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DJ UPDATE: Lufthansa bleibt als einziger AUA-Bieter im Rennen

DJ UPDATE: Lufthansa bleibt als einziger AUA-Bieter im Rennen

(NEU: Zusätzliche Details, Hintergrund, Marktreaktion)


Von Herbert Dietrichstein und Olaf Ridder

DOW JONES NEWSWIRES


WIEN (Dow Jones)–Im Privatisierungsprozess um die Austrian Airlines AG liegt der österreichischen Staatsholding ÖIAG nur ein Angebot der Deutschen Lufthansa AG vor. Dies geht aus einer Mitteilung der unabhängigen österreichischen Übernahmekommission vom Donnerstagnachmittag hervor. Die Kommission beendete mit dem Schritt tagelange Spekulationen über ein Scheitern des Prozesses, zu dem sich die Beteiligten nicht äußerten.

Laut Mitteilung hat die Lufthansa fristgerecht ein Angebot für die zum Verkauf stehenden AUA-Anteile des Staates gemacht, einen konkreten Preis für das 41,6-prozentige Aktienpaket aber bisher nicht genannt. Ein Sprecher der Übernahmekommission bestätigte Dow Jones Newswires auf Anfrage, ein weiteres Gebot liege der ÖIAG nicht vor.

Die Staatsholding will am Montag über das Angebot entscheiden. Bis zum Freitag werde sich die Lufthansa auch abschließend auf einen Preis festlegen, erklärte die Übernahmekommission. Außerdem will der deutsche Flugkonzern dem AUA-Streubesitz ein öffentliches Übernahmeangebot nach dem österreichischen Übernahmegesetz machen. Dies sei zwischen ÖIAG und Lufthansa in informellen Gesprächen erörtert worden.

Allerdings ist nach Darstellung der Kommission vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung der AUA und offenbar auseinander liegender Verhandlungspositionen unsicher, ob eine Transaktion am Ende zustande kommt.

Die Deutsche Lufthansa blieb auch nach der Mitteilung zugeknöpft und wollte auf Anfrage von Dow Jones Newswires den laufenden Bieterprozess noch immer nicht kommentieren.

Die Übernahmekommission hatte sich zu dem ungewöhnlichen Schritt entschlossen, öffentlich zu informieren, nachdem die Beteiligten am Dienstag entgegen ihrer Aufforderung zum Stand des Verfahrens nicht Stellung genommen hatten. Der Kurs der AUA-Aktie war am Dienstag um mehr als 30% eingebrochen, weil Spekulationen die Runde machten, das Privatisierungsverfahren stehe vor dem Scheitern.

Als bis zum Morgen keine ausreichende Marktinformation vorlag, setzte die Wiener Börse den Handel mit AUA-Aktien nach Intervention der Übernahmekommission aus. Zwar hatte die ÖIAG eine Pressemitteilung abgegeben, sich darin zu Details des Verkaufsprozesses mit Verweis auf die Vertraulichkeit des Verfahrens nicht äußern wollen. Lediglich erklärte die ÖIAG, der Prozess laufe und am Montag werde entschieden, wer den Zuschlag erhalte.

Demgegenüber erklärte die Übernahmekommission, ein Bieter sei ungeachtet der Vertraulichkeitserklärung verpflichtet, seine Überlegungen bekanntzumachen, “wenn es zu erheblichen Kursbewegungen oder Gerüchten und Spekulationen betreffend ein bevorstehendes Angebot kommt”. Weil dies nicht geschehen sei, habe sich die Kommission entschlossen einzugreifen.

Kritik an dem Verkaufsverfahren kam auch von ÖIAG-Kontrolleuren. So beklagte ÖIAG-Aufsichtsrat Gerhard Fritz am Donnerstag, auch die Aufseher der Staatsholding seien nicht darüber informiert, welche Schritte geplant seien oder wieviele Bieter sich noch im Rennen um die AUA befänden.

Fest stehe lediglich, dass am Montag über den Verkauf abgestimmt werden solle, sagte Fritz zu Dow Jones Newswires: “Ich sehe mich angesichts der Informationslage außerstande über den Verkauf der AUA abzustimmen”. Fritz ist Betriebsratsvorsitzender der Österreichischen Post AG und einer der Gewerkschaftsvertreter im Kontrollorgan der ÖIAG.

Als weitere AUA-Interessenten galten zuletzt außer der Lufthansa noch die Air France-KLM Group und die sibirische S7. Während es aber am Mittwoch aus Paris hieß, man habe zwar weiter Interesse an der AUA, aber kein Angebot abgegeben, ließ S7 verlauten, man habe geboten.

Ohne Partner gilt die AUA derzeit als nicht lebensfähig. Die Fluggesellschaft ist mit rund 900 Mio EUR verschuldet und räumte erst jüngst ein, im Gesamtjahr werde mit einem Verlust zwischen 110 Mio und 125 Mio EUR gerechnet.

Seit 16.45 Uhr wird die AUA-Aktie wieder gehandelt. Das Papier zog kräftig an. Gegen 17.03 Uhr lag die Notierung bei 3,14 EUR und damit 10,2% im Plus.


   Webseiten: http://www.takeover.at/
              http://www.aua.com/
              http://www.oiag.at/
              http://www.lufthansa-financials.com/ 

   -Von Herbert Dietrichstein und Olaf Ridder, Dow Jones Newswires;
   +49 (0)69 - 29725 111, unternehmen.de@dowjones.com
   DJG/rio/hed/brb 

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October 23, 2008 11:59 ET (15:59 GMT)

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