven Nahrungs- und Versorgerwerte schlossen nicht im Plus.

Untermauert wurde der sinkende Risikoappetit durch Aussagen der US-Notenbank, die sich am Mittwochabend vorsichtiger als zuletzt zu den Wirtschaftsaussichten in den USA geäußert hatte. Daher wurde auch die Formulierung “außergewöhnlich niedrige Zinsen für einen ausgedehnten Zeitraum” beibehalten. Selbst die besseren Konjunkturdaten aus den USA konnten da nicht helfen: So war der Rückgang der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wesentlich stärker als erhofft ausgefallen. “Auch die leichte Hochrevision der Vorwoche vermindert nicht den positiven Ausblick auf einen Job-Aufbau in den USA”, sagte ein Händler.

Auch der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter fiel besser als erwartet aus. Anstelle eines Rückgangs um 1,5% gegenüber dem Vormonat gingen sie im Mai nur 1,1% zurück. Auch das April-Plus wurde hochrevidiert. Charttechnisch ist der Euro-Stoxx-50-Index um 2.618 Punkte unterstützt, Widerstand findet sich um 2.760 Zähler.

Tesco und Vodafone stemmen sich gegen den Trend

Gegen den Abwärtstrend stemmten sich nur wenige Aktien. Unter anderem legten Tesco um 0,9% auf 400 p glatt zu. Der US-Investor Warren Buffett hat seinen Anteil an der britischen Supermarktkette leicht auf über 3% erhöht. Vodafone legten um 1,3% zu auf 142,90 p. Das Telekommunikationsunternehmen äußerte sein Interesse daran, die Minderheitsbeteiligung am polnischen Mobilfunk-Unternehmen Polkomtel abzustoßen.

Bankenwerte unter Druck – Rückzug aus Staatsanleihen

Ohne neuen Anlass oder Nachrichten sahen Händler den Verkaufsdruck bei Bankenwerten, der sich auch in einem Anstieg der Preise für Kreditversicherungen äußerte. Mit einem Minus von 3,2% war der Bankenindex Tagesverlierer in Europa. “Es ist die allgemeine Sorge um die Staatsdefizite und besonders Griechenland, die für Abgaben sorgt”, sagte ein Händler. Überdurchschnittlich fielen daher die Verluste bei französischen und spanischen Bankaktien aus, die entsprechenden Finanzkonzerne halten große Anlagen in Südeuropa. Societe Generale verloren 4,5% auf 35,16 EUR, BNP Paribas 5% auf 45,88 EUR und Credit Agricole 4,7% auf 8,81 EUR. BBVA und Santander büßten 3,9% bzw 3,8% ein.

Nach Angaben von Jochen Felsenheimer, Kreditanalyst bei Assenagon Asset Management, preist der Markt in der Zwischenzeit unter der Annahme einer Recovery Rate von 40% eine Ausfallwahrscheinlichkeit für Griechenland von 57% in den kommenden fünf Jahren ein. Felsenheimer schließt sich der Einschätzung des Marktes an und hält eine Schuldenrestrukturierung in der einen oder anderen Form für durchaus wahrscheinlich.

Exporttitel unter Druck – “Schwacher Euro” reicht nicht als Argument

Unter Druck standen auch Exportwerte. Der Sektor der Industriegüter gab um 2,1% nach. “Die Aussagen Robert Shillers zum US-Häusermarkt haben noch einmal beleuchtet, dass sich der US-Verbraucher entschulden muss – mit allen negativen Folgen für den Konsum”, sagte ein Stratege: “Der eine oder andere Exporteur wird sich zu früh über den schwachen Euro gefreut haben. Denn hinter die Nachfrage aus den USA wird man ein großes Fragezeichen setzen müssen”. Unter anderem verloren Infineon 4,5% auf 4,96 EUR, MAN 2,1% auf 69,45 EUR, Siemens 2,7% auf 75,20 EUR und Schneider Electric 3,2% auf 85,54 EUR.

Yale-Ökonom Robert Shiller hatte sich in der “Economic Times” zum angeschlagenen US-Immobilienmarkt negativ geäußert. “Es gibt definitiv eine Chance auf ein Double-Dip der Hauspreise, sagte der Ökonom.

Europäische Schlussstände von Donnerstag, den 24 Juni 2010:

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             Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung
                               stand      absolut         in %          seit
                                                                Jahresbeginn
Europa       Euro-Stoxx-50   2645,32       -59,48         -2,2         -10,8
             Stoxx-50        2414,37       -43,48         -1,8          -6,4
             Stoxx-600        249,78        -4,66         -1,8          -1,3
Frankfurt    XETRA-DAX       6115,48       -89,04         -1,4           2,7
London       FTSE-100        5100,23       -78,29         -1,5          -5,8
Paris        CAC-40          3555,36       -86,43         -2,4          -9,7
Amsterdam    AEX              329,22        -5,89         -1,8          -1,8
Athen        ATHEX-20         692,03       -30,05         -4,2         -38,5
Brüssel      BEL-20          2455,80       -38,54          0,0          -2,2
Budapest     BUX            21329,96      -149,37         -0,7           0,5
Helsinki     OMXH-25         2155,81       -48,30         -2,2           6,1
Istanbul     NAT30          70279,91       -39,84         -0,1           4,9
Kopenhagen   OMXC-20          407,01        -6,82         -1,6          20,9
Madrid       IBEX-35         9586,50      -299,50         -3,0         -19,7
Mailand      FTSE-MIB       19942,39      -416,53         -2,0         -14,2
Moskau       RTS             1402,97       -15,45         -1,1          -2,9
Oslo         OBX              320,09        -6,78         -2,1          -5,7
Prag         PX              1137,90       -12,10         -1,1           1,8
Stockholm    OMXS-30         1021,43       -26,24         -2,5           7,3
Warschau     WIG-20          2326,17        -3,71         -0,2          -2,6
Wien         ATX             2375,09       -51,45         -2,1          -4,8
Zürich       SMI             6320,62       -61,23         -1,0          -3,4
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June 24, 2010 12:42 ET (16:42 GMT)

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