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13:13 | 17.03.2010
DJ UPDATE2: Metro erwartet Gewinnplus – Umbau trägt erste Früchte
DJ UPDATE2: Metro erwartet Gewinnplus – Umbau trägt erste Früchte (NEU: Details von der Bilanzpressekonferenz, Hintergrund) Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES DÜSSELDORF (Dow Jones)–Der Handelskonzern Metro blickt nach dem Krisenjahr 2009 optimistisch nach vorne und hat seine mittelfristige operative Ergebnisprognose angehoben. Dazu beitragen soll das Restrukturierungsprogramm “Shape 2012″, welches bereits 2009 eine dreistelligen Millionenbetrag zum Ergebnis beisteuerte und so die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Ergebnis zumindest abmildern konnte. Der Konzern will den Umbau, der zu erheblichen Änderungen der Konzernstruktur führt, nun weiter vorantreiben, um die Effektivität zu steigern und weitere Einsparungen zu realisieren. Die Portfoliostrategie soll davon unberührt bleiben. Die Verwaltungsfunktionen von Metro AG und Metro Cash & Carry sollen weitgehend integriert und somit Kosteneinsparungen realisiert werden, kündigte Metro am Dienstagabend an. Wie hoch die Einsparungen sein dürften, konnte Vorstandsvorsitzender Eckhard Cordes auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch, die aufgrund der Neuigkeiten um die Veränderung der Konzernstruktur vorgezogen worden war, noch nicht beziffern. Bei Cash & Carry soll es künftig zwei Bereiche geben, Europa/MENA sowie Asien/Neue Märkte, um den unterschiedlichen regionalen Marktanforderungen Rechnung tragen. Für die Umsetzung entstehen keine zusätzlichen Aufwendungen. Diese sind bereits in der Planung des “Shape”-Programmes berücksichtigt worden. Die Portfolio-Strategie bleibe von der neuen Konzernstruktur unberührt, betonte Cordes. Der Umbau bedeute nicht, “dass wir morgen Real verkaufen”. “Wir sind sehr zufrieden mit Real. Die Restrukturierung verläuft absolut im Plan”, sagte Cordes. Sowohl hinsichtlich der Strukturen als auch hinsichtlich der Besetzung blieben die Vertriebslinien Real, Media Markt/Saturn, Galeria Kaufhof sowie Immobilien unverändert. Wie bereits bekannt, wird Vorstandsmitglied Frans Muller den Bereich Asien/Neue Märkte leiten. Joel Saveuse, der die Führung der Europa-Einheit übernimmt, bleibe zugleich als Vorstand für Real verantwortlich. Es war am Vortag spekuliert worden, dass der Umbau daraufhin deuten könnte, dass Metro sich künftig auf zwei Geschäftsfelder – Cash & Carry sowie das Elektronikgeschäft Media Markt/Saturn konzentrieren wolle. Der Kaufhof gehört bei der Metro nicht zum Kerngeschäft, weil er sich dem Konzern zufolge als rein deutsche Unternehmung nicht internationalisieren lässt. Diese Position bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Cordes am Mittwoch erneut. Bereits einmal hatte Metro mit den Vorbereitungen für einen Verkauf begonnen, dies dann aber aufgrund der sich damals schon abzeichnenden Wirtschaftskrise auf Eis gelegt. Auch eine von Metro gewünschte Zusammenlegung mit Warenhäusern der im vergangenen Frühjahr bereits kurz vor der Insolvenz stehenden Arcandor-Tochter Karstadt kam nicht zu Stande. Metro ist im aktuellen Bieterprozess um die Karstadt Warenhaus GmbH nicht dabei, da der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg Karstadt nur als Ganzes verkaufen will. Die Gespräche mit mehreren Investoren hatte Görg erst zu Anfang der Woche “fortgeschritten” genannt. “Ich gehe nicht davon aus, dass wir Karstadt-Filialen in den Kaufhof integrieren können”, so Cordes. Er könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht einmal sagen, ob er noch an einzelnen Filialen interessiert sei, sagte Cordes auf die Frage, ob sich das Thema Karstadt für Metro damit erledigt habe. Kaufhof brauche auch keinen strategischen Partner, sondern könne alleine operieren. Nichtsdestotrotz steht der Kaufhof bei Metro zur Disposition, auf einen Zeitpunkt wollte sich Cordes aber nicht festlegen. “Wir werden den Kaufhof erst dann verkaufen, wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist und der Preis stimmt”, betonte der Manager. Bei einem Verkauf stehe Metro nicht unter Druck, so Cordes. Der Kaufhof habe sich 2009 erfreulich entwickelt und werde dies auch 2010 tun. Der Konzernumbau soll die Ertragskraft des Konzerns stärken. Mit “Shape 2012″ will Metro ein Ergebnisverbesserungspotenzial von insgesamt 1,5 Mrd EUR heben, davon entfallen rund 800 Mio EUR auf Kosteneinsparungen, der Rest auf Produktivitätsverbesserungen. So wurde unter anderem bereits der Einkauf dezentralisiert. Der wesentliche Teil der Maßnahmen zielt auf Cash & Carry und Real. Im Zuge dessen wurden zudem bereits mehrere tausend Stellen abgebaut. “Shape” soll sukzessive positiv zum Ergebnis beitragen und ab 2012 vollständig wirken. Mittelfristig strebt der Konzern beim EBIT vor Sonderfaktoren nun ein Wachstum von mehr als 10% pro Jahr an. Bislang lag die Zielmarke bei mehr als 8%. Vor allem durch die “Shape”-Beiträge erwartet die Metro im laufenden Jahr ein EBIT vor Sonderfaktoren “spürbar” über dem Vorjahresergebnis von 2,024 Mrd EUR. Das Ausmaß der Ergebnisverbesserung hänge jedoch wesentlich von der Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab, so Cordes. Das mittelfristige Umsatzziel von einem Plus von mehr als 6% bestätigte der Konzern. 2010 werde das Wachstum jedoch unter dieser Zielmarke liegen, aber über dem Wert des Vorjahres von 65,5 Mrd EUR. Neben der gesamtwirtschaftlichen Lage macht Metro dafür auch die geringere Anzahl von Neueröffnungen in den Jahren 2009 und 2010 verantwortlich. Der Ergebnisbeitrag von “Shape” belief sich 2009 auf 204 Mio EUR. Den möglichen Beitrag im laufenden Jahr bezifferte Cordes auf 500 Mio EUR. 2010 erwartet Metro weitere Belastungen aus dem Programm, die mit rund 170 Mio EUR jedoch “deutlich” unter dem Niveau des Vorjahres von 343 Mio EUR liegen sollen, wie Finanzvorstand Olaf Koch erklärte. Der Löwenanteil der Kosten für das Programm sei 2008 und 2009 verbucht worden, sagte Cordes. 2009 hatte Metro einen Rückgang des Nettoergebnisses auf 383 (401) Mio EUR hinnehmen müssen, bereinigt um Sonderfaktoren vor allem im Zusammenhang mit “Shape” stieg es hingegen um 21,4% auf 686 Mio EUR. Der Umsatz sank um 3,6% auf 65,5 Mrd EUR. Vor allem Abwertungseffekte der Währungen in Osteuropa im Zuge der Wirtschaftskrise machten dem Konzern zu schaffen. Währungsbereinigt erreichte Metro ein Plus von 0,2%. “Es war ein brutales Jahr”, bilanzierte Cordes. Besonders betroffen von der Krise war das Großhandelsgeschäft Cash & Carry, dessen Umsatz im vergangenen Jahr um 7,6% auf 30,6 Mrd EUR sank. Neben Wechselkursbelastungen machten sich auch Preiseffekte sowie die Kaufzurückhaltung bei Nicht-Lebensmitteln in Osteuropa negativ bemerkbar. Das bereinigte EBIT war im größten Metro-Geschäftsbereich um 17,8% auf 936 Mio EUR rückläufig. Dagegen konnten Real, Media Markt/Saturn sowie Galeria Kaufhof ihr bereinigtes operatives Ergebnis im vergangenen Jahr steigern. Vor allem bei der SB-Warenhauskette Real machte sich die laufende Restrukturierung positiv bemerkbar. Das Elektronikgeschäft Media Markt/Saturn setzte seinen Wachstumskurs trotz der schwierigen Situation in Osteuropa weiter fort. Insgesamt will der Konzern seine Expansion wieder intensivieren. Der Schwerpunkt liege dabei auf Osteuropa und Asien. So sollen im laufenden Jahr etwa 30 Cash & Carry-Märkte, 5 Real-Märkte und rund 60 Läden bei Media Markt/Saturn eröffnet werden. 2009 hatte Metro insgesamt 80 Märkte eröffnet. Webseite: www.metrogroup.de -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 119, consumer.de@dowjones.com DJG/nas/has Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de (END) Dow Jones Newswires March 17, 2010 08:13 ET (12:13 GMT) Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc. |
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