17:17 | 20.07.2010
FARNBOROUGH/ROUNDUP: Orderboom für Boeing und Airbus setzt sich fort
FARNBOROUGH (dpa-AFX) – Der US-Flugzeugbauer Boeing und
sein europäischer Rivale Airbus heimsen weitere Milliardenaufträge auf der
Luftfahrtmesse im britischen Farnborough ein. Kauffreudig zeigten sich am
Dienstag Fluggesellschaften aus Asien, dem Nahen Osten, Südamerika und
Großbritannien. Zudem sagten Flugzeugleasinggesellschaften den beiden
Branchenführern Großaufträge zu. Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer konnte
sich ebenfalls Bestellungen in Milliardenhöhe sichern.
Den größten Batzen bekam am Dienstag die EADS-Tochter
Airbus ab. Hong Kong Airlines entschied sich für 15 Exemplare des neuesten
Modells A350 und wandelt dafür einen bestehenden Auftrag um. Weil sich der
Flieger noch in der Entwicklung befindet und die Auslieferung an Hong Kong
Airlines erst für 2018 erwartet wird, will die Gesellschaft ab dem Jahr 2012
zusätzlich zehn A330 kaufen. Airbus bezifferte den Wert der Absichtserklärung
nach Listenpreisen auf insgesamt 5,7 Milliarden US-Dollar.
Zudem unterzeichnete die chilenische Fluggesellschaft LAN Airlines eine
Absichtserklärung zum Kauf von 50 Airbus-Jets der A320-Familie. Der Auftrag käme
damit auf einen Wert von etwa fünf Milliarden Dollar. Allerdings sind bei
Flugzeugbestellungen hohe Rabatte üblich.
Insgesamt hat Airbus seit Montag damit Festbestellungen und
Absichtserklärungen für netto 197 Flugzeuge eingesammelt. Der Gesamtwert der
Aufträge liegt bei rund 22 Milliarden US-Dollar. Boeing kommt auf 154 Flugzeuge
und einen Auftragswert von etwa 19 Milliarden Dollar.
Die größte Order des Dienstags kam für Boeing von dem neu gegründeten
Flugzeugfinanzierer ALC. Das Unternehmen von Steven Udvar-Hazy, der zuvor die
Flugzeugleasingsparte des US-Versicherers AIG geleitet hatte, unterzeichnete
eine vorläufige Bestellung von 60 Boeing 737-800 im Wert von rund vier
Milliarden Dollar, die ab 2012 ausgeliefert werden sollen. Ein Festauftrag für
zwölf Flieger des Typs für gut 900 Millionen Dollar kam von der irischen
Flugzeugleasingfirma Avolon. Die jordanische Fluggesellschaft Royal Jordanian
orderte drei Exemplare der Boeing 787-8 “Dreamliner” im Wert von 500 Millionen
US-Dollar.
Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer erhielt einen Milliardenauftrag aus
Großbritannien. Die Billigflieger Flybe bestellte 35 Regionaljets des Typs
Embraer 175. Laut Liste sind die Maschinen 1,3 Milliarden Dollar wert.
Einschließlich Optionen und Kaufrechten könnte der Auftrag auf 140 Flieger und
5,0 Milliarden Dollar wachsen. Die Leasingfirma ALC gab eine Absichtserklärung
zum Kauf von 15 Embraer 190 ab und sicherte sich zwei Kaufoptionen.
Noch bis Sonntag zeigen Flugzeugbauer und Zulieferer in Farnborough nahe
London ihre neuesten Entwicklungen, darunter die Boeing 787 “Dreamliner”, der
Airbus A380 und der Militärtransporter A400M. Die Zahl der Aussteller wuchs
gegenüber der letzten Ausstellung vor zwei Jahren um fast 60 auf 1.450. Alleine
am Montag wurden 25.000 Besucher gezählt. Am Wochenende ist die Ausstellung auch
für das breite Publikum geöffnet. Der “Dreamliner” sollte die Messe allerdings
bereits am Dienstag wieder verlassen./stw/he
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