20:35 | 28.09.2008
dpa-AFX Überblick: UNTERNEHMEN – Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende
BBC: Baufinanzierer Bradford & Bingley wird verstaatlicht
LONDON – Die angeschlagene britische Hypothekenbank Bradford & Bingley (B&B)
wird nach Informationen der BBC verstaatlicht. Der Schritt, mit dem der
Zusammenbruch des Baufinanzierers verhindert werden soll, werde vom
Finanzministerium und der Finanzaufsicht FSA am Sonntagabend oder Montagfrüh
offiziell bekanntgegeben, wie der britische Sender am Samstagabend berichtete.
Der Staat würde Verbindlichkeiten in Höhe von 63 Milliarden Euro übernehmen,
davon 52 Milliarden aus risikoreichen Hypotheken. Für andere Teile von B&B
sollen umgehend andere Banken als Käufer gefunden werden. Als Interessenten
gelten die spanische Banco Santander sowie die britischen Großbanken HSBC and
Barclays.
Alitalia-Rettung immer wahrscheinlicher – Piloten stimmen Plan zu
ROM – Die Rettung in letzter Minute der maroden italienischen Airline
Alitalia wird immer wahrscheinlicher: Nach fast 15-stündigen Verhandlungen haben
in der Nacht zum Samstag auch die Piloten der Gesellschaft grünes Licht für
einen Plan zur Sanierung der angeschlagenen Fluglinie gegeben. Wie die
italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, stimmten die Piloten dem
Übernahmekonzept der privaten Investorengruppe CAI nach zähen Diskussionen zu.
Die Einigung sehe vor, dass die Flugkapitäne künftig Manager-Verträge erhielten
und die geplante Zahl der Entlassungen reduziert werde.
IPO/’WamS’: Geplanter Bahn-Börsengang bringt 4,5 Milliarden Euro
BERLIN – Der geplante Börsengang der Deutschen Bahn dürfte dem Bund als
Eigentümer einem Medienbericht zufolge rund 4,5 Milliarden Euro einbringen. Das
gehe aus den Bewertungsberichten der 14 Konsortialbanken hervor, wie die “Welt
am Sonntag” berichtet. Das Ergebnis sei “die erste belastbare Bewertung der
Deutschen Bahn”. Ein Unternehmenssprecher wollte die genannte Zahl am Samstag in
Berlin nicht kommentieren. Er sagte lediglich: “Wir sind im Plan, unsere
Börsenvorbereitungen laufen so wie vorgesehen.” Die Kritik an dem trotz
weltweiter Finanzmarktkrise in vier Wochen geplanten Börsengang hält unterdessen
an. Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn warf Bahnchef Hartmut Mehdorn in der
“Passauer Neuen Presse” vor, vorsätzlich Staatseigentum zu verschleudern.
‘Spiegel’: Neue Hindernisse für Porsche im Kampf um die Macht bei VW
STUTTGART/HANNOVER – Im Kampf um die Macht bei Volkswagen tauchen
für den Sportwagenbauer Porsche
Probleme auf. Die Stuttgarter könnten auch nach der für November geplanten
Aufstockung der VW-Anteile auf mehr als 50 Prozent weniger bestimmen als bislang
bekannt, berichtet der “Spiegel”. Das Magazin beruft sich dabei auf interne
Unterlagen, die VW-Juristen zusammen mit externen Experten erarbeitet hätten.
Der Sportwagenbauer könne demnach auch künftig nicht in die Unternehmenspolitik
der VW-Töchter eingreifen, die oft in Konkurrenz zu den Stuttgartern stünden.
Presse: VW arbeitet bereits am Nachfolgemodell – Golf 7 kommt 2012
REYKJAVIK/WOLFSBURG – Das neueste Golfmodell wird gerade erst vorgestellt,
doch bei Volkswagen wird einem Pressebericht zufolge bereits am
Nachfolger gearbeitet. Der Golf 7 solle ab 2012 verfügbar sein, berichtet die
Fachzeitschrift “Automotive News Europe” in seiner neuen Ausgabe (Montag) unter
Berufung auf Quellen bei VW. VW-Chefdesigner Walter deSilva bestätigte laut
Zeitschrift, dass er mit seinem Team an der siebten Generation des Golf arbeite.
Der Wagen soll auf einer neuen Plattform basieren und einen Motor erhalten, mit
dem sich die CO2- Emissionen deutlich reduzieren lassen. “Der erste Schritt zur
Verringerung besteht darin, das neue Modell nicht zu vergrößern”, sagte deSilva.
Auch die nächste Generation des New Beetle wird sich verändern. “In der Zukunft
wird der New Beetle weniger verspielt aussehen und ein erwachseneres Produkt
sein.”
PSA sieht Krise als Chance – Vier Millionen verkaufte Autos 2010
PARIS – Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroen
sieht sich trotz des Markteinbruchs gut gerüstet, um seine Absatz- und
Gewinnziele für 2010 zu erreichen. “PSA ist in den USA nicht betroffen und fährt
gut in den aufkommenden Regionen wie Südamerika, Russland und den Oststaaten”,
sagte Konzernchef Christian Streiff dem Pariser “Journal du Dimanche” zur
Entwicklung an den Automobilmärkten, die vor allem von der US-Schwäche geprägt
wird. “Ich halte an unserem Ziel fest, 2010 vier Millionen Autos zu verkaufen,
und zwar mit einer Gewinnmarge zwischen 5,5 und sechs Prozent.”
‘Focus’: eBay muss erstmals in großem Umfang Stellen streichen
MÜNCHEN – Die Internet-Verkaufsplattform eBay muss
einem Bericht des Magazins “Focus” zufolge erstmals in großen Umfang Stellen
kürzen. Weltweit soll demnach jede zehnte Stelle gestrichen werden. 1.500 der
15.000 Mitarbeiter seien davon betroffen. Auch in Deutschland sollen
Arbeitsplätze wegfallen. eBay wolle sich “vorrangig von Managern trennen”, heißt
es in dem Bericht. Ein eBay- Sprecher sagte am Sonntag in Berlin, er wolle
“diese Marktgerüchte” nicht kommentieren. Dem “Focus”-Bericht zufolge soll das
Sanierungsprogramm in Kürze offiziell verkündet werden.
Kongress gibt Milliardenkredite für US-Autobauer frei
WASHINGTON – Die verlustreichen US-Autobauer General Motors (GM)
, Ford und Chrysler haben grünes Licht für
staatliche Milliardenhilfen bekommen. Der amerikanische Kongress gab am Samstag
die Finanzierung von Krediten in Höhe von 25 Milliarden Dollar (17 Mrd Euro) zur
Entwicklung sparsamerer Autos frei. Die Konzerne hatten zuletzt sogar die
doppelte Summe gefordert.
‘Spiegel’: Neue Sparpläne bei ProSiebenSat.1
HAMBURG – Nach der Gewinnwarnung des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 Media
am vergangenen Mittwoch stehen dem Unternehmen einem Pressebericht
zufolge nun neue Einsparungen bevor. Zusätzlich zu den bisherigen gut 70
Millionen Euro sollen die Kosten allein in den verbleibenden gut drei Monaten
dieses Jahres um weitere knapp 30 Millionen Euro sinken, berichtete der
“Spiegel” unter Berufung auf das Umfeld des Managements. Gekürzt werden solle
vor allem bei den Programmkosten. Wie viel und wo im nächsten Jahr zusätzlich
eingespart werden muss, stehe voraussichtlich erst ab Oktober fest.
‘Börsen-Zeitung’: Tata Consultancy an Siemens-Sparte SIS interessiert
FRANKFURT – Der indische IT-Dienstleister Tata Consultancy ist einem
Pressebericht zufolge an der Siemens-Sparte SIS interessiert. Im Laufe
der kommenden Wochen sollen erste Gespräche in München begonnen werden,
berichtete die “Börsen-Zeitung (Samstagausgabe). Ein Siemens-Sprecher habe auf
Anfrage Kommentare zu Spekulationen abgelehnt. Er habe lediglich gesagt, im Zuge
der Neuausrichtung des Konzerns sei eine “Nachschärfung der SIS-Aktivitäten”
geboten. Dem “manager magazin” zufolge erwägt Siemens einen teilweisen Verkauf
von SIS.
Audi will trotz Finanzkrise in US-Markt investieren
INGOLSTADT – Die Volkswagen-Tochter Audi will trotz der
Finanzkrise in ihr USA-Geschäft investieren. Der Autobauer mit Sitz in
Ingolstadt werde seine Wachstumspläne für den nordamerikanischen Markt nicht
aufgeben, sagte der neue Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer dem
“Handelsblatt” (Montagausgabe). Demnach will das Unternehmen mehrere Hundert
Millionen Euro in das Marketing pumpen und seine Anstrengungen so verdoppeln.
Ziel sei es, die Verkäufe in den USA in diesem Jahr auf knapp 100.000 zu
steigern. Langfristig sollten jährlich 200.000 Autos verkauft werden.
Münchener Rück an Teilen von AIG interessiert
DÜSSELDORF – Die Münchener Rück hat ihr Interesse an Teilen des
angeschlagenen US-Versicheres AIG bekräftigt. “Sie dürfen
davon ausgehen, dass wir bei allen Angeboten, die jetzt auf den Markt kommen und
die für uns strategisch interessant sind, in die Bücher sehen wollen,” sagte der
Konzernchef des weltweit größten Rückversicherers, Nikolaus von Bomhard, dem
“Handelsblatt” (Montagausgabe).
/he
|