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9:42 | 05.08.2010
DJ UPDATE: Commerzbank sagt für 2010 nach starkem Quartal Gewinn zu

DJ UPDATE: Commerzbank sagt für 2010 nach starkem Quartal Gewinn zu

 
   Von Madeleine Nissen 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)–Verringerte Risikovorsorge und ein positiver Steuereffekt haben der Commerzbank AG im zweiten Quartal zu einem Nettogewinn verholfen, der mit 352 Mio EUR nahezu drei Mal so hoch ausfiel wie von Analysten erwartet. Zum Gesamtjahr äußerte sich die teilverstaatlichte Bank bei Vorlage der Halbjahresbilanz am Donnerstag nun etwas mutiger. In einem Brief an die Aktionäre sagte Vorstandsvorsitzender Martin Blessing einen Gewinn für 2010 erstmals fest zu. Zudem wird die Commerzbank auch im laufenden Jahr von einem Steuereffekt profitieren, so dass der Nachsteuergewinn höher ausfallen wird als der Vorsteuergewinn.

Für den Zeitraum April bis Juni konnte die Commerzbank ihre Risikovorsorge auf 639 Mio EUR senken, im Vorjahr waren dafür noch 993 Mio EUR erforderlich. Vor Steuern verdiente die Frankfurter Bank 210 Mio EUR, während im Vorjahr noch eine halbe Milliarde Euro Verlust zu Buche geschlagen hatte. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 169 Mio EUR gerechnet.

Ein positiver Steuereffekt führte dazu, dass der Nettogewinn höher ausfiel als der Vorsteuergewinn. Nach Steuern blieben 352 (Vorjahr minus 761) Mio EUR übrig. Hier waren im Konsens lediglich 121 Mio EUR geschätzt worden. Ertragsbringer für die Commerzbank war das Mittelstandsgeschäft, während im Investmentbanking die fragilen Kapitalmärkte ihre Spuren hinterließen.

Damit konnte die Commerzbank die positive Entwicklung aus dem ersten Quartal fortsetzen. Profitiert hat sie vor allem von der konjunkturellen Erholung, die Kreditausfälle bei mittelständischen Unternehmen unwahrscheinlicher macht. Das gesunkene Risiko wird es der Commerzbank erlauben, im Gesamtjahr mit weniger als den ursprünglich geplanten 3,8 Mrd EUR Risikovorsorge auszukommen. Die Risikovorsorge werde wohl bei 3 Mrd EUR liegen, eventuell auch darunter, hieß es.

Die Entwicklung bei der Commerzbank ist ein Spiegelbild vieler anderer Privatbanken in Europa: Die Risikovorsorge kann sinken, da weniger faule Kredite die Bilanzen belasten. Das ermöglicht es den Banken, trotz des unsicheren Kapitalmarktumfelds und der Einbußen im Investmentbanking Gewinne zu machen. Eine Ausnahme bildet in Deutschland die Postbank, die weiterhin mit einer hohen Risikovorsorge rechnet.

Bei den Prognosen ähnelt sich das Bild ebenfalls: Die weitere Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten ist von Unsicherheit geprägt und gibt keinen Anlass für Übermut – darin sind sich die Banken einig, von Frankreichs zweitgrößter Bank Societe Generale über die Commerzbank bis zur Deutschen Bank.

Auch Blessing warnt vor einem schwierigen Umfeld für Banken, sowohl in diesem Jahr als auch im nächsten. Doch die schwierigen Bedingungen hatte der Commerzbank-Chef bereits einkalkuliert, so dass er an seinen Zielen für 2012 festhalten kann. Ab dann soll die Commerzbank die volle Profitabilität erreichen. Auch mit der Rückzahlung der Staatshilfe will Blessing spätestens 2012 beginnen; in möglichst wenig Einzelschritten.

Die Commerzbank hatte sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise am Kauf der Dresdner Bank verhoben und musste vom Bund insgesamt mit 18,2 Mrd EUR gestützt werden. Seitdem hält der Bund 25% plus eine Aktie des Kapitals in Form einer stillen Einlage.

Am Aktienmarkt lobten Händler in einer ersten Reaktion Zahlen und Prognose. Im frühen Handel stieg die Aktie der Commerzbank um 1,3% auf 7,29 EUR. Die Aktie hatte in den vergangenen Wochen bereits stark zugelegt. Anfang Juni kostete eine Commerzbank-Aktie lediglich knapp 5,5 EUR.

Webseite: www.commerzbank.de 
 
-Von Madeleine Nissen, Dow Jones Newswires; 
+49 (0)69 - 29725 115, madeleine.nissen@dowjones.com 
DJG/maw/brb 

(END) Dow Jones Newswires

August 05, 2010 03:42 ET (07:42 GMT)

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