17:11 | 31.08.2010
dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 31.08.2010 – 17.05 Uhr
Japan: Industrieproduktion steigt im Juli unerwartet
TOKIO – Japans Industrieproduktion ist im Juli unerwartet gestiegen. Wie die
Regierung am Dienstag auf vorläufiger Basis mitteilte, erhöhte sich der Ausstoß
im Juli zum Vormonat leicht um saisonbereinigt 0,3 Prozent. Ökonomen hatte einen
leichten Rückgang erwartet. Für den laufenden Monat erwarten die vom Ministerium
befragten Unternehmen einen Anstieg um 1,6 Prozent, gefolgt von 0,2 Prozent im
September. Es gebe Anzeichen für ein Stagnieren, hieß es.
Deutschland: Erwerbstätigkeit erneut gestiegen
WIESBADEN – In Deutschland ist die Erwerbstätigkeit im Juli weiter
gestiegen. Auf Jahressicht sei die Beschäftigung um 0,4 Prozent oder 141.000
Personen auf 40,2 Millionen geklettert, teilte das Statistische Bundesamt am
Dienstag in Wiesbaden mit. Es ist der dritte Anstieg in Folge: Im Mai hatte die
Erwerbstätigenzahl 0,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat gelegen, im Juni lag
das Plus bei 0,3 Prozent.
Italien: Unternehmensvertrauen hellt sich im August überraschend deutlich auf
ROM – In Italien hat sich die Unternehmensstimmung im August überraschend
deutlich aufgehellt. Der entsprechende Index sei von 98,3 Punkten im Vormonat
auf 100,5 Punkte geklettert, teilte das Forschungsinstitut ISAE am Dienstag in
Rom mit. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit 98,5 Punkten gerechnet. Die
Stimmung bei den Unternehmen ist damit so gut wie zuletzt im April 2008.
Deutschland: Arbeitslosenzahl sinkt leicht um 4.000 auf 3.188 000
NÜRNBERG – Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August leicht um
4.000 auf 3.188.000 gesunken. Das waren 283.000 weniger als vor einem Jahr, wie
die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die
Arbeitslosenquote lag unverändert bei 7,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei
8,3 Prozent gelegen.
Deutschland: Saisonbereinigte Arbeitslosigkeit sinkt schwächer als erwartet
NÜRNBERG – In Deutschland ist die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen im
August etwas schwächer als erwartet gesunken. Auf Monatssicht ging sie um 17.000
auf 3,193 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in
Nürnberg mitteilte. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem etwas
stärkeren Rückgang um 20.000 Arbeitslose gerechnet. Im Westen nahm die um
jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 5.000 ab, im Osten sank
sie um 12.000.
Italien: Einzelhandelsumsätze steigen stärker als erwartet
ROM – In Italien sind die Einzelhandelsumsätze im Juni stärker als erwartet
gestiegen. Auf Monatssicht seien die Umsätze um 0,3 Prozent geklettert, teilte
die italienische Statistikbehörde Istat am Dienstag in Rom mit. Ökonomen hatten
mit einem geringeren Plus um 0,1 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich legten
die Umsätze um 0,5 Prozent zu. Im Vormonat hatten die Raten bei minus 0,1
Prozent (Monat) und minus 1,9 Prozent (Jahr) gelegen.
BA: Im Herbst weniger als drei Millionen Arbeitslose
NÜRNBERG – Die Arbeitslosigkeit in Deutschland wird nach Einschätzung der
Bundesagentur für Arbeit (BA) im Herbst die Drei- Millionen-Schwelle
unterschreiten. Derzeit deute alles darauf hin, dass sich der Aufschwung am
Arbeitsmarkt zumindest in den kommenden Monaten fortsetzen werde, sagte
BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt am Dienstag in Nürnberg. Trotzdem sei der
Aufschwung weiterhin fragil. “Es gibt ein ganzes Bündel von Risiken”, sagte Alt.
So habe etwa die Industrie die Krise noch nicht gänzlich überwunden, auch wenn
sich der Jobabbau dort stark verlangsamt habe. Prognosen für das kommende Jahr
seien derzeit schwierig. Bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von eins bis
zwei Prozent werde sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt aber verlangsamen.
Eurozone: Arbeitslosenquote verharrt im Juli bei 10 Prozent
LUXEMBURG – In der Eurozone hat sich die Arbeitslosenquote im Juli nicht
verändert. Die Quote habe wie im Vormonat bei 10,0 Prozent gelegen, teilte die
europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Volkswirte
hatten dies im Durchschnitt erwartet. Ein Jahr zuvor hatte die Quote noch bei
9,6 Prozent gelegen. Die niedrigste Quote in der Eurozone hat Österreich mit 3,8
Prozent, während Spanien mit 20,3 Prozent den höchsten Wert aufwies.
Eurozone: Preisauftrieb schwächt sich leicht ab
LUXEMBURG – Im Euroraum hat sich der Preisauftrieb im August erwartungsgemäß
leicht abgeschwächt. Die jährliche Inflationsrate sei von 1,7 Prozent im
Vormonat auf 1,6 Prozent zurückgegangen, teilte die europäische Statistikbehörde
Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Volkswirte hatten mit dieser Entwicklung
gerechnet.
Italien: Preisauftrieb bleibt im August mit 1,8 Prozent stabil
ROM – In Italien hat sich der Preisauftrieb im August nicht verändert. Der
harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sei auf Jahressicht wie bereits im
Vormonat um 1,8 Prozent gestiegen, teilte die italienische Statistikbehörde
ISTAT am Dienstag in Rom mit. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich das
Preisniveau im August um 0,2 Prozent, nach einem Minus von 0,9 Prozent im
Vormonat. Ökonomen hatten im Schnitt im Monatsvergleich mit einem Preisrückgang
um 0,1 Prozent und mit einer Jahresrate von 1,7 Prozent gerechnet.
TABELLE: Der Arbeitsmarkt in Deutschland im August 2010 auf einen Blic
Brüderle: Aufschwung hat Eigendynamik entfaltet
BERLIN – Die Erholung auf dem Arbeitsmarkt treibt nach Einschätzung von
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die Konjunktur weiter an. “Unser
Aufschwung ist ein Beschäftigungsaufschwung”, sagte Brüderle am Dienstag in
Berlin zu den jüngsten Arbeitsmarktzahlen. “Die Erwerbstätigkeit hat
saisonbereinigt nahezu wieder ihren Rekordstand vor Ausbruch der Krise
erreicht”, erklärte der Minister. Die Beschäftigungsentwicklung und die damit
verbundenen höheren Einkommen verliehen der konjunkturellen Erholung Substanz
und Eigendynamik.
Baugewerbe im Osten weiter im Aufwind
HALLE – Der Aufschwung im ostdeutschen Baugewerbe hält unvermindert an. Das
ergab eine Umfrage des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) unter rund
300 Unternehmen im August. Sie schätzten ihre derzeitige Geschäftslage und die
Aussichten für das nächste halbe Jahr äußerst positiv ein, wie das IWH am
Dienstag mitteilte. Im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage im Juni habe sich
die Geschäftslage der Firmen sprunghaft verbessert. Gründe dafür seien die von
den Konjunkturpaketen des Bundes ausgelösten Bauvorhaben sowie
Modernisierungsarbeiten von Wohnungsunternehmen und in privaten Haushalten.
Brüderle und Verbände wollen Fachkräftemangel bekämpfen
BERLIN – Im Kampf gegen den Fachkräftemangel will die Bundesregierung
gemeinsam mit der Wirtschaft nach Lösungen suchen. Bundeswirtschaftsminister
Rainer Brüderle (FDP) betonte am Dienstag vor einem Treffen mit
Spitzenverbänden, der kräftige wirtschaftliche Aufschwung mache deutlich, dass
es vor allem bei Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, Informatikern und
Technikern Engpässe geben.
Kreise: Nach Korrekturen – Gesetz für Sparpaket steht
BERLIN – Das umstrittene Sparpaket der schwarz-gelben Bundesregierung kann
Kreisen zufolge auf den Weg gebracht werden. Kanzlerin Angela Merkel stimmte am
Dienstag mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) und weiteren
Ressortchefs letzte Details ab, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus
Regierungskreisen.
USA: Hauspreise steigen stärker als erwartet
NEW YORK – Die Hauspreise in den USA sind im Juni stäker als erwartet
gestiegen. In den 20 größten Ballungsgebieten seien die Preise um 0,3 Prozent
geklettert, teilte das private Institut S&P/Case-Shiller am Dienstag in New York
mit. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg um 0,2 Prozent
gerechnet. Im Vormonat waren die Preise allerdings noch um 0,5 Prozent
gestiegen. Auf Jahressicht stiegen die Häuserpreise im Juni um 4,2 Prozent.
USA: Einkaufsmanagerindex Chicago sinkt im August überraschend deutlich
CHICAGO – Die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago hat sich im
August überraschend deutlich eingetrübt. Der entsprechende Index sei von 62,3
Punkten im Vormonat auf 56,7 Zähler gesunken, teilte die regionale
Einkaufsmanagervereinigung am Dienstag mit. Damit wurden die Markterwartungen
deutlich verfehlt. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 58,0
Punkte gerechnet.
USA: Verbrauchervertrauen steigt im August stärker als erwartet
WASHINGTON – In den USA ist das Verbrauchervertrauen im August stärker
gestiegen als von Experten erwartet worden war. Der vom Conference Board
berechnete Index sei von revidiert 51,0 Punkten im Vormonat auf 53,5 Zähler
geklettert, teilte das private Forschungsinstitut am Dienstag in Washington mit.
Volkswirte hatten hingegen nur mit mit einem leichten Anstieg von den
ursprünglich gemeldeten 50,4 auf 50,5 Punkte gerechnet.
/rob/he
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