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8:01 | 17.07.2009
DJ pressetext.de: “Mein Urlaub ist Urlaub von der Mobilität” – Verkehrsmittelwahl von Ministern: Klare Tendenz zur Auto-Müdigkeit

DJ pressetext.de: “Mein Urlaub ist Urlaub von der Mobilität” – Verkehrsmittelwahl von Ministern: Klare Tendenz zur Auto-Müdigkeit


Berlin (pts/17.07.2009/08:00) - Viele deutsche Minister sind mit der eigenen
Verkehrsmittelwahl nicht zufrieden. Das hat eine Umfrage der Allianz pro Schiene
zum Mobilitätsverhalten von Umwelt- und Verkehrsministern in Deutschland,
Österreich und der Schweiz ergeben. Gefragt waren Angaben zur Verkehrsmittelwahl
bei der Fahrt ins Büro, bei Dienstreisen und im Urlaub, während gleichzeitig
Kriterien für die Wahl bewertet werden sollten. "Sachzwang" kreuzte die große
Mehrheit der Minister an, wenn es darum ging, die Fahrt mit dem Dienstwagen zu
begründen. Andere Kriterien wie "Preis" oder "Gewohnheit" waren den Angaben
zufolge wenig ausschlaggebend, "Umweltverträglichkeit" und "Bequemlichkeit"
kamen häufig erst an zweiter oder dritter Stelle. "Prestige" als Grund für die
Wahl des Verkehrsmittels landete weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. 

Insgesamt weisen die Angaben der politischen Entscheidungsträger für Umwelt- und
Verkehrsfragen auf eine gewisse Automüdigkeit und fast schon
Mobilitätsverdrossenheit hin. Bundesverkehrminister Wolfgang Tiefensee (SPD)
zeichnete für die Umfrage seinen wirklichen und seinen Wunsch-Modal-Split auf:
Während der Minister nach eigenen Angaben tatsächlich 60 Prozent seiner Fahrten
im Auto verbringt (Flugzeug: 20 %, Bahn: 15 % und zu Fuß 5 %), sagt sein
Wunsch-Diagramm das Gegenteil: Bahn: 50 %, Fahrrad: 25%, zu Fuß: 15 %. Dem
Dienstwagen und dem Flugzeug würde Verkehrsminister Tiefensee am liebsten nur je
fünf Prozent zuteilen. 

Als "bekennenden Autofahrer" bezeichnete sich am Ende nur ein einziger
Politiker: Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jörn Biel (parteilos), der aber
zugleich angab, im Urlaub "Fahrrad" und "Pferd" als Fortbewegungsmittel zu
bevorzugen. Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) antwortete,
dass für sie "zwangsläufig der Dienstwagen das Hauptverkehrsmittel" sei, fügte
aber hinzu, dass sie "so oft es geht auf öffentliche Verkehrsmittel wie die
Bahn" umsteige. Viel programmatischer formulierte es der Schweizer
Verkehrsminister Moritz Leuenberger: Er werde seinen Urlaub zu Hause verbringen.
"Urlaub ist Urlaub von der Mobilität." 

Keiner der befragten Politiker macht im Sommer 2009 im nichtdeutschsprachigen
Ausland Urlaub, die meisten bleiben sogar im eigenen Bundesland.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verzichtet in der Sommerpause ganz auf
einen Urlaub. Sein bevorzugtes Verkehrsmittel am Urlaubsort wäre dennoch das
Fahrrad. Bei Fahrten ins Büro oder Dienstreisen wählt der Bundesumweltminister
jedoch auch nicht nach Neigung, sondern vor allem nach - natürlich: "Sachzwang". 

Zur Umfrage im Einzelnen: Der zweiseitige Fragebogen ging an alle Verkehrs- und
Umweltministerien in Deutschland - auf Bundes- und auf Länderebene. Ebenfalls
haben wir die Bundesminister beider Ressorts in der Schweiz und Österreich um
ihre Antworten gebeten. Von 34 Anfragen kamen 13 Fragebögen - meist
handschriftlich ausgefüllt - zurück. 

Es haben geantwortet: 

Wolfgang Tiefensee, (Deutschland/SPD), Bundesminister für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung
Sigmar Gabriel, (Deutschland/SPD), Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit
Moritz Leuenberger, (Schweiz/SP), Eidgenössisches Departement für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation
Tanja Gönner, (Baden-Württemberg/CDU), Umweltministerium Baden-Württemberg
Katrin Lompscher, (Berlin/Die Linke), Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit,
Umwelt und Verbraucherschutz
Reinhold Dellmann, (Brandenburg/SPD), Ministerium für Infrastruktur und
Raumordnung des Landes Brandenburg
Reinhard Loske, (Bremen/Die Grünen), Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa
Dieter Posch, (Hessen/FDP), Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und
Landesentwicklung
Stefan Mörsdorf, (Saarland/CDU), Ministerium für Umwelt
Joachim Rippel, (Saarland/CDU), Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft,
auch zuständig für Verkehr
Thomas Jurk, (Sachsen/SPD), Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und
Arbeit
Christian von Boetticher, (Schleswig-Holstein /CDU), Ministerium für
Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein
Jörn Biel, (Schleswig-Holstein/parteilos), Ministerium für Wissenschaft,
Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein 

Alle Antwortbögen der Minister sind auf http://www.allianz-pro-schiene.de
veröffentlicht. (Ende) 

Aussender: Allianz pro Schiene e.V.
Ansprechpartner: Dr. Barbara Mauersberg
E-Mail: barbara.mauersberg@allianz-pro-schiene.de
Tel.: +49 (30) 24 62 599-20 

Quelle: http://pressetext.com/news/090717006/ 

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July 17, 2009 02:01 ET (06:01 GMT)


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