AGENTURMELDUNGEN

20:35 | 13.04.2008
dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN – Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

Presse: Credit Suisse vor Milliarden-Abschreibungen

ZÜRICH – Der zweitgrößten Bank der Schweiz, Credit Suisse
, drohen nach einem Zeitungsbericht wegen der Kreditkrise
Abschreibungen in Milliardenhöhe. Die Großbank müsse für das erste Quartal einen
Verlust von bis zu zwei Milliarden Franken verbuchen. Verbunden seien damit
weitere Abschreibungen von über vier Milliarden Franken (2,5 Mrd Euro), schrieb
der “Tages-Anzeiger” aus Zürich am Samstag. Eine Stellungnahme der Credit Suisse
gab es zunächst nicht.

Presse: Beratungen der Yahoo!-Spitze ohne Ergebnis – Übernahmedruck

NEW YORK – Bei dem unter massivem Übernahme-Druck von Microsoft
stehenden Internet-Konzern Yahoo! hat eine
Verwaltungsratssitzung laut US-Medien keine Klarheit über das weitere Vorgehen
gebracht. Der Verwaltungsrat habe am Freitag das Management beauftragt, weiter
sowohl mit Microsoft als auch mit dem möglichen anderen Partner Time Warner
zu verhandeln, berichtete die “New York Times” am Samstag.
Treffen mit beiden Seiten seien für die nächsten Tage geplant, hieß es. In zwei
Wochen läuft für Yahoo! ein Microsoft- Ultimatum ab, nach dem der weltgrößte
Software-Konzern einen feindlichen Übernahmeversuch angedroht hat.

Conti plant Schließung und Verlagerung von Powertrain-Standorten

HANNOVER – Der Autozulieferer Continental hat Kürzungspläne für
seine defizitäre Antriebssparte Powertrain bekräftigt. Der zuständige
Conti-Vorstand Karl-Thomas Neumann sagte dem Fachblatt “Automotive News Europe”,
einige der mehr als 60 Powertrain-Standorte sollten geschlossen werden. Es solle
“Konzentrationen” an Hochlohn- Standorten geben und einen Ausbau in
Niedriglohnländern, sagte ein Conti-Sprecher dazu am Samstag der Deutschen
Presse-Agentur dpa in Hannover. Zugleich sollen wie angekündigt bis zu .2000
Arbeitsplätze abgebaut werden. In der Powertrain-Sparte, die auf Antriebssysteme
spezialisiert ist, sind große Teile des übernommenen Autozulieferers Siemens VDO
aufgegangen.

AMD-Technologiechef geht – Kein Ersatz

NEW YORK – Bei dem schwächelnden Computerchip-Hersteller Advanced Micro
Devices (AMD) ist Technologiechef Phil Hester
zurückgetreten. AMD nannte am Freitag keine Gründe. Der Posten solle nicht
wieder besetzt werden, stattdessen sollten sich Manager einzelner Sparten um die
Entwicklung in ihrem Bereich kümmern, hieß es. Der Konzern hatte zuletzt mit
Verzögerungen bei neuen Prozessor-Modellen zu kämpfen, auch wegen Mängeln in der
Konstruktion. Erst vor wenigen Tagen hatte AMD einen starken Umsatzrückgang im
ersten Quartal bekanntgegeben und will gut 1600 Stellen streichen – etwa jeden
zehnten Job. In der Branche wird der 52-jährige Hester als Visionär gesehen, der
eher ein Mann für die große Linie denn für die Steuerung des Tagesgeschäfts ist.

Designierter UBS-Präsident will Investmentbanking nicht abschaffen

ZÜRICH – Der designierte Präsident des UBS-
Verwaltungsrates, Peter Kurer, will der Forderung nach Auslagerung des
Investmentbankings der Schweizer Großbank nicht nachgeben. Es gebe bedeutende
Synergien zwischen Investment Banking und Vermögensverwaltung, sagte Kurer in
einem Interview mit der “Neuen Zürcher Zeitung” (Samstagausgabe). Viele
vermögende Kunden nutzten auch Dienstleistungen und Produkte der durch die
Kreditkrise angeschlagenen Investmentbank. Ohne Investmentbank hätte die UBS
nicht die gleiche Bedeutung, was längerfristig auch für den Finanzplatz Schweiz
negativ wäre”, sagte Kurer.

Milliarden-Auftrag der belgischen Bahn für Siemens

BRÜSSEL/MÜNCHEN – Der deutsche Siemens-Konzern erhält einen
Milliarden-Auftrag der belgischen Eisenbahngesellschaft SNCB. Wie die SNCB am
Freitag mitteilte, entschied sich der Verwaltungsrat dafür, 305 Züge – auch für
den Regionalverkehr – bei dem Münchner Konzern zu bestellen. Der Auftrag habe
einen Gesamtwert von etwa 1,4 Milliarden Euro. Das sei die größte jemals
getätigte Investition der SNCB für Züge, hieß es. Diese sollen zwischen 2011 und
2016 ausgeliefert werden. Die Vertragsunterzeichnung ist in zehn Werktagen
geplant. Siemens wollte zu dem Auftrag zunächst keine Stellung nehmen.

Bombardier Bahntechnik kommt Ende 2010 mit eigenem Superschnellzug

BERLIN – Der weltgrößte Bahntechnikhersteller Bombardier Transportation
will in rund drei Jahren mit einem eigenen
Superschnellzug erstmals dem deutschen ICE und dem französischen TGV- Nachfolger
AGV Konkurrenz machen. Der neue Hochgeschwindigkeitszug solle “Ende 2010 auf den
Gleisen stehen”, kündigte der Vizechef von Bombardier Transportation, Wolfgang
Tölsner, in der “Berliner Zeitung” (Samstagausgabe) an. Er werde
“Geschwindigkeiten von 250 bis 350 Stundenkilometer erreichen, sehr
energiefreundlich und geräuscharm sein”. In dem Zug sollen rund 500 Menschen
Platz finden.

Leipziger Automesse AMI endet mit Besucherrekord

LEIPZIG – Die größte deutsche Automesse dieses Jahres ist am Sonntag in
Leipzig mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. In den vergangenen neun Tagen
besuchten nach Veranstalterangaben rund 293.000 Menschen die Automobilmesse AMI,
23.000 (plus 8,5 Prozent) mehr als 2007. Die fünftägige Autotechnik-Messe AMITEC
zog 53.000 Fachbesucher an. Sie lag damit auf Vorjahresniveau. Unter dem Motto
“Sehen.Staunen.Testen” präsentierten knapp 500 Aussteller aus 17 Ländern
Neuheiten und Trends rund ums Auto. Die Messe und der Verband der Autoimporteure
VDIK als Mitveranstalter erhoffen sich von der in diesem Jahr einzigen großen
Autoshow in Deutschland einen deutlichen Konjunkturschub. Der Autoverkauf war im
ersten Quartal 2008 verhalten angelaufen.

In Siemens-Schmiergeldaffäre kommt Ex-Chef von Pierer in Bedrängnis

MÜNCHEN – In der Schmiergeldaffäre bei Siemens bringen
angebliche frühe Hinweise auf schwarze Kassen nach Medienberichten den früheren
Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer in Bedrängnis.
Im Vorfeld der nächsten Siemens- Aufsichtsratssitzung am 29. April berichtete
der “Spiegel” von neu aufgetauchten Unterlagen des Konzerns aus dem Jahr 2004.
Vermerke des ehemaligen Justiziars und Anti-Korruptionsbeauftragten Albrecht
Schäfer wiesen darauf hin, dass Pierer und andere Vorstände schon damals über
mögliche systematische Korruptionspraktiken im Konzern informiert worden seien.
Gleichzeitig berichteten die “Süddeutsche Zeitung” und das Onlineportal
“sueddeutsche.de”, Schäfer habe als Zeuge bei der Münchner Staatsanwaltschaft
den damaligen Siemens- Zentralvorstand, einschließlich von Pierer, schwer
belastet und ausgesagt, er habe schon im November 2003 diesen über Hinweise auf
schwarze Kassen und Schmiergeldzahlungen informiert.

‘Handelsblatt’: Mercedes plant eigenen Supersportwagen

DÜSSELDORF – Die DaimlerTochter Mercedes sortiert ihr
Modellportfolio neu und plant nach Angaben des in Düsseldorf erscheinenden
“Handelsblatt” (Montagausgabe) einen eigenen Supersportwagen. Wie das Magazin in
seiner Montagsausgabe berichtet, will Mercedes für den Supersportwagen SLR
McLaren keinen Nachfolger. Der Wagen, eine gemeinsame Entwicklung der
Stuttgarter mit dem britischen Rennstall McLaren, soll von einer umfangreichen
Überarbeitung des Mercedes SL abgelöst werden. Der Markteintritt des neuen
Sportwagens mit Flügeltüren im Stil des legendären 300 SL ist demnach 2010
geplant und soll wieder in Deutschland gebaut werden. Ein Daimler-Sprecher
lehnte einen Kommentar zu den Informationen ab. Das Unternehmen nehme
grundsätzlich keine Stellung zu seiner künftigen Modellplanung.

RWE macht sich wie Konkurrent Vattenfall für Kohlekraftwerke stark

HAMBURG – Der Energiekonzern RWE ist seinem Konkurrenten Vattenfall
im Kampf um den Bau des umstrittenen Steinkohlekraftwerks
Hamburg-Moorburg zur Seite gesprungen. “Heute auf Kohle zu verzichten, schafft
morgen Versorgungslücken”, warnte RWE-Chef Jürgen Großmann im “Handelsblatt”
(Montagausgabe). Auch diene der Ersatz alter Kohlekraftwerke dem Klimaschutz.
Großmann forderte ein Ende des Widerstands gegen Kohlekraftwerke. Hamburgs
GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch warf Bundesumweltminister Sigmar Gabriel
(SPD) dagegen Verantwortungslosigkeit in der Energiepolitik vor.

Deutsche Bank kommentiert Bericht über Zielverfehlung bei Privatkunden nicht

FRANKFURT/DÜSSELDORF – Die Deutsche Bank nimmt keine Stellung zu
einem Bericht über die voraussichtliche Verfehlung des selbst gesteckten Ziels
im Privatkundengeschäft. “Die Zahlen zum ersten Quartal werden am 29. April
vorgelegt”, sagte ein Unternehmenssprecher am Sonntag lediglich auf Anfrage .
Der “WirtschaftsWoche” zufolge wird die Bank 2008 voraussichtlich das selbst
gesteckte Ziel verfehlen, im Privat- und Firmenkundengeschäft das Ergebnis vor
Steuern von 1,15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 1,3 Milliarden Euro zu
steigern. Insider rechneten nicht damit, dass die Vorgabe erreichbar sei, denn
das Wertpapiergeschäft als wichtige Ertragssäule breche derzeit ein. “Wenn sich
nichts grundlegend ändert, werden wir kaum mehr als eine Milliarde erzielen”,
habe ein Aufsichtsrat dem Magazin gesagt.

BMW will mehr Teile in den USA einkaufen – Weiterer Spartanburg-Ausbau möglich

DÜSSELDORF – Der Autohersteller BMW will sich vor dem schwachen
Dollar nicht nur durch die Erhöhung der Produktion im US-Werk Spartanburg
absichern, sondern künftig auch den Anteil von Zulieferteilen aus den USA
deutlich erhöhen. “Was wir tun müssen, ist, weiter konsequent gegen die
negativen Auswirkungen der Dollar-Schwäche zu arbeiten”, sagte BMW-Finanzchef
Michael Ganal der “WirtschaftsWoche”. “Wir haben zwei große Stoßrichtungen: Die
eine ist, in unserem Werk in Spartanburg die Kapazität auf 240.000 Autos
hochzufahren. Die andere ist, im Dollar-Raum deutlich mehr einzukaufen. Heute
macht das US-Geschäft von unserem Umsatz etwa 22 Prozent aus. Wir beziehen aber
nur etwa zehn Prozent unseres Zuliefervolumens von dort.” Dieser Anteil soll in
den nächsten vier Jahren steigen, so Ganal. “Unser Fahrplan ist, bis 2012 in der
Masse deutlich besser als heute gegen Währungsschwankungen gesichert zu sein.”
Auch die Kapazität von 240.000 Autos in Spartanburg könnte laut Ganal weiter
angehoben werden. “Das muss nicht das letzte Wort sein. Man könnte Spartanburg
sicher noch weiter ausbauen.”

Allianz umwirbt Autohäuser

DÜSSELDORF – Die Allianz greift in der Autoversicherung jetzt auch
international an. “Wir wollen das Kooperationsgeschäft mit Autoherstellern und
-häusern in den nächsten fünf bis sieben Jahren im Konzern verdoppeln“, sagte
Karl-Walter Gutberlet, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG dem “Handelsblatt”
(Montagausgabe). Außerdem verhandelt er derzeit mit Werkstätten, um
Verrechnungssätze für bestimmte Standard-Reparaturen zu vereinbaren. Das soll
die Abwicklung in 80 Prozent der Fälle so vereinfachen, dass Rechnungskontrollen
überflüssig werden.

Demag Cranes erwägt höhere Gewinnprognose und Zukäufe

DÜSSELDORF – Der Kranbauer Demag Cranes erwägt eine Erhöhung
seiner Gewinnprognose. Das MDAX-Unternehmen werde die endgültigen
Zahlen des zweiten Quartals abwarten, “dann entscheiden wir über eine mögliche
Anhebung”, sagte Vorstandschef Harald Joos der “WirtschaftsWoche”. “Mit dem
Verlauf des zweiten Quartals 2007/08 (30. September) sind wir sehr zufrieden”,
so Joos. Die bisherige Jahresprognose für einen Gewinn vor Zinsen und Steuern
von 110 Millionen Euro sei “sehr konservativ, sie liegt am untersten Rand
unserer Möglichkeiten”. Über Standardisierung von Bauteilen und besseres
Controlling werde Demag in der Hafentechnologie ab dem Geschäftsjahr 2008/09
“einen positiven Ergebniseffekt von 15 Millionen Euro pro Jahr” realisieren,
kündigte Joos an. Nach dem Schuldenabbau der vergangenen Jahre seien auch
Zukäufe möglich. “Insbesondere in den Schwellenländern wollen wir zulegen und
den Umsatzanteil in den nächsten Jahren von heute 25 auf 40 Prozent ausbauen.”


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