AGENTURMELDUNGEN

13:51 | 17.11.2010
DJ UPDATE: Schaeffler arbeitet sich aus den roten Zahlen

DJ UPDATE: Schaeffler arbeitet sich aus den roten Zahlen

(NEU: durchgehend neu mit Details zu Schulden)


   Von Katharina Becker
   DOW JONES NEWSWIRES 

HERZOGENAURACH (Dow Jones)–Nach dem Krisenjahr 2009 arbeitet sich der durch die Übernahme von Continental hoch verschuldete fränkische Wälzlagerkonzern Schaeffler langsam aus den roten Zahlen und will schneller als erwartet zu alter Stärke zurückkehren. “Die Geschäfte haben sich in den ersten drei Quartalen sehr gut erholt”, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Schaeffler Gruppe, Jürgen Geißinger, am Mittwoch in Herzogenaurach. “Deshalb gehen wir davon aus, dass wir unsere selbstgesteckten Ziele vom Anfang des Jahres übertreffen werden.”

Verglichen mit dem schwachen Vorjahr wollen die Herzogenauracher 2010 ihren Umsatz nun um rund ein Viertel auf mehr als 9 Mrd EUR steigern. Damit überträfe Schaeffler sogar den Vorkrisenwert von 2008 von 8,9 Mrd EUR. Zuvor hatte sich der Familienkonzern Einnahmen von gut 8 Mrd EUR zugetraut, auch wenn Geißinger bereits bei Vorlage der Halbjahresergebnisse deutlich machte, dass er die Marke übertreffen wolle.

Auch in punkto Profitabilität will Schaeffler in diesem Jahr an alte Erfolge anknüpfen. Nachdem die Rendite (EBIT-Marge) im Krisenjahr 2009 auf rund 5% gefallen war, stieg sie in den ersten neun Monaten auf 16% und soll im Gesamtjahr bei etwa 15% liegen. Vom Umsatz dürften also vor Zinsen und Steuern mindestens 1,35 Mrd EUR als operativer Gewinn übrig bleiben. Dabei betrug das operative Ergebnis (EBIT) von Januar bis September nach Konzernangaben bereits 1,14 Mrd EUR.

Unter dem Strich stand bei den Franken, die Motor-, Getriebe-, Fahrwerksysteme und Lager für die Automobilbranche, Industrie sowie die Luft- und Raumfahrt herstellen, nach neun Monaten ein Minus von 113 Mio EUR. Dabei drückte vor allem der Verlust aus der Verwässerung des Anteils an Conti von 396 Mio EUR, nachdem der hoch verschuldete Großaktionär nicht an der Kapitalerhöhung Anfang des Jahres teilnahm und somit der direkt gehaltene Anteil von knapp 50% auf 42% gesunken war.

Auch beim Schuldenabbau kam Schaeffler voran – zumindest im laufenden Geschäft. Bis Ende September senkten die Herzogenauracher ihre Verbindlichkeiten bei den Banken auf 5,8 Mrd EUR von ursprünglich 7 Mrd EUR. Das sind jedoch nur die Darlehen, die auf dem operativen Geschäft lasten. In der darüber angesiedelten Schaeffler-Dachgesellschaft tickt eine Zeitbombe: Denn für die hier verbuchten 5 Mrd EUR Schulden zahlt Schaeffler weder Zinsen noch den Kredit ab. Da sich die Zinsen über die gesamten sechs Jahre ansammeln, führt der Zinseszinseffekt dazu, dass der Schuldenberg der Holding überproportional wächst.


   Webseite: www.schaeffler-gruppe.de 

   -Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires,
   +49 (0)69 29725 112, katharina.becker@dowjones.com
   DJG/kat/ebb 

(END) Dow Jones Newswires

November 17, 2010 07:51 ET (12:51 GMT)

Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.


Weitere Meldungen
09.02.2011 DJ UPDATE: Heidelberger Druck arbeitet sich aus der Verlustzone
02.02.2011 ROUNDUP: Kuka arbeitet sich aus den roten Zahlen
01.09.2010 Conti drückt Schaeffler in die roten Zahlen

 

NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

07:01 Uhr | 24.05.2012
Bosch will 2.000 neue Stellen in ...


21:03 Uhr | 23.05.2012
Haniel als Metro-Aufsichtsratschef ...


19:49 Uhr | 23.05.2012
Verschobene Flughafen-Eröffnung ...


18:59 Uhr | 23.05.2012
Möglicherweise weitere Probleme ...


17:30 Uhr | 23.05.2012
Liqui-Moly-Geschäftsführer nach ...