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14:12 | 17.02.2010
DJ Teva und Actavis in Endrunde um Ratiopharm-Rennen – Kreise
DJ Teva und Actavis in Endrunde um Ratiopharm-Rennen – Kreise Von Eyk Henning DOW JONES NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)–Das Rennen um den Ulmer Generikahersteller Ratiopharm geht nach Angaben informierter Kreise mit zwei Wettbewerbern aus Island und Israel in die letzte Runde. “Momentan zeichnet sich ein Zweikampf ab zwischen Actavis und Teva”, sagte eine mit dem Bieterprozess vertraute Personen am Mittwoch zu Dow Jones Newswires. Entsprechend äußerten sich zwei weitere Informanten, die mit der Sache vertraut sind. Teva Pharmaceutical ist der weltweit größte Generikaproduzent und kommt aus Israel, Actavis gehört ebenfalls zu den Großen der Branche und sitzt in Island. Die Ratiopharm GmbH ist Teil des Unternehmensimperiums der Merckle-Familie, die mit den Erlösen einen Teil ihrer Schulden abtragen will. Während das schwedische Private-Equity-Unternehmen EQT mit einem zu niedrigen Angebot ausgeschieden sei, stehe hinter den vierten zuletzt verbliebenen Bieter – Pfizer – noch ein Fragezeichen, sagte die Person weiter. Einer weiterer Informant wollte nicht auszuschließen, dass der US-Pharmariese bis zum morgigen Donnerstag mit einem Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Ein Pfizer-Sprecher wollte die Informationen allerdings nicht kommentieren. Teva und Actavis hätten jeweils rund 3 Mrd EUR inklusive Schulden geboten, so dass das bessere Konzept für die Ratiopharm-Standorte bei der Verkaufsentscheidung den Ausschlag geben dürfte, ergänzte die erste Person. Der israelische Gernerikaproduzent Teva bekomme Ende nächster Woche Gelegenheit, sein Standortkonzept für Ratiopharm am Firmensitz in Ulm vorzustellen, sagte dazu eine dritte, mit dem Verkaufsprozess vertraute Person. Von Actavis gibt es die Zusage, die Produktion an den Ratiopharm-Standorten zu erhalten. “Am Angebot des isländischen Generikaproduzenten sieht man, dass die Herstellungskosten von Ratiopharm dem internationalen Vergleich sehr gut standhalten”, sagte der erste Informant. Ferner werde das Actavis-Angebot von der Deutschen Bank unterstützt. Hintergrund dafür ist, dass das Frankfurter Geldhaus dem isländischen Milliardär Thor Bjorgolfsson im Jahr 2007 den Löwenanteil eines hohen Kredits zur Übernahme von Actavis gewährt haben soll. Da die Deutsche Bank den Kredit anschließend nicht habe weiterverkaufen können, liege er nach wie vor auf ihren Büchern, war bereits zu einem früheren Zeitpunkt aus informierten Kreisen verlautet. Das Frankfurter Geldhaus habe deshalb ein Interesse an einem fusionierten Unternehmen Actavis/Ratiopharm. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich dazu auf Anfrage am Mittwoch nicht äußern. Bliebe es bei einem Verkaufspreis von rund 3 Mrd EUR, würde der Verkauf von Ratiopharm zur größten Transaktion auf dem Generikamarkt seit dem Jahr 2008. Damals hatte der israelische Generikahersteller Teva seinen US-Konkurrenten Barr für 7,46 Mrd USD übernommen. Wie aus den Verhandlungskreisen am Mittwoch ferner zu erfahren war, soll beim Verkauf von Ratiopharm der Kaufpreis nicht vollständig an die Eigentümer gezahlt und Rest der Summe hauptsächlich für etwaige Steuernachforderungen in einem so genannten Escrow-Fonds geparkt werden. Dabei stünden Summen von 200 Mio bis 500 Mio EUR im Raum.
Webseiten: http://www2.ratiopharm.com
www.actavis.com
www.tevapharm.com
www.pfizer.com
-Von Eyk Henning, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 - 29725 108, eyk.henning@dowjones.com
DJG/eyh/rio
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