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16:42 | 13.05.2009
DJ UPDATE2: Metro erteilt Karstadt-Übernahme erneut Absage
DJ UPDATE2: Metro erteilt Karstadt-Übernahme erneut Absage (NEU: Weitere Aussagen Cordes) Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES DÜSSELDORF (Dow Jones)–Der Handelskonzern Metro hat keine Pläne, die Warenhaustochter Karstadt von der in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Arcandor AG zu kaufen. Fragen nach Gesprächen mit deren Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick über eine Übernahme verneinte er am Mittwoch auf der Hauptversammlung erneut. Nichtsdestotrotz werde Metro die Entwicklung um Arcandor aufmerksam beobachten, so Cordes. Dies sei die unternehmerische Pflicht als Wettbewerber. Wichtig sei, dass Metro bei anstehenden Gesprächen nicht übergangen werde, ergänzte ein Sprecher. Man sei zu seriösen Gesprächen mit der Politik zur Zukunft des deutschen Warenhauses bereit. Die bedeute aber nicht, dass Metro sich an möglichen Rettungsplänen für Arcandor beteilige.Cordes wiederholte auf der Hauptversammlung seine Kritik an einer möglichen Staatshilfe für Arcandor. Die sei “eine uns benachteiligende Intervention, die ordnungspolitisch fragwürdig ist”. Dies werde Metro in geeigneter Form deutlich machen. Die Essener Arcandor AG hatte zuvor angekündigt, in Kürze einen Antrag auf Staatshilfe zu stellen. Der hochverschuldete Konkurrent mit seinen drei Säulen Karstadt, Primondo und Thomas Cook muss bis Mitte Juni 650 Mio EUR refinanzieren und benötigt zusätzlich 900 Mio EUR für ein weiteres Sanierungsprogramm. Metro betrachtet ihr eigenes Warenhausgeschäft Kaufhof nicht mehr als Kernsegment, da sich das Geschäft nicht international weiterentwickeln lässt. Seit geraumer Zeit wird immer wieder über ein Zusammengehen von Kaufhof und Karstadt spekuliert. Galeria Kaufhof hebe sich klar von den Wettbewerbern ab, sagte Cordes. “Wir haben frühzeitig die Weichen richtig gestellt und mit harter Arbeit dieses Unternehmen äußerst profitabel weiterentwickelt.” Zur Zukunft von Kaufhof sagte Cordes: “Wir sind in einer entspannten Situation”. Man werde den Kaufhof “nicht verscherbeln”. Zu weiteren Entwicklung der Metro-Gruppe übte sich der Vorstandsvorsitzende trotz Wirtschaftskrise und sinkender Kauflust der Konsumenten in Zuversicht: “Trotz trüber Aussichten für die Gesamtwirtschaft sind die Perspektiven für unser Unternehmen keineswegs Besorgnis erregend”, sagte Eckhard Cordes. In den Handelssegmenten der Metro habe es nachfrageseitig in den vergangenen Jahren keine extreme Ausschläge nach oben gegeben. “So gab und gibt es heute keine dramatischen Ausschläge nach unten.” Das Jahr 2009 werde “herausfordernd” aber keine Katastrophe. Eine detaillierte Prognose gab Cordes erneut nicht ab. Metro hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang auf 403 (825) Mio EUR hinnehmen müssen, der auch der anhaltenden Restrukturierung geschuldet war. Belastungen aus der Straffung des Real-Filialnetzes sowie die Abgabe der Adler-Modemärkte schlugen negativ zu Buche. Auch in das laufende Jahr war Metro schwach gestartet und verbuchte einen Nettoverlust nach Minderheiten von 100 Mio EUR, was der Konzern vor allem mit Währungs- und Kalendereffekten begründet hatte. Der April mit dem wichtigen Ostergeschäft habe sich positiv entwickelt, berichtet Cordes den Aktionären. Das Ostergeschäft sei sogar leicht besser gelaufen als im Vorjahr. Die Kumulation der ersten vier Monate zeige, “dass wir keinen Strömungsabriss bei der Metro Group haben”. In Deutschland schlage sich Metro in einem schwierigen Umfeld gut. Das Unternehmen setze sich von der allgemeinen Marktentwicklung im deutschen Handel ab. Zum Osteuropageschäft, das in den vergangenen Monaten insbesondere unter einem erheblichen Währungsverfall gelitten hatte, sagte Cordes, die Region werde zu alter Stärke zurückfinden. Gleichzeitig werde die Krise unweigerlich zu Marktbereinigungen insbesondere in Osteuropa führen. Diese werde Metro zur Stärkung der eigenen Position nutzen. Im bereits schwierigen Jahr 2008 sei der Umsatz der Metro in der Region um mehr als 15% und das Ergebnis um 28% gewachsen. Daran werde der Konzern über kurz oder lang anknüpfen. Ähnlich positiv sei das Asiengeschäft einzuschätzen. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise verteidigte Cordes die Einsetzung des Effienzienzprogramms “Shape 2012″, das bis zu 1,5 Mrd EUR Ergebnispotenzial heben soll. “Genau jetzt” sei der richtige Zeitpunkt, betonte Cordes. Die Krise leuchte auch die bislang verdeckten Schwachstellen im Konzern aus. Dabei handele Metro aus eigener Stärke. Metro will unter anderem den Einkauf dezentralisieren, die eigene Einkaufsgesellschaft Metro Buying Group soll aufgelöst und die Vertriebslinien überprüft werden. Die Vertriebslinien erhalten außerdem die Verantwortung für das operative Geschäft, ein neues Führungsmodell soll für mehr Markt- und Kundennähe führen. Zudem gibt es zentrale Renditevorgaben. Die Immobilien werden als eigener Bereich geführt. Bis Ende Juni würden alle Mitarbeiter wissen, wo sie in Zukunft für die Metro arbeiteten, erklärte Cordes. Dabei werde ein Stellenabbau unumgänglich sein. “Wir werden alles tun, um ihn so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.” Früheren Angaben zufolge betrifft der Umbau 15.000 Stellen. Webseite: http://www.metrogroup.de -von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 119, consumer.de@dowjones.com DJG/nas/cbr (END) Dow Jones Newswires May 13, 2009 10:42 ET (14:42 GMT) Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc. |
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