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16:47 | 02.09.2008
DJ UPDATE: Mitarbeiter von Dresdner Bank sehen Fusion kritisch
DJ UPDATE: Mitarbeiter von Dresdner Bank sehen Fusion kritisch (NEU: Weitere Details) Von Madeleine Winkler DOW JONES NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)–Die Entstehung einer neuen deutschen Großbank durch die Fusion der Commerzbank AG mit der Dresdner Bank AGlöst bei den Dresdner-Arbeitnehmervertretern Befürchtungen über einen ungleichmäßigen Stellenabbau zu Lasten der eigenen Mitarbeiter aus. Dem Versprechen von Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Blessing, den geplanten Abbau von 9.000 Stellen sozialverträglich und fair umzusetzen, steht Claudia Eggert-Lehmann, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Dresdner Bank AG, skeptisch gegenüber. “Die Besetzung der zukünftigen Führungsriege mit nahezu ausschließlich Commerzbank-Managern spricht eine klare Sprache und lässt erahnen, wohin die Reise für Dresdner-Mitarbeiter geht”, sagte sie am Dienstag im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Dem wollen die Arbeitnehmervertreter nicht tatenlos gegenüberstehen. Die aktuelle Tarifrunde läuft noch, sagte Eggert-Lehmann. “Wir befinden uns außerhalb der Friedenspflicht.” Erste Streiks sind gelaufen und weitere könnten noch folgen. Sie sieht in dem Deal keine Fusion von zwei gleichberechtigten Banken, sondern eine Übernahme, in der die Commerzbank die Richtung vorgibt. Dies habe sich bereits in den Verhandlungen gezeigt, in denen sich das Dresdner-Management nicht zu Gunsten der eigenen Mitarbeiter durchsetzen konnte, sagte Eggert-Lehmann. Gerüchte, wonach sich die Dresdner-Vorstandsriege geschlossen gegen ein Zusammengehen mit der Commerzbank AG ausgesprochen haben soll, sind weiterhin im Umlauf. Vor der Aufsichtsratsitzung am Sonntag soll den Spekulationen zufolge der Dresdner-Vorstand sehr lange und kontrovers diskutiert haben. Ob sie von dem Konzept nicht überzeugt waren oder die Sorge um die eigene Position vorgeherrscht hat, ist dabei unklar. Die Dresdner Bank wollte sich hierzu nicht äußern. Acht der neun führenden Köpfe der neuen Bank kommen von der Commerzbank. “Da liegt es nahe, dass die Commerzbank-Manager in der Besetzung der nächsten Führungsriege vor allem an ihre eigenen Leute denken, die sie bereits gut kennen”, so Eggert-Lehmann. “Dagegen sind die Dresdner-Mitarbeiter für sie ganz überwiegend ein unbeschriebenes Blatt.” Diese Struktur werde sich kaskadenartig durch das gesamte Institut durchziehen, erwartet die Aufsichtsrätin. Es sei zu befürchten, dass von den insgesamt 6.500 im Inland betroffenen Stellen zwei Drittel Dresdner-Bank-Mitarbeiter sind, sagte Hans-Georg Binder, Dresdner-Betriebsratsvorsitzender Zentrale, zu Dow Jones. Die Ankündigung, bis Ende 2011 werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, bezeichnet er als “Beruhigungspille”. “Denn bis 2011 wird die Bank mit der Umstrukturierung beschäftigt sein und in dieser Zeit das Abbaupotenzial erst identifizieren.” Bereits Ende September dieses Jahres soll die dem Vorstand nachgelagerte Ebene feststehen. “Das sind die sogenannten Top 50, die dem Vorstand direkt zuarbeiten”, erklärt Binder. “Der ambitionierte Zeitplan zeigt, dass die Commerzbank die Strukturen in den letzten Monaten bereits konzipiert und festgelegt hat.” Zuversichtlichere Töne kommen von Analystenseite. Der geplante Stellenabbau halte sich im Rahmen, sagte Analyst Michael Seufert von der NordLB. “Der Commerzbank werden dabei sicherlich Fluktuation und vorzeitiger Ruhestand von Mitarbeitern in die Karten spielen.”
Webseiten: https://www.commerzbank.de/
http://www.allianz.com/de/
http://www.dresdner-bank.de/
- Von Madeleine Winkler, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 115,
madeleine.winkler@dowjones.com
DJG/maw/kla
(END) Dow Jones Newswires September 02, 2008 10:47 ET (14:47 GMT) Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc. |
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