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19:32 | 12.10.2008
DJ UPDATE: Eurogruppe berät über Schritte gegen Finanzkrise

DJ UPDATE: Eurogruppe berät über Schritte gegen Finanzkrise

(NEU: Zusammenfassung)

PARIS (Dow Jones)–Die Staats- und Regierungschefs der 15 Euro-Staaten beraten am Sonntagabend in Paris über gemeinsame Schritte, um die globale Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet von dem Gipfeltreffen der Eurogruppe ein starkes Signal an die Märkte. Ziel der Gespräche sei es, “ein koordiniertes gemeinsames Vorgehen für die Eurozone zu definieren, damit wir in den nächsten Tagen nationale Maßnahmen ergreifen können, die die Finanzmärkte stabilisieren”, sagte Merkel bei ihrer Ankunft im Elysée-Palast. Eine gemeinsame Aktion sei sehr wichtig.

Deutschland und Frankreich wollen ihre nationalen Pläne am Montag vorstellen. Finanzminister Peer Steinbrück hatte am Freitag (Ortszeit) in Washington nach Beratungen der Gruppe der sieben führenden Industrieländer (G-7) angekündigt, die Bundesregierung wolle ihre Pläne zur Stützung des deutschen Bankensystems noch vor Öffnung der asiatischen Finanzmärkte am Montag bekanntgeben.

Gut informierten Kreisen zufolge erwägt die Bundesregierung einen Plan im Gesamtvolumen von 300 Mrd EUR bis 400 Mrd EUR, der Staatsgarantien und mögliche staatliche Beteiligungen an Banken umfasst. Als Teil hiervon plant sie offenbar, Finanzinstitute mit frischen Mitteln über 50 Mrd EUR bis 100 Mrd EUR zu rekapitalisieren.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy erwartet vom Krisentreffen einen “ambitionierten, abgestimmten Plan” zur Eindämmung der internationalen Finanzkrise. Vor dem Treffen betonte der amtierende EU-Ratsvorsitzende, dass eine koordinierte Antwort auf das weltweite Beben an den Finanzmärkten nötig sei. Sarkozy kündigte jedoch an, konkrete Maßnahmen für Frankreich werde er erst am Montag mitteilen.

In einem Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfeltreffens wird vorgeschlagen, der Finanzkrise mit Staatsgarantien für den Interbankenhandel beizukommen. In dem Entwurf heißt es, die Regierungen sollten für eine Übergangszeit Garantien für kurz- und mittelfristige Ausleihungen zwischen Banken abgeben sowie über Vorzugsaktien den Banken Kapital zur Verfügung stellen, um die Lage zu stabilisieren. Das Hilfsprogramm soll bis zum 31. Dezember 2009 befristet sein.

Außerdem soll die Europäische Zentralbank (EZB) aufgefordert werden, eine flexible Haltung angesichts der Krise einzunehmen, was Beobachter als Aufforderung zu weiteren Zinssenkungen interpretierten. Zudem soll die Notenbank sowohl von Finanzinstituten als auch von Unternehmen außerhalb des Bankensektors kurzfristige Anleihen (Commercial Papers) zur Refinanzierung akzeptieren.

Neben den Staats- und Regierungschefs der 15 Euro-Staaten nehmen auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, sowie der Präsident der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, an dem Treffen teil.

DJG/DJN/apo

(END) Dow Jones Newswires

October 12, 2008 13:32 ET (17:32 GMT)

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