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DJ XETRA-SCHLUSS/Finanzkrise verhagelt Wochenauftakt

DJ XETRA-SCHLUSS/Finanzkrise verhagelt Wochenauftakt

FRANKFURT (Dow Jones)–Die Ungewissheit über das Ende und Ausmaß der internationalen Finanzkrise hat zum Wochenauftakt einmal mehr auch die deutschen Aktien belastet. Der DAX ging mit einem Verlust von 0,7% oder 45 Punkten auf 6.297 aus dem Handel. Er konnte also die 6.300er Marke nicht ganz halten. In den USA verbuchten zum Xetra-Schluss die Papiere von Banken, Versicherern und Investmenthäusern erneut teils hohe Verluste.

Hinzu kam, dass in London die umsatzstärkste Börse Europas wegen des “Summer Bank Holiday” geschlossen war. Dies wirkte sich laut Händlern bremsend aus: “Aus London geht ein Großteil der Orders auch für den deutschen Markt ein”, sagte ein Händler. Dies spiegele sich in den Umsätzen wider: Wurden am Freitag noch 104,6 Mio DAX-Aktien im Wert von insgesamt 4,17 Mrd EUR gehandelt, so waren es am Montag lediglich 60,6 Mio Aktien im Volumen von 2,06 Mrd EUR.

Neue Konjunkturdaten aus den USA waren am Nachmittag bestenfalls gemischt ausgefallen. So gab der Indikator für die Wirtschaftsaktivität der Notenbank von Chicago im Juli auf -0,67 nach von -0,59 im Juni. Damit deute der Index unverändert auf Rezession hin, merkte ein Beobachter an. Die gestiegenen US-Hausverkäufen im Juli wurden ebenfalls nicht als Entwarnung für den so wichtigen Immobilienmarkt gewertet, zumal die bezahlten Preise weiter rückläufig waren.

Nachrichtliche Impulse zu einzelnen Aktien waren dünn gesät. Während Commerzbank um 1,7% auf 20,16 EUR nachgaben, stiegen Allianz um 0,5% auf glatt 108 EUR. In der “Welt am Sonntag” wird eine mögliche Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank thematisiert, wobei die Allianz in diesem Szenario eine 30%-Beteiligung an dem neuen Institut halten würde. Sollte die Commerzbank tatsächlich die Dresdner Bank kaufen, müsste sie sich zur Finanzierung laut Händlern möglicherweise von Beteiligungen trennen. Die Aktien von Linde, an der die Commerzbank ein Paket von knapp 10% hält, verloren 2,5% auf 82,91 EUR.

Lufthansa schlossen trotz des im Tagesverlauf kontinuierlich fallenden Ölpreises 0,4% leichter bei 14,39 EUR. Die Deutsche Lufthansa hat erstmals offiziell ihr Interesse an einer Übernahme der Austrian Airlines bekannt gemacht. Laut Händlern deckt sich dieser Schritt mit den Erwartungen. Kreisemeldungen zufolge hat die Lufthansa unterdessen den Kerosinzuschlag gesenkt.

Um Infineon rankte sich einmal mehr das Gerücht, Micron Technologies könne den DRAM-Hersteller Qimonda übernehmen, an dem Infineon mit 77,47% beteiligt ist. Infineon verteuerten sich um 1,7% auf 6,04 EUR. Siemens büßten dagegen 1,6% auf 73,58 EUR ein. Vor einer Entscheidung über Strafzahlungen in den USA wegen Schmiergeldzahlungen sei die Aktie weiterhin mit Risiken behaftet, sagten Händler.

Bei adidas nahmen Anleger nach den starken Kursgewinnen von Mitte Juli bis Mitte August weitere Gewinne mit, die Aktie büßte 2% auf glatt 39 EUR ein. Zurückhaltung übten Investoren auch bei Stahlwerten. ThyssenKrupp verloren 1,6% auf 33,40 EUR, Salzgitter 1,4% auf 101,91 EUR und Klöckner & Co 2,5% auf 26,01 EUR.

-Von Benjamin Krieger, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 219,
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August 25, 2008 12:05 ET (16:05 GMT)

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