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16:50 | 01.04.2009
DJ FOKUS: Abwrackprämie – Der Kater kommt nach der Party
DJ FOKUS: Abwrackprämie – Der Kater kommt nach der Party Von Katharina Becker DOW JONES NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)–Der Erfolg der Abwrackprämie für Altautos hat alle Zweifler überrollt. Mehr als 940.000 Autobesitzer haben bis zum Mittwoch “ihren Alten” der Schrottpresse überlassen und den staatlichen Zuschuss für “ihren Neuen” beantragt. Damit ist der ursprünglich bereitgestellte Fördertopf der Bundesregierung von 1,5 Mrd EUR für maximal 600.000 Prämien leer. Das übertreffe selbst die optimistischsten Erwartungen, sagt UniCredit-Analyst Alexander Koch. Doch die von der großen Koalition angekündigte Verlängerung des staatlichen Zuschusses bis Jahresende könnte für die Hersteller zum Pyrrhussieg werden. Denn nach der rauschenden Party droht ein heftiger Kater. Der unerwartete Ansturm auf die Autohäuser komme für die darbende Branche genau zur rechten Zeit, sagt Koch. Die Bestellungen bei den Herstellern hätten zu Jahresbeginn um 40% unter Vorjahresniveau gelegen. Dank der Abwrackprämie brachten die Händler zwischen Flensburg und Garmisch jedoch alleine im Februar gut ein Fünftel mehr Wagen an die Kundschaft als im Vorjahresmonat. Auch im März hätten die Autohändler alle Hände voll zu tun gehabt, heißt es in der Branche. Größter Profiteur der Verschrottungsprämie ist Volkswagen. Knapp 27% der Anträge auf den Bonus entfallen nach Angaben des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) derzeit auf die Marken Volkswagen, Seat, Audi und Skoda. Auf Rang zwei folgt Opel mit rund einem Zehntel. Dicht dahinter fährt der französisch-japanische Konzern Renault-Nissan, der unter anderem die Billigmarke Dacia in Rumänien produziert. Dagegen gehen die Luxushersteller BMW und Daimler weitgehend leer aus. Ihre Verkäufe lagen zuletzt um ein Viertel unter Vorjahresniveau. Wer sein mindestens neun Jahre altes Auto gegen einen staatlich gesponserten Neuwagen tauscht, wählt in den seltensten Fällen ein Münchener oder Stuttgarter Fabrikat: Nur 2,4% der Anträge auf Abwrackprämie entfielen auf Daimlers Nobelmarke Mercedes-Benz und den Kleinwagen smart. Einen Bonus für einen neuen BMW beantragten nur 1,2% der Kunden. Kein Wunder also, dass der BMW-Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer darüber räsoniert, ob die Prämie den Wettbewerb verzerre, weil sie Kleinwagen begünstige und sein Daimler-Kollege Dieter Zetsche die Verlängerung des Staatszuschusses geißelt. Zwar profitieren von der Abwrackprämie vor allem die Hersteller kleinerer Wagen. Wenn die Antragsflut jedoch anhält, dürfte das Jahr 2009 für die Branche insgesamt weniger deprimierend ausfallen als noch vor wenigen Wochen befürchtet. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), der die Importeure in Deutschland vertritt, rechnet inzwischen mit 3,1 Mio verkauften Neuwagen, in etwa so viele wie im Vorjahr. Noch im Januar war der Verband nur von 2,9 Mio Autoverkäufen ausgegangen. “Auf die Party folgt jedoch unausweichlich die Katerstimmung”, sagt Analyst Koch. Rund die Hälfte der Autokäufe sei ohnehin geplant gewesen oder werde vorgezogen. Für das Jahresende und 2010 lasse das nicht Gutes erwarten. “Egal, wann die Prämie endet, danach werden wir auf jeden Fall einen Einbruch im Markt haben”, räumt auch Thomas Böhm vom VDIK ein. “Normalerweise gilt: Je größer der Boom, desto tiefer das Tal.”
Webseiten: http://www.bafa.de
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-Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 112,
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