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10:44 | 14.03.2011
DJ Neue Atomdiskussion bringt Versorgeraktien unter Druck

DJ Neue Atomdiskussion bringt Versorgeraktien unter Druck

DÜSSELDORF (Dow Jones)–Das Erdbeben in Japan sorgt auch am deutschen Aktienmarkt für Verwerfungen. Die unsichere Lage in den dortigen Atomkraftwerken hat die Diskussion über die deutschen Meiler wieder in Gang gesetzt. Aktien der hiesigen Kernkraftbetreiber geben am Montagmorgen deutlich nach; Anteilsscheine von Unternehmen im Sektor der erneuerbaren Energien steigen dagegen kräftig.

Die Rauchwolke nach der Explosion des Reaktorgebäudes im japanischen Atomkraftwerk Fukushima am Samstag hatte sich kaum verzogen, da meldete sich die bundesdeutsche Opposition zu Wort. So forderten Grüne und SPD die sofortige Abschaltung älterer Meiler, die nur durch die im vergangenen Jahr vereinbarte Laufzeitverlängerung noch am Netz seien.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt dem im Vorfeld der kommenden Landtagswahlen das bekannte Argument entgegen, wonach die Kernenergie in Deutschland als Brückentechnologie ins Zeitalter der erneuerbaren Energien noch benötigt werde. Andere Politiker der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP verteidigten ebenfalls den im Herbst 2010 getroffenen Beschluss, durch den die deutschen Meiler teilweise bis über 2030 hinaus in Betrieb bleiben dürften. Dagegen betonte Bundesumweltminister Norbert Röttgen, dass die Zweifel an der Technologie mit den Ereignissen gewachsen seien. Die Atomkraft sei ein Auslaufmodell und die Versorgung mit erneuerbaren Energien müsse beschleunigt werden.

Die neuerliche Diskussion befindet sich noch in ihren Anfängen und ihr Fortgang dürfte nicht unwesentlich von dem Ausgang der Probleme in Japan abhängen. Konkret reagiert die Politik aber bereits und will die Sorgen der deutschen Bevölkerung mit verstärkten Sicherheitsanstrengungen besänftigen. In Baden-Württemberg, wo am 27. März ein neuer Landtag gewählt wird, hat CDU-Umweltministerin Tanja Gönner bereits Inspekteure in die Kernkraftwerke geschickt. Kanzlerin Merkel trifft sich am Dienstag mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer mit solchen Anlagen.

Am Aktienmarkt scheinen die Investoren die Gefahr einer Rücknahme der Laufzeitverlängerung oder strengere und teurere Sicherheitsauflagen einzupreisen: Aktien von RWE und E.ON verlieren bis 10:25 Uhr über 3%. Genau das Gegenteil zeigt sich bei den Anbietern von Solar- und Windenergie. Q-Cells, Phoenix Solar, Solarworld, Nordex und Conergy legen zweistellig zu.


-Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 211 13 87 214; martin.rapp@dowjones.com
DJG/mmr/cbr 

(END) Dow Jones Newswires

March 14, 2011 05:44 ET (09:44 GMT)

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