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14:38 | 01.02.2012
DJ Thyssen-Partner Outokumpu schreibt auch im 4. Quartal Verluste

DJ Thyssen-Partner Outokumpu schreibt auch im 4. Quartal Verluste

STOCKHOLM (Dow Jones)–Der finnische Stahlkonzern Outokumpu, der das Edelstahlgeschäft von ThyssenKrupp übernehmen will, kommt aus den roten Zahlen nicht heraus. Das unsichere wirtschaftliche Umfeld habe die Nachfrage auch im vierten Quartal belastet, sagte CEO Mika Seitovirta. Die weltweite Überkapazität und billige Importe in China setzen Edelstahlproduzenten in ganz Europa zu.

Mit Ausnahme weniger Quartale schreibt Outokumpu Oyj seit dreieinhalb Jahren Verluste. Im Schlußquartal 2011 vergrößerte sich der Nettoverlust auf 118 Millionen Euro von 91 Millionen, der Umsatz ging um 2,5 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro zurück. Die Finnen haben bereits Vermögenswerte verkauft und jede sechste Stelle gestrichen. Nun soll die Fusion mit der ThyssenKrupp-Sparte Inoxum dem Konzern wieder auf die Füße helfen.

Outokumpu erhofft sich von der 2,7 Milliarden Euro teuren Transaktion neben erheblichen Synergien bessere Wettbewerbschancen gegen billigere Hersteller aus Asien. Zudem sollen die Schmelzofen- und Kaltwalzkapazitäten in Deutschland und Schweden reduziert werden, sagte Seitovirta am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Damit sollen die Kosten gesenkt und die Auslastung der restlichen Werke erhöht werden.

Nach der Integration von Inoxum soll die Kapazitätsauslastung auf 85 bis 95 Prozent steigen, derzeit liegt sie bei 70 bis 75 Prozent. Wann das fusionierte Unternehmen profitabel sein werde, sagte der Manager nicht.

Laut den beiden Konzernen ergänzen sich zudem die Produktpalette und die Kundensegmente hervorragend. Outokumpu ist führend bei austenitischen und Duplex-Stählen unter anderem für die Chemieindustrie und den Energiesektor. Inoxum dagegen ist eines der führenden Unternehmen bei Stählen für die Automobilindustrie und Produkten der “weißen Ware” und darüber hinaus ein bedeutender Anbieter von Hochleistungswerkstoffen unter anderem für die Flugzeugindustrie.

Laut ThyssenKrupp-Finanzvorstand Guido Kerkhoff dürfte die Transaktion nicht rasch über die Bühne gehen. Die Europäischen Kartellbehörden werden den Deal vermutlich einer vertieften Prüfung unterziehen, die sich bis zu neun Monate hinziehen könnte. Ein Abschluss wird deshalb erst für die letzten drei Monate 2012 erwartet.

Ein Lichtblick für Outokumpu ist derweil der Auftragseingang seit Jahresbeginn. “Ausgehend vom aktuellen Niveau der Auftragseingänge dürfte das Auslieferungsvolumen von Outokumpu im ersten Quartal 2012 deutlich über dem Niveau im vierten Quartal 2011 liegen”, hieß es vom Konzern.

Der Markt reagierte enttäuscht auf die schwachen Ergebnis-Zahlen. Der Outokumpu-Aktie verlor am Morgen mehr als 10 Prozent und handelte gegen 14 Uhr mit 5,85 Euro noch 6,8 Prozent im Minus. Dabei dürfte auch die geplante Übernahme von Inoxum belasten. “Angesichts des Risikos, das Outokumpu mit einer längeren Integrationsperiode bis 2016 eingeht, und keinen Entlassungen in Deutschland bis Ende 2015, stellt sich die Frage, ob das wirtschaftlich sinnvoll ist oder nicht”, urteilte Swedbank-Analyst Erkki Vesola bereits am Vortag. Outokumpu hatte sich bereiterklärt, an deutschen Standorten bis Ende 2015 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

 
-Von Christina Zander, Dow Jones Newswires; 
(Jan Hromadko hat zu dem Artikel beigetragen) 
+49 (0)69 29725 110, unternehmen.de@dowjones.com 
 DJG/DJN/sha/jhe 

(END) Dow Jones Newswires

February 01, 2012 08:38 ET (13:38 GMT)

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