- Finanzportal financial.de – Aktien – Börse – Kurse – Rohstoffe - http://www.financial.de -

DJ Wall Street weitet Verluste im Verlauf aus – SanDisk haussieren

DJ Wall Street weitet Verluste im Verlauf aus – SanDisk haussieren

NEW York (Dow Jones)–Auch nach der Rettungsaktion der US-Notenbank für den taumelnden Versicherungskonzern American International Group (AIG) belastet die Sorge über die Stabilität des US-Finanzsystems die Wall Street und drückt die bedeutenden Aktienindizes am Mittwoch im Verlauf des frühen Geschäfts immer tiefer ins Minus. Gleichzeitig hat sich der Spread zwischen den Futures auf dreimonatige Staatsanleihen und dreimonatige Eurodollar-Kontrakte so stark ausgeweitete wie seit Oktober 1987 nicht mehr. “Dieser TED ist nicht nur ein Maß für das Vertrauen der Investoren, sondern verursacht auch ganz handfeste Finanzierungsengpässe”, sagt ein Händler.

Auch die bereits vor der Eröffnungsglocke an den US-Börsen veröffentlichten jüngsten Zahlen zum Quell des Ungemachs, dem Immobilienmarkt der größten Volkswirtschaft der Welt, waren nicht dazu angetan, die Stimmung der Börsianer aufzuhellen. So ist die Zahl der Neubaubeginne im August um 6,2% eingebrochen. Volkswirte hatten im Mittel ihrer Prognosen lediglich mit einem Rückgang um 1,6% gerechnet.

Vor diesem Hintergrund sinkt der Dow-Jones-Index bis 17.17 Uhr MESZ um 2,5% oder 273 Punkte auf 10.786. Für den marktbreiteren S&P-500-Index geht es um 2,9% bzw 36 Zähler auf 1.179 nach unten. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index fällt um 3,2% oder 70 Stellen auf 2.138.

Besonders herb fallen die Abschläge abermals im Finanzsektor aus. Im Schnitt verlieren die Banken 4,6%, Handelshäuser geben im Mittel um 5% nach, Versicherungen um 1,6%. Dabei brechen AIG abermals um 41,1% auf 2,22 USD ein. “Die Rettung von AIG hat eigentlich nur noch einmal verdeutlicht, wie angeschlagen das Finanzsystem tatsächlich ist. Von Entwarnung kann daher noch lange keine Rede sein. Darüber hinaus dürften die AIG-Aktionäre nach der Übernahme der Kontrolle über das Unternehmen hinten runter fallen”, sagt ein Marktteilnehmer.

Für Morgan Stanley geht es um 16,7% auf 23,84 USD nach unten. Die Investmentbank hat am Dienstagabend überraschend ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt und mit einem Gewinn von 1,44 USD je Aktie den Analystenkonsens von 0,79 USD je Aktie übertroffen. Allerdings belasten Spekulationen, das Haus könne sich analog zu Merrill Lynch ebenfalls selbst zum Verkauf stellen, die Papiere.

Im Plus notieren hingegen Aktien aus als eher defensiv geltenden Branchen. So verteuern sich die Titel des Konsumgüterherstellers Johnson & Johnson um 0,7% auf 70,30 EUR, für den Pharmariesen Pfizer geht es um 0,4% auf 17,87 USD nach oben. Deutlich besser als der breite Markt entwickeln sich auch die Papiere aus dem Goldsektor, die im Schnitt um 6,0% anziehen.

Unter dem Aspekt von Nachrichten zu Einzelunternehmen geht es auch für Adobe kräftig nach oben. Der Hersteller von Software wie Photoshop hat mit seinem Zahlenwerk zum dritten Quartal die Erwartungen übertroffen und einen überraschend positiven Ausblick auf die kommenden drei Monate gegeben. Die Aktien legen vor diesem Hintergrund um 3,5% auf 39,48 USD zu.

Noch deutlicher fallen die Aufschläge beim Flash-Speicherhersteller SanDisk aus. Das Unternehmen hat ein Übernahmeangebot des südkoreanischen Elektronikriesen Samsung von 26 USD je Aktie zurückgewiesen. SanDisk sei damit unterbewertet, hieß es zur Begründung. Die Hoffnung auf eine nachgebesserte Offerte lässt SanDisk um 43,8% auf 21,64 USD steigen.

Hingegen brechen Nortel Networks um 40,0% auf 3,19 USD ein, nachdem der Netzwerkausrüster seine Prognose für das Gesamtjahr kassiert hat.

   DJG/DJN/jej/flf 

(END) Dow Jones Newswires

September 17, 2008 11:23 ET (15:23 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.

Kontakt: financial.de AG Seitzstrasse 23 80538 München Telefon: 089 / 210298 -0 Telefax: 089 / 210298 -49 E-Mail: info@financial.de

Copyright © 2012 www.financial.de. Alle Rechte vorbehalten.