20:02 | 03.02.2012
Drogerie-König Müller steuert bei Douglas auf Sperrminorität zu
HAGEN (dpa-AFX) – Der Drogerieunternehmer Erwin Müller steuert beim
Handelskonzern Douglas auf eine Sperrminorität zu und könnte so
mögliche Übernahmepläne der Gründerfamilie Kreke durchkreuzen. Wie Douglas am
Freitagabend mitteilte, hält Müller zwar weiterhin 10,8 Prozent der
Douglas-Anteile. Er ist zudem aber auch Stillhalter von sogenannten
Verkaufsoptionen. Dadurch könnten ihm in nächster Zeit weitere 15 Prozent der
Douglas-Aktien angedient werden. Ob und gegebenenfalls wann dies der Fall sein
wird, kann aus Sicht der Douglas Holding nicht beurteilt werden, hieß es
weiter. Laut einer Stimmrechtsmitteilung verfällt die letzte Option am 21.
September 2012.
Mit über 25 Prozent würde Müller über eine Sperrminorität verfügen. Das
bedeutet, er kann bestimmte Beschlüsse der Hauptversammlung verhindern.
Hintergrund der jetzt veröffentlichten Mitteilung sind verschärfte Regeln, die
seit Februar gelten und mit denen der Gesetzgeber verhindern will, dass sich
jemand bei börsennotierten Firmen im Verborgenen im großen Stil einkaufen kann.
DOUGLAS-AKTIE LEGTE NACHBÖRSLICH ZU
Die im Mdax notierte Douglas-Aktie legte nachbörslich zu. Ein
Börsianer sagte: “Damit könnte Müller eine Übernahme durch andere Interessenten
wie die Gründerfamilie Kreke mit Finanzinvestoren verhindern. Oder er könnte
selber aktiv werden und den Preis nach oben treiben wollen:”
Müller hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, er wolle seinen Anteil
an Douglas auf 15 bis 18 Prozent aufstocken und so zum zweitgrößten
Einzelaktionär aufsteigen. Bislang hat mit knapp 26 Prozent die Oetker-Gruppe
die meisten Anteile. Die Familie Kreke besitzt 12,7 Prozent der Aktien, kommt
aber mit der verwandten Familie Eklöh auf rund 30 Prozent. Die Anteile sind
allerdings nicht gepoolt.
GROSSAKTIONÄR KREKE SPRICHT MIT FINANZINVESTOREN
Bei der Familie Kreke stieß Müllers Vorstoß bislang auf wenig Begeisterung.
Im Januar hatten die Krekes mitgeteilt, sie würde derzeit zusammen mit
Finanzinvestoren ihre Möglichkeiten bei Douglas ausloten. Dazu könnte auch
gehören, dass die Familie genügend Anteile kauft, um den Konzern von der Börse
zu nehmen. Eine Entscheidung dazu ist aber noch nicht gefallen./she
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