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14:00 | 26.02.2009
DJ UPDATE2: Allianz verbucht 2008 wegen Dresdner Milliardenverlust
DJ UPDATE2: Allianz verbucht 2008 wegen Dresdner Milliardenverlust (NEU: Weitere Zitate, Dresdner Bank, Hypo Real, S&P, Aktienkurs, Details, Hintergrund) Von Rüdiger Schoß DOW JONES NEWSWIRES MÜNCHEN (Dow Jones)–Belastet von der ehemaligen Tochter Dresdner Bank hat die Allianz SE im abgelaufenen Jahr einen überraschend hohen Verlust von 2,4 Mrd EUR verbucht. Zudem sorgte die Finanzmarktkrise für Umsatz- und Ertragseinbußen im Lebensversicherungs- und Vermögensverwaltungsgeschäft. Einen Ausblick wollte der Konzern am Donnerstag in München angesichts der herrschenden Unsicherheit nicht geben. Für 2008 kürzte er jedoch die Dividende stärker als vom Markt erwartet worden war. Mit 2,444 Mrd EUR Verlust schnitt die Allianz 2008 deutlich schlechter ab, als im Vorjahr, wo sie 7,966 Mrd EUR Nettogewinn erzielt hatte. Das operative Ergebnis sank zugleich auf 7,4 Mrd EUR von 10,3 Mrd EUR. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Nachsteuerverlust von 1,855 Mrd EUR und einem operativen Gewinn von 7,548 Mrd EUR gerechnet. Trotz der Verluste sieht sich die Allianz im Vergleich zu Mitbewerbern gut aufgestellt. Mit dem Ergebnis könne man nicht zufrieden sein, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Diekmann. Jedoch habe Allianz 2008 operativ zu den weltweit Besten im Versicherungssektor gehört. Die Kapitalbasis und die Solvabilität seien zudem weiterhin gut und solide. Die Solvabilitätsquote der Allianz betrug zum Jahresende nach Dresdner Bank und Dividende 161%. Aktuell liege sie bei 159%, sagte Controllingvorstand Helmut Perlet. Damit lag diese für die Finanzaufsichtsbehörden wichtige Kennzahl innerhalb des vom Konzern selbst gesetzten Zielkorridors von 150% bis 170%. Lange Gesichter könnte es hingegen bei der Dividende gegeben haben. Zwar hatten Analysten mit einer Kürzung auf 3,98 EUR von 5,50 EUR je Aktie gerechnet. Tatsächlich aber lautet der Dividendenvorschlag des Vorstands nur auf 3,50 EUR, um die Kapitalbasis zu stützen. Einen Ausblick auf das laufende Jahr wollte die Allianz SE nicht abgeben. “Eine der Leeren aus der Finanzkrise ist, dass Prognosen unmöglich geworden sind”, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Diekmann. Angesichts des “stärksten Wirtschaftsabschwungs seit Jahrzehnten” seien “zuverlässige Aussagen über Erträge im Jahr 2009 nicht möglich”, sagte er. “Die schwierigen Bedingungen am Kapitalmarkt werden auch 2009 anhalten.” Aus Analystensicht enttäuschend habe sich auch das vierte Quartal entwickelt. Das Vorsteuerergebnis der Allianz zeigte statt der erwarteten 0,148 Mrd EUR Gewinn einen Verlust von 0,187 Mrd EUR. Im Vorjahreszeitraum war hier noch ein Plus von 1,83 Mrd EUR ausgewiesen worden. Der Nachsteuerverlust fiel mit 3,111 (Vj: 0,665) Mrd EUR deutlicher schlechter aus, als von den Analysten prognostiziert. Sie hatten im Schnitt mit 2,533 Mrd EUR gerechnet. Vergleichsweise krisenfest zeigte sich dagegen das Schaden- und Unfallgeschäft, die größte Sparte der Allianz SE. Die Schadenkostenquote im Schaden- und Unfallgeschäft stieg auf 95,8% (Vj: 90,9%) und traf damit genau die Markterwartung. Das operative Ergebnis der Sparte sank im letzten Jahresviertel wegen hohen Preisdrucks auf 1,238 Mrd EUR von 1,651 Mrd EUR. Das Leben- und Krankenversicherungsgeschäft stand hingegen unter dem Eindruck der Krise. Das operative Ergebnis fiel im vierten Quartal auf Minus 0,304 Mrd EUR nach plus 0,614 Mrd EUR. Das fortgesetzten Bankgeschäft der Oldenburgischen Landesbank fiel auf 25 Mio EUR ins Minus nach plus 4 Mio EUR im vierten Quartal 2007. Im Asset Management sank der operative Gewinn auf 0,218 Mrd nach 0,392 Mrd EUR. Beim Bereich Corporate betrug das Periodenergebnis -0,409 Mrd nach -0,076 Mrd EUR. Das operative Ergebnis bei der Leben- und Krankenversicherung sackte im Gesamtjahr auf 1,206 Mrd von 2,995 Mrd EUR. Hintergrund war nicht nur ein Prämienrückgang um fast 10% auf 45,6 Mrd EUR. Besonders machten sich der Rückgang bei fondsgebundenen Produkten, dem rückläufigen Anlageergebnis. Der Rückgang im Anlageergebnis der Lebensversicherung überrasche in diesem volatilen Markt nicht, sagte Controllingvorstand Helmut Perlet. “Er war aber im vierten Quartal weit überdurchschnittlich.” Die seit Januar diesen Jahres zur Commerzbank AG gehörende Dresdner Bank AG belastete die Allianz-Bilanz 2008 noch mit 6,4 Mrd EUR. Der Gesamtverlust zum 12. Januar 2009 betrage 6,8 Mrd EUR, sagte Controllingvorstand Perlet, im ersten Quartal werde eine weitere Belastung von 400 Mio EUR verbucht. Aber auch nach dem Verkauf wird es bei der Allianz SE zu weiteren Belastungen kommen. Die im Gegenzug übernommenen Aktien der Commerzbank (13,8% des Grundkapitals) stünden mit 4,56 EUR in den Büchern, sagte Perlet. Da sich die Allianz nicht gegen Kursverluste abgesichert habe, könne sich jeder den Abschreibungsbedarf selbst ausrechnen. Am frühen Nachmittag wurden Commerzbank-Aktien auf Xetra zu 2,82 EUR gehandelt. Abschreibungen in zweistelliger Millionenhöhe brachten der Allianz zudem unbesicherte Schuldtitel der Hypo Real Estate Holding für nominal 230 Mio EUR ein. Darauf seien Impairments notwendig geworden, sagte Achleitner am Donnerstag in München. Zuvor hatte er gesagt, es sei die Abschreibung eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrags notwendig geworden. Die Allianz halte aber keine Aktien der Hypotheken- und Pfandbriefbank, die im Zuge der Finanzmarktkrise durch risikoreiche Investments ihre Tochter Depfa in Schwierigkeiten geraten war. Auf dem DAX-Kurszettel setzten sich die Aktien der Allianz an die Spitze der Gewinner. Gegen 13.39 Uhr wurde der Titel um 11,43% fester mit 54,77 EUR gehandelt, während der DAX lediglich mit Plus 1,98% notiert wurde. Es werde sicher positiv zur Kenntnis genommen, dass das Kapitel Dresdner Bank für die Allianz ein Ende hat, hieß es aus Marktkreisen. Zugleich sollte man nicht vergessen, dass Allianz in den vergangenen Tagen mehr als 30% an Wert verloren haben. Die Allianz habe mit ihrem operativen Ergebnis im vierten Quartal die Erwartungen erfüllt, sagte Christian Muschick, Analyst bei equinet. Der Gesamtertrag fiel mit 23 Mrd EUR etwas besser als erwartet aus. Analysten hatten einen Rückgang auf 22,395 Mrd von 22,506 Mrd EUR prognostiziert. Das Sach- und Haftpflichtgeschäft und die Vermögensverwaltung hätten zwar schwächer abgeschnitten als erwartet, das Leben- und Krankenversicherungsgeschäft sei dagegen überraschend besser gelaufen. Der Ausblick sei “vage”, die Dividendenkürzung unter den aktuellen Umständen aber in Ordnung. Die Dividendenrendite liege noch immer bei etwa 7%, merkte Muschick an. Die Ratingagentur Standard & Poor's bestätigte ihre Ratings und ihren Ausblick für die Allianz SE. Der Finanzkonzern habe die Finanzmarktkrise relativ gut durchgestanden. Die Agentur verwies zudem auf die Kapitalbasis und die zugrunde liegende, starke Ergebnissituation des Konzerns. Webseite: http://www.allianz.de -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/roa Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de (END) Dow Jones Newswires February 26, 2009 08:00 ET (13:00 GMT) Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc. |
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