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12:26 | 26.02.2009
DJ UPDATE: Deutsche Post sieht mittelfristig Wachstumschancen
DJ UPDATE: Deutsche Post sieht mittelfristig Wachstumschancen (NEU: Aussagen des Vorstands, Einschätzung von Analysten, Aktienkurs) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES HAMBURG (Dow Jones)–Die Deutsche Post AG kann sich zwar im laufenden Jahr den negativen Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise nicht entziehen. Mittelfristig jedoch sieht sich der Konzern aber wieder auf Wachstumskurs. Der Vorstand zeigte sich am Donnerstag überzeugt davon, die kommenden Monate nicht nur “gut” zu überstehen, sondern auch noch gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Damit dies aber gelinge, muss der Logistiker seine Kostenstruktur an die weiter nachlassende Nachfrage nach den konzerneigenen Produkten anpassen. Nach Angaben des Managements wird dies aber gelingen. Der Finanzmarkt reagierte am Donnerstag morgen zunächst einmal auf die am Vorabend vorgelegten Zahlen des abgelaufenen Jahres. Den zum Handelsauftakt verzeichneten Rückgang der Post-Aktien um rund 12% führten Händler vor allem auf die Enttäuschung über die gekürzte Dividende für 2008 zurück. Aber auch mittags teilte der Markt die Zuversicht des Vorstandes nicht in vollem Umfang. Gegen 12.03 Uhr notierte die Aktie mit einem Abschlag von 9,77% gegenüber dem Vortagsschluss bei 7,53 EUR. Der DAX zeigt sich zum gleichen Zeitpunkt mit 0,31% im Plus. Dabei hatten Vorstandsvorsitzender Frank Appel und Finanzvorstand John Allan in ihren Erläuterungen zum Ergebnis 2008 vor allem auf die gute Verfassung des Konzerns hingewiesen. Die Cashposition bezeichneten sie als “sehr, sehr gut”. Die Konzentration auf die weitere Erwirtschaftung von Barmitteln und die Senkung der operativen und administrativen Kosten sollen die Post noch “wetterfester” machen. Abgesehen davon sehen sie ein großes organisches Wachstumspotenzial. Dieses will der Vorstand nutzen und so seine Marktanteile erhöhen. Dafür verzichtet er auf große Zukäufe. Diese seien zwar finanzierbar, sagten die Vorstände. Mit Integrationsaufgaben wolle man sich aber nicht belasten. Auch die vom Aufsichtsrat am Vortag für 2008 beschlossene Dividendenkürzung auf 0,60 (0,90) EUR will der Finanzvorstand nicht als negatives Signal und als Wegweiser für eine neue langfristige Ausschüttungspolitik gewertet wissen. Diese Entscheidung des Kontrollgremiums resultiere allein aus der gegenwärtigen Einschätzung der Lage und der Reaktion auf das sehr schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden hätte die Substanz des Unternehmens sogar eine höhere Ausschüttung hergegeben. Gleichwohl mag das Management derzeit – mit Blick auf den abgeschlossenen Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank – nicht über die Zahlung einer Sonderdividende nachdenken. Zuversicht äußerten die Vorstände auch mit Blick auf die Restrukturierung des US-Geschäfts. Sie bezeichneten sie als abgeschlossen. Jetzt müsste nur noch ein Partner für die Beförderung von Luftfracht in den USA gefunden werden. Die exklusiven Verhandlungen mit dem US-Logistikkonzern UPS sind inzwischen ergebnislos beendet. Nun spricht die Post auch mit anderen Anbietern, sieht sich aber weiterhin nicht unter Zeitdruck. In den Banken stieß der Ergebnisausweis der Deutschen Post für das abgelaufene Jahr nicht auf Begeisterung. Die Analysten von Morgan Stanley (MS) halten an ihrer Einstufung “Underweight” fest und begründen dies damit, dass die Post von der Rezession härter getroffen werden dürfte als der Wettbewerber TNT. Dies liegt ihrer Einschätzung zufolge vor allem an dem größeren Gewicht von Expressdienstleistungen per Luftverkehr. Positiv merken die Analysten indes an, dass die Post im laufenden Jahr einen weiterhin starken Cash Flow erwartet und es auch beim Arbeitskapital weitere Verbesserungen geben solle. Analyst Heino Ruland von Ruland Research rät zum Verkauf der Post-Aktien und verweist auf die schwache Entwicklung von Express-Geschäft und Zulieferkette und dem schlechter als erwartet verlaufenen Mail-Geschäft. “Da gibt es viel Schatten und wenig Licht”, sagte der Analyst. Auch die Perspektiven deuten für ihn kein Ende der Belastungen an. Die operative Guidance habe die Post nun gesenkt und in den USA würden die Gespräche mit UPS anscheinend zäh verlaufen, sagte er. Als Lichtblick bezeichnete der Analyst, dass die Post künftige Kapitalmaßnahmen der Postbank nicht mehr mittragen müsse.
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-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116,
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