AGENTURMELDUNGEN

20:35 | 27.02.2011
dpa-AFX Überblick: UNTERNEHMEN – Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende

Presse: Hongkonger Milliardär kurz vor Kauf von britischem Eon-Netz

LONDON/DÜSSELDORF – Der Hongkonger Milliardär Li Ka-shing steht einem
Pressebericht zufolge kurz vor dem Kauf des britischen Stromnetzes des
Energiekonzerns Eon . Lis Investmentgesellschaft Cheung Kong
Infrastructure solle den US-Versorger PPL als letzten Rivalen überboten haben,
schreibt die “Sunday Times”, ohne Quellen zu nennen. Eon äußerte sich bislang
nicht konkret zu seinen Verkaufsabsichten, Li bestätigte hingegen bereits
offiziell, die Angebotsdokumente zu prüfen.

Inbev sucht wieder nach Übernahmezielen

BERLIN/BRÜSSEL – Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev
sucht wieder nach Übernahmezeilen. Nachdem das Unternehmen
seit der Übernahme von Anheuser-Busch durch InBev vor gut zwei Jahren vor allem
mit der Integration der Geschäftsteile beschäftigt war, wolle er nun wieder
“voll angreifen”, sagte Vorstandschef Carlos Brito der “Welt am Sonntag”. “Wir
wollen wachsen und aktiv an der Konsolidierung der Branche teilnehmen.” Im
Mittelpunkt stehe zwar organisches Wachstum, der Konzern suche aber systematisch
nach Übernahmezielen, auch in Deutschland.

Südzucker vor Erreichen der Jahresziele – Zukäufe im Blick

FRANKFURT – Der weltweit zweitgrößte Zuckerhersteller Südzucker
dürfte nach Aussagen von Finanzchef Thomas Kölbl im am Montag
zu Ende gehenden Geschäftsjahr seine operativen Ziele erreicht haben. “Wir sind
auf einem guten Weg”, sagte Kölbl der “Börsen-Zeitung” (Samstag). Südzucker
hatte zuletzt zweimal seine Prognosen angehoben und erwartet nun einen von 5,7
auf rund 6 Milliarden Euro steigenden Umsatz. Der operative Gewinn soll von 403
auf rund 500 Millionen Euro steigen. Zugleich erklärte er, dass es mindestens
ein stabile Dividende geben werde.

BMW will 30.000 Elektroautos i3 im Jahr verkaufen

MÜNCHEN – BMW hat sich für sein 2013 auf den Markt kommendes
erstes Elektroauto ehrgeizige Verkaufsziele gesetzt. “Unsere Absatzziele sind
höher als für Rolls-Royce und vergleichbar mit jenen eines Mini-Derivats”, sagte
BMW-Vertriebschef Ian Robertson den “Automotive News Europe” ohne eine konkrete
Zahl zu nennen. BMW hatte allerdings zuletzt etwa vom Mini Clubman etwa 30.000
Stück im Jahr abgesetzt und dürfte damit von einem ähnlichen Volumen für den i3
ausgehen.

‘HB’: Telekom bestimmt Interims-Chef für Europa

BONN – Die Deutsche Telekom soll für den scheidenden
Europa-Vorstand Guido Kerkhoff einen Interims-Nachfolger bestimmt haben. Nach
Informationen der Zeitung “Handelsblatt” tritt Roland Mahler zum 1. April die
Nachfolge von Kerkhoff an. Kerkhoff verlässt das Unternehmen Ende März und
wechselt als Finanzvorstand zu Thyssen Krupp. Der 61-jährige Mahler war bis zum
vergangenen Herbst Chef der Telekom-Tochter in Tschechien und kehrt laut Zeitung
für die Stelle aus dem Ruhestand zurück.

‘HB’: Karmann-Abwicklung vor Abschluss

DÜSSELDORF/OSNABRÜCK – Die Abwicklung des Traditionsunternehmens Karmann
steht nach einem Bericht des “Handelsblattes” vor dem Abschluss. Als noch
letzter verbliebener Teil beim Insolvenzverwalter soll die Metallgruppe an
diesem Montag den Besitzer wechseln, schreibt das Blatt (Montagausgabe). “Nach
Lage der Dinge werden die rund 300 Mitarbeiter der Metallgruppe spätestens mit
Abschluss des geplanten Übergangs an Volkswagen Ende Februar
übergehen”, sagte Insolvenzverwalter Ottmar Hermann. Das Unternehmen mit einst
tausenden Mitarbeitern hatte im April 2009 Insolvenz angemeldet.

Investorenlegende Buffett eröffnet Jagdsaison auf Firmen

OMAHA – Der legendäre Firmenjäger Warren Buffett sucht nach fetter Beute.
Seine Investmentholding Berkshire Hathaway
brauche mehr große Übernahmen, schrieb Buffett in seinem am Samstag
veröffentlichten Aktionärsbrief. “Unser Elefantentöter ist nachgeladen und mein
Finger am Abzug juckt.” Denn seine Überzeugung ist, dass es weiter aufwärts geht
mit der Wirtschaft, vor allem in seiner Heimat. “Die besten Tage liegen noch vor
Amerika.”

Presse: Media-Saturn will mit neuer Marke im Internethandel starten

DÜSSELDORF/INGOLSTADT – Die Media-Saturn-Holding will nach einem Bericht der
“Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” mit einer neuen, dritten Marke im
Internethandel Fuß fassen. Auf einem Treffen am kommenden Freitag (4. März)
wollen demnach die Gesellschafter eine strategische Wende einläuten. Sowohl
Mehrheitseigentümer Metro (75 Prozent der Anteile), als auch die
Gründerfamilien stünden hinter diesem Vorhaben. Ein Sprecher der
Media-Saturn-Holding wollte den Bericht auf dpa-Anfrage am Samstag nicht
bestätigen: “Wir kommentieren grundsätzlich keine Marktgerüchte”, hieß es.

Börse Stuttgart sieht Frankfurter Fusionspläne positiv

STUTTGART – Von dem geplanten Zusammenschluss der Börsen in Frankfurt und
New York befürchtet die Stuttgarter Börse keine Nachteile. “Der Fokus der Großen
geht dadurch noch weiter weg von den Privatanlegern, auf die wir uns
konzentrieren”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Börse Stuttgart, Christoph
Lammersdorf, der “Heilbronner Stimme” (Montag) auch mit Blick auf die Fusion der
Börsen in London und Toronto. Für die Deutsche Börse in Frankfurt sei
ihre Verschmelzung mit der New Yorker Börse ein Vorteil, meinte er: “Sie macht
sich dadurch im globalen Netzwerk unverzichtbar.” Die Börse Stuttgart setze
weiter auf Privatanleger und Handel mit Anleihen und Derivaten. Sie feiert an
diesem Montag ihr 150-jähriges Bestehen.

Hessens Ministerpräsident Bouffier: Börsenfusion als Chance

FRANKFURT – Hessen will bei der Fusion der Börsen von Frankfurt und New York
nicht als Verlierer dastehen. “Unser Ziel ist ganz klar, den Finanzplatz
Frankfurt und damit nicht zuletzt die Arbeitsplätze perspektivisch zu sichern,
also über 2016 hinaus”, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU)
der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ/Samstag). Deutsche-Börse-Betriebsrat
Johannes Witt rechnet allerdings damit, dass die fusionierten Börsen
nicht auf Dauer mit zwei Zentralen in New York und Frankfurt operieren werden.
“New York wird mittelfristig den Ton angeben”, sagte er der Zeitung “Euro am
Sonntag”.

Kartellamt vermutet ‘Marktbeherrschendes Oligopol’ im Benzinmarkt

DÜSSELDORF – Das Bundeskartellamt vermutet, dass im deutschen Benzinmarkt
wenige Anbieter das Preisgeschehen zum Schaden der Verbraucher diktieren. “Wir
gehen davon aus, dass die Sektoruntersuchung am Ende unsere Schlussfolgerungen
zu einem marktbeherrschenden Oligopol für die Branche untermauert”, sagte
Kartellamtspräsident Andreas Mundt dem “Handelsblatt” (Montagsausgabe). Mit
einem Oligopol meinen Wirtschaftsexperten einen Markt, der von wenigen Anbietern
bestimmt wird – im Gegensatz zu einem Monopol, bei dem es lediglich einen
einzigen Anbieter gibt.

Middelhoff geht zum Gegenangriff auf Insolvenzverwalter über

DÜSSELDORF – Im Konflikt mit dem Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert
Görg geht der ehemalige Vorstandschef Thomas Middelhoff zum Gegenangriff über.
Sein Anwalt habe Görg jetzt wegen Prozessbetruges angezeigt, ließ Middelhoff am
Samstag mitteilen. Man werde nun “konsequent gegen die seit zwei Jahren
betriebene Rufschädigung angehen”. Die Staatsanwaltschaft Bochum konnte den
Eingang der Anzeige auf Anfrage zunächst nicht bestätigen. Hintergrund ist eine
175 Millionen-Euro-Schadenersatzklage von Görg gegen Middelhoff im Zusammenhang
mit Immobiliengeschäften von Arcandor.

/enl


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