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11:05 | 03.11.2009
DJ UPDATE2: “Shape 2012″ trägt bei Metro erste Früchte

DJ UPDATE2: “Shape 2012″ trägt bei Metro erste Früchte

(NEU: Weitere Details, Marktreaktion)


Von Natali Schwab

DOW JONES NEWSWIRES


DÜSSELDORF (Dow Jones)–Die Metro AG hat im dritten Quartal 2009 erneut das schwierige Marktumfeld zu spüren bekommen. Vor allem Währungs- und Preiseffekte wirkten sich negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. Im Vergleich zum ersten Halbjahr sieht das Unternehmen jedoch eine erhebliche Trendverbesserung, das EBIT vor Sonderfaktoren entwickelte sich dank erster positiver Effekte aus dem Programm “Shape 2012″ stabil.

Der Umsatz fiel im Berichtsquartal um 15,594 (16,343) Mrd EUR, wie der Düsseldorfer Handelskonzern am Dienstag mitteilte. Währungsbereinigt verzeichnete die Metro ein Minus von 0,1%. In den ersten neun Monaten wurde dagegen ein währungsbereinigtes Plus von 0,3% erzielt.

In Deutschland habe der Handelskonzern besser als der Gesamtmarkt abgeschnitten. Einige Länder Osteuropas und Asiens hätten sich in der Umsatzentwicklung in Landeswährung “sehr solide” gezeigt, berichtete das Unternehmen.

Das EBIT vor Sondereffekten – die von Metro bevorzugte Kennziffer für die Ergebnisentwicklung – blieb trotz Umsatzrückgang mit 357 (361) Mio EUR nahezu stabil. “Shape” habe erste positive Effekte gezeigt, sagte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes. So trug das Programm in den ersten neun Monaten 100 Mio EUR zum EBIT bei, davon 70 Mio EUR im dritten Quartal. Der Großteil resultiere vor allem aus Einsparungen, insbesondere im Personalbereich durch den Abbau durch 4.900 Stellen.

Für das Shape-Programm fielen im Quartal Aufwendungen von insgesamt 34 Mio EUR an. Dies wirkte sich unter anderem negativ auf das Nettoergebnis aus, welches auf 72 (183) Mio EUR fiel. Per Ende September betrugen die Sonderaufwendungen 135 Mio EUR. Insgesamt würden sich die Belastungen durch Shape auf rund 650 Mio EUR belaufen, bekräftigte Metro, davon 350 Mio EUR 2009.

Das Ergebnisverbesserungspotenzial sieht Metro wie bekannt bei 1,5 Mrd EUR jährlich, davon sollen 800 Mio EUR aus Kosteneinsparungen entfallen. Der wesentliche Teil der Einsparungen entfällt auf Cash & Carry und Real und wird den Angaben zufolge voraussichtlich schon bis 2011 realisiert.

Nichts Neues gab es zum Thema Karstadt. Cordes bekräftigte das grundsätzliche Interesse des Handelskonzerns an Häusern der insolventen Arcandor-Tochter. Vorbedingung für ein mögliches Angebot sei jedoch ein Einblick in die Bücher von Karstadt. Bislang habe die Metro vom Insolvenzverwalter des Essener Konzerns keine Informationen erhalten.

Die Vertriebslinien entwickelten sich im Berichtszeitraum unterschiedlich. Insbesondere die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn haben sich mit einem weiteren Wachstum positiv entwickelt, wie Metro berichtet. Auch das Turnaround-Programm von Cash & Carry Deutschland zeige erste Erfolge in der Ergebnisentwicklung im dritten Quartal. Negative Währungseffekte sowie deflationäre Tendenzen insbesondere im Lebensmittelbereich wirkten sich hier jedoch negativ aus. Eine Konsumzurückhaltung machte sich zudem insbesondere im Non-Food-Bereich bemerkbar.

Auch das SB-Warenhausgeschäft Real sowie die Warenhäuser der Galeria Kaufhof mussten weitere Umsatzeinbußen hinnehmen. Kaufhof litt dabei insbesondere unter dem warmen Wetter, das sich negativ auf den Verkauf der Herbst-/Winterware auswirkte. Dennoch hätten die Warenhäuser dabei im dritten Quartal weitere Marktanteile gewonnen und insgesamt ein positives EBIT erzielt.

Bei Real machte sich der Preiskampf mit den Discountern im Lebensmittelbereich negativ bemerkbar. Dagegen sei die Kundenfrequenz gestiegen, hieß es. Das operative Ergebnis wurde dennoch verbessert, der Quartalsverlust reduziert.

Die geplante Schließung von 33 Real-Märkten in Deutschland soll bis Juni 2010 abgeschlossen werden. In diesem Jahr wurden acht Märkte abgegeben, davon wurden fünf im dritten Quartal verkauft, sagte der Vorstandsvorsitzende Cordes. Damit liege Metro etwas hinter dem Zeitplan. Der Handelskonzern strebe dabei möglichst einen Verkauf der unprofitablen Häuser an.

Zur weiteren Geschäftsentwicklung äußerte sich Metro erneut zurückhaltend. Einen Ausblick für 2009 gab es erneut nicht. Für das vierte Quartal sei nicht von einer wesentlichen Trendverbesserung auszugehen. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld werde insbesondere in Europa weiter herausfordernd bleiben. Eine verlässliche Prognose für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sei nicht möglich, so Cordes.

Die Kosteneinsparungen sowie Investitionskürzungen sollen die Auswirkungen auf das EBIT vor Sonderfaktoren “soweit wie möglich abmildern”. Mittelfristig hält Metro an dem Ziel fest, ein jährliches Wachstum von mehr als 8% beim EBIT vor Sonderfaktoren zu erreichen.

Der Markt nahm die Zahlen freundlich aus. “Sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Gewinnseite besser als von mir und dem Markt erwartet”, sagte etwa WestLB-Analyst Thomas Rosenke. Besonders gut habe ihm der operative Cashflow gefallen, der verglichen mit dem Vorjahresquartal gestiegen sei.

Der Ausblick auf das vierte Quartal sei freilich verhalten und das Unternehmen halte sich für das Schlussvierteljahr alles offen. “Das ist zwar verständlich, beinhaltet meiner Ansicht nach aber eine leicht negative Prognose”.

Die Aktie gewann am späten Vormittag knapp 2,5,% auf 38,43 EUR


   Webseite: www.metrogroup.de
   -von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 119,
   consumer.de@dowjones.com
   DJG/nas/brb

(END) Dow Jones Newswires

November 03, 2009 05:05 ET (10:05 GMT)

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