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13:46 | 30.09.2011
DJ UPDATE: Daimler blickt im Lkw-Geschäft mit Zuversicht ins neue Jahr

DJ UPDATE: Daimler blickt im Lkw-Geschäft mit Zuversicht ins neue Jahr

NEU: Weitere Aussagen Zetsches im zweiten, sechsten und siebten Absatz) 

Von Nico Schmidt
DOW JONES NEWSWIRES

WÖRTH (Dow Jones)–Der weltgrößte Lastwagen-Hersteller Daimler lässt sich vom schwierigen Marktumfeld weiter nicht schrecken. Trotz der Schuldenkrise habe man Grund zum Optimismus, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Freitag im Werk in Wörth am Rande des Anlaufs der Serienproduktion der neuen Generation des Lkw-Flaggschiffs Actros.

“Unsere Werke sind bis Ende des Jahres ausgelastet”, begründete der Manager seine Zuversicht. “Wir sind für dieses Jahr ausverkauft”. Dadurch ergebe sich ein Puffer, sollte es noch zu einer Abschwächung kommen. Dafür gebe es aber aktuell keine Indikationen. Auch die Auftragslage für das erste Quartal 2012 sei trotz der Verwerfungen der vergangenen Wochen und Monate gut. “Und auch der Aufragseingang für den Actros ist gut angelaufen”, so Zetsche.

Die Neuauflage des Premium-Lkws, der seit Juli bestellt werden kann, ist vor allem auf dem europäischen Markt enorm wichtig für Daimler. Der Branchenprimus werde in Europa weiter wachsen, sagte Zetsche. Im Hinblick auf dieses Ziel sei der Actros ein Schlüsselprodukt. “Denn der Actros ist in seinem Wettbewerbsumfeld das Maß aller Dinge”.

Insgesamt nahm Daimler nach eigenen Angaben 2 Mrd EUR in die Hand, um das Werk im rheinland-pfälzischen Wörth mit den 12.000 Mitarbeitern fit für die dritte Auflage des Actros zu machen. Ein Teil der Mittel wurde dabei auch in die Flexibilisierung des Produktionssystems gesteckt. Denn neben dem neuen Actros wird auch die bewährte aktuelle Version des Lkw weiter vom selben Band laufen, um die Exportnachfrage passend bedienen zu können. In vielen Ländern Afrikas und Asiens gebe es noch niedrigere Emissionsvorschriften, erklärte Hubertus Troska, Leiter der Lkw-Sparte von Mercedes-Benz. Solange es Bedarf gebe, werde deshalb auch der bewährte Actros weiter produziert.

Seit dem Start des Schwerlasters Actros im Jahr 1996 liefen insgesamt rund 700.000 Fahrzeuge vom Band. Laut Troska sollen noch in diesem Jahr weitere rund 3.000 Stück hinzu kommen. Planzahlen für das kommende Jahr nannte er nicht. Je nach Ausstattung und Motorisierung kostet die neue Version zwischen 90.000 und 111.000 EUR. Da der Lkw mit im Schnitt 25 Litern auf 100 Kilometern bis zu 7% weniger Diesel verbraucht, soll sich der höhere Anschaffungspreis in weniger als zwei Jahren amortisieren.

Wie stark der neue Actros zur geplanten Steigerung der Profitabilität bei Daimler Trucks beitragen wird, wollten die Protagonisten am Freitag nicht verraten. “Wir haben uns vorgenommen, ab 2013 über den Zyklus hinweg 8% Umsatzrendite zu liefern”, bekräftigte Zetsche. “Und der Actros ist nicht nur ein rentables Geschäft für unseren Kunden, sondern auch für uns”.

Zetsche will weiter schneller wachsen als der Markt und die Verkäufe von Daimler Trucks bis zum Jahr 2013 auf mehr als 500.000 Einheiten steigern. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen es sogar 700.000 sein. 2010 brachte Daimler 355.000 Lkw an die Kunden in aller Welt, in den ersten acht Monaten dieses Jahres waren es knapp 260.000 – ein Plus von 18%. “Der Actros ist dabei ein zentraler Absatztreiber”, sagte Zetsche. Ein wichtiger Baustein für die ambitionierten Ziele Daimler ist die Stärkung der Position in aufstrebenden Märkten wie Russland und China. Erst vor wenigen Tagen hatten die Stuttgarter endgültig grünes Licht für ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Lastwagen-Hersteller Foton bekommen.

Der bevorstehenden Zusammenarbeit der Wettbewerber MAN und Scania unter dem Dach von Volkwagen sieht Zetsche gelassen entgegen. Skaleneffekte ergäben sich vornehmlich längerfristig, sagte er. Die Erfahrungen in der Premiumautobranche zeigten außerdem, dass Konkurrenz das Geschäft belebe. Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz, deren Geschicke Zetsche ebenfalls leitet, Audi und BMW liefern sich seit geraumer Zeit ein Wettrennen um die Krone im Premiumsegment. Ausländische Hersteller haben momentan so gut wie keine Chance, in die Phalanx der drei deutschen Konzerne einzudringen.

-Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires;
+49 (0)69 297 25 114, nico.schmidt@dowjones.com
 DJG/ncs/cbr 

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September 30, 2011 07:46 ET (11:46 GMT)

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