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11:00 | 31.03.2008
DJ ne-na.de/Abschied vom Homo oeconomicus

DJ ne-na.de/Abschied vom Homo oeconomicus

 
ne-na.de/Abschied vom Homo oeconomicus: Für Manager der alten Welt ist kein 
Platz mehr - Die Blase des kurzfristigen Profits platzt 
 
Bonn/Düsseldorf, 31. März 2008 - Kein Arbeitgeber kann die Motivation seiner 
Mitarbeiter juristisch einklagen. Wie will man nachweisen, dass jemand weit 
unter seinen Möglichkeiten bleibt? Jeden Manager und selbstständigen 
Unternehmer muss es jedoch brennend interessieren, wie die 
Leistungsbereitschaft angespornt werden kann. Nach der Devise ,,Geld regiert 
die Welt" meinen viele, die Höhe des Gehalts sei entscheidend für die 
Motivation der Angestellten. Dass dies keine Allgemeingültigkeit besitzt, 
zeigt sich unter anderem darin, dass die höchstbezahlten Manager nicht immer 
die erfolgreichsten sind. 
 
,,Der Homo oeconomicus ist tot. Immaterielle Werte wie Fairness und Vertrauen 
können die Effizienz der Wirtschaft mehr steigern als strikte 
Eigennutzorientierung", sagt Armin Falk, Professor für Volkswirtschaftslehre 
an der Universität Bonn http://www.emp.uni-bonn.de/index.php?id=2485 und 
Leiter des von dem Nobelpreisträger Reinhard Selten gegründeten 
Laboratoriums für experimentelle Wirtschaftsforschung. Falk ist kein Nobody. 
Der erst Vierzigjährige hat bereits den Ruf an ausländische Universitäten 
abgelehnt und publiziert in renommierten internationalen Fachzeitschriften. 
 
Für ein breites Publikum hat Falk seine These von der empirischen 
Haltlosigkeit des Homo oeconomicus jetzt in der Wirtschaftswoche 
http://www.wiwo.de dargelegt. Motivation der Mitarbeiter, so sein 
Ausgangspunkt, ist ein zentrales und schwieriges Problem, dem sich das 
Management eines Unternehmens stellen muss. Denn ,,Ziel guter Führung sind 
motivierte Arbeitnehmer". Variable Entlohnungsschemata und Anreizverträge 
sind nicht der Weisheit letzter Schluss. ,,Laborexperimente, groß angelegte 
und repräsentative Befragungsstudien und neurowissenschaftliche 
Untersuchungen mit bildgebenden Computertomografie-Verfahren belegen 
eindrucksvoll die empirische Haltlosigkeit einer uneingeschränkten 
Eigennutzhypothese", führt Falk aus. 
 
,,Experimente und Studien zeigen statt dessen, dass Arbeitnehmer, die fair 
behandelt werden, motivierter sind. Wer sich unfair behandelt fühlt, igelt 
sich ein und sabotiert im schlimmsten Fall die Ziele der 
Unternehmensführung. Außerdem zeigt Falk auf, dass Misstrauen die 
Leistungsbereitschaft eingrenzt. Wer finanzielle Anreizsysteme daran 
koppelt, dass jeder Arbeitsschritt der Mitarbeiter genauestens beobachtet 
wird, schreckt vor allem die Fleißigen ab", so Udo Nadolski, Geschäftsführer 
des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de, 
Modernes Personalmanagement arbeite nicht ausschließlich mit Anreizsystemen, 
sondern bemüht sich aktiv darum, den Mitarbeitern Freiräume zu schaffen, 
ihnen Verantwortung zu übertragen. Dadurch signalisiert man Vertrauen. 
,,Mitarbeiter fühlen sich anerkannt und ,zahlen' zurück - in Form von 
Engagement für die Sache", so die Schlussfolgerung von Nadolski. 
 
Fredmund Malik http://www.malik-mzsg.ch hat es einmal folgendermaßen 
ausgedrückt: Kein echter Liberaler habe jemals Individualismus und Egoismus 
verwechselt. Der ,,Verhaltenskrüppel der Wirtschaftswissenschaften", der Homo 
oeconomicus, sei erst lange nach Adam Smith geboren worden. Ähnlich sieht es 
der IBM-Cheftechnologe Gunter Dueck http://www.omnisophie.com: ,,Wir sind 
kein Homo oeconomicus. Wir sind eher eine große Masse von leicht erregbaren 
Individuen, die wie Lemminge hin und her rasen, je nachdem, wohin der Trend 
zeigt. Wir finden vor allem das rational, was die anderen tun", schreibt 
Dueck in seinem neuen Buch ,,Abschied vom Homo oeconomicus - Warum für eine 
neue ökonomische Vernunft brauchen" (Eichborn Verlag). 
 
Die Führungskräfte von morgen müssten anders agieren. Man brauche Manager, 
die emotional intelligent sind und Teams begeistern können, anstatt sie 
auszupeitschen. Produktion nur auf Effizienz zu trimmen, reiche nicht aus. 
Die Welt der Fließbänder verschwinde mit den Fließbändern zusammen. ,,Die 
wirtschaftlich führenden Länder werden Dienstleistungen erbringen, die mehr 
auf Design, komplexe Lösungen, Schlüsselfertigkeit, Kunstform, 
Produktästhetik, Kundenservice gerichtet sind. Das Geld wird mit anderen 
Denkweisen, anderen Methoden und Sichtweisen oder Wahrheiten verdient 
werden", prognostiziert Dueck. 
 
Die Veränderungen seien so gravierend, dass für die Manager der alten Welt 
kein Platz mehr sei. ,,Die heutigen Manager haben die Ökonomie in eine 
entsetzliche Übertreibung des kurzfristigen Profits hineingetrieben. Diese 
Blas platze jetzt: ,,Wir sehen, dass alle Finanztricks ausgenutzt wurden, 
aber das Langfristige blieb liegen. Es fehlen heute Schiffe, Ölexplorationen, 
Raffinerien - die Infrastruktur ist alt, die Autobahnbrücken brechen bald. 
Die Manager werden nun in der Umkehr ganz anders beschimpft, eben als 
Erbsenzähler, Karrierist, Heuschrecke und wieder als Ausbeuter wie einst", 
stellt der IBM-Querdenker fest. Die neuen Herausforderungen sind nach 
Meinung von Jens Klemann, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Strateco 
http://www.strateco.de und Mitgründer der Initiative Voice Business 
http://www.voicedays.de, viel schwieriger zu bewältigen als zu Zeiten des 
klassischen Industriekapitalismus. ,,Früher brauchte man die Produktion nur 
auf Masse trimmen, um die Produktivität zu erhöhen. Heute liegt die Aufgabe 
darin, klüger zu arbeiten. Wer diese Transformation am besten und 
schnellsten bewältigt, wird das 21. Jahrhundert wirtschaftlich dominieren", 
so das Fazit von Klemann. Eine Meldung vom Medienbüro Sohn. Für den Inhalt 
ist das Medienbüro Sohn verantwortlich. 
 
 

(END) Dow Jones Newswires

March 31, 2008 05:00 ET (09:00 GMT)


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