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13:25 | 27.02.2009
DJ UPDATE: Preisdruck in Deutschland nimmt im Februar moderat zu

DJ UPDATE: Preisdruck in Deutschland nimmt im Februar moderat zu

   (NEU: Kommentare von Volkswirten) 

FRANKFURT (Dow Jones)–Die deutschen Verbraucherpreise sind im Februar stärker gestiegen als erwartet, gleichwohl blieb der Preisdruck moderat. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom Freitag kletterte der Preisindex auf Basis von Daten aus sechs Bundesländern um 0,6% gegenüber Januar. Die Jahresteuerung wurde auf 1,0% beziffert. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Anstieg der Preise um 0,3% auf Monatssicht und eine Steigerung um 0,8% binnen Jahresfrist prognostiziert.

Im Januar waren die Verbraucherpreise auf Monatsbasis noch um 0,5% gefallen, die Jahresteuerung hatte sich auf 0,9% gestellt. Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,7%, auf Jahressicht erhöhte er sich um 1,0%. Im Januar hatte die HVPI-Jahresrate bei 0,9% gelegen. Volkswirte sagten, der Anstieg der Jahresteuerung sei nur vorübergehend, die Jahresraten würden in den kommenden Monaten weiter sinken.

Der Anstieg binnen Monatsfrist sei maßgeblich auf die saisonübliche Preiserhöhung bei Pauschalreisen zurückzuführen, kommentierten die Statistiker die Zahlen. Die endgültigen Ergebnisse für Februar will Destatis am 10. März vorlegen.

Im Vergleich zum Januar war für die Mineralölprodukte eine unterschiedliche Preisbewegung zu beobachten: Kraftstoffpreise stiegen erneut um 0,9% bis 1,9%, während leichtes Heizöl um 5,7% bis 11,7% billiger angeboten wurde. Auf Jahressicht waren sowohl Kraftstoffe als auch Heizöl weiterhin deutlich billiger: Im Vergleich zum Februar 2008 lagen die Kraftstoffpreise in den sechs Ländern um 12,1% bis 13,9% und die Preise für leichtes Heizöl um 18,4% bis 29,4% niedriger.

Die Destatis-Zahlen mussten mit einem Tag Verspätung veröffentlicht werden, nachdem am Donnerstag wegen einer Datenpanne die statistischen Landesämter den Februar-Ausweis zweimal berechnen mussten.

Thomas Amend von HSBC Trinkaus sagte, im Jahresverlauf “dürfte der Preisdruck mit Blick auf das schwache konjunkturelle Umfeld weiter nachlassen, so dass zur Jahresmitte sogar eine negative Jahresteuerung wahrscheinlich ist”. Eine Deflation – also über längere Zeit und auf breiter Basis fallende Preise – erwarte er jedoch nicht. Vielmehr dürfte die Inflation in der zweiten Jahreshälfte “aufgrund von Basiseffekten wieder zwischen 1% und 2% liegen”. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Amend mit einer durchschnittlichen Teuerung von 0,7%.

Christian Lips von der NordLB sagte ebenfalls, die zur Jahresmitte negativen Jahresteuerungsraten seien nicht mit einer tatsächlichen deflationären Entwicklung gleichzusetzen. Auch er geht davon aus, dass sich die Teuerung ab Sommer wieder über der Rate von 1% bewegen wird. Die EZB dürfte aus seiner Sicht ähnliche Szenarien unterstellen. “Die Zinssenkung wird daher in der kommenden Woche mit 50 Basispunkten moderat ausfallen”, sagte der Volkswirt.

  -Von Andreas Plecko und Peter Trautmann, Dow Jones Newswires,
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February 27, 2009 07:25 ET (12:25 GMT)

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