17:12 | 19.07.2010
FARNBOROUGH/ROUNDUP/Airbus und Boeing sammeln Milliardenaufträge ein
FARNBOROUGH (dpa-AFX) – Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing
haben zum Start der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough
Milliardenaufträge eingesammelt. Neben der arabischen Fluglinie Emirates, die
bei Boeing 30 Maschinen orderte, und der russischen Aeroflot, die bei der EADS-
Tochter Airbus zuschlug, gaben die Flugzeugleasing
-Gesellschaften ALC und GE Capital Aviation Services (GECAS) Großaufträge ab,
wie die Unternehmen am Montag auf der Messe nahe London mitteilten. Zuletzt kam
Boeing auf 70 und Airbus auf 122 bestellte Flugzeuge. Nach Listenpreisen
entfielen damit auf beide Unternehmen Aufträge im Wert von je rund zwölf
Milliarden US-Dollar (rund 9,24 MrdEuro).
Die erste Order gab am Morgen Boeing zusammen mit Emirates bekannt. Die 30
Exemplare der Boeing 777-300 ER sollen die Flotte der Araber erweitern, die
bereits jetzt 86 Exemplare der 777 betreiben. In der Ausführung ER – Extended
Range – ist der Großraumflieger auch für lange Strecken geeignet. Die russische
Aeroflot bestellte bei Airbus elf Langstreckenflieger des Typs A330 im
Gesamtwert von 2,3 Milliarden Dollar. Bei Flugzeugbestellungen sind allerdings
hohe Rabatte üblich.
DIE GRÖßTEN AUFTRÄGE VON LEASINGGESELLSCHAFTEN
Die größten Aufträge kamen am Montag von den Leasinggesellschaften ALC und
der GECAS. ALC orderte 51 Airbus-Mittelstreckenjets der Typen A320 und A321, die
laut Preisliste 4,4 Milliarden Dollar kosten. GECAS, die zum US-Mischkonzern
General Electric gehört, bestellte 40 Boeing 737-800 -
Gesamtlistenpreis 3,1 Milliarden Dollar – und 60 Airbus aus der A320-Familie,
für die laut Liste etwa 5 Milliarden Dollar fällig werden.
Airbus-Verkaufschef John Leahy hatte bereits vor der Messe Bestellungen für
mehr als 130 neue Flieger angekündigt. Das wären ähnlich viele wie im gesamten
ersten Halbjahr, als Aufträge für 131 Maschinen eingegangen waren. Die größte
EADS-Tochter hätte damit das selbst gesetzte Jahresziel von 250 bis 300
Bestellungen bereits im Juli erreicht. Der Chef der Boeing
-Verkehrsflugzeugsparte, Jim Albaugh, wollte die erwarteten Neuaufträge nicht
beziffern, zeigte sich jedoch sicher: “Es wird eine gute Air Show für uns und
für Airbus genauso.” Der Nachfrage nach Flugzeugen ziehe besonders in der Region
Asien/Pazfik und im Nahen Osten wieder an. Im ersten Halbjahr hatte Boeing
Bestellungen für 188 Flugzeuge verbucht.
Laut der arabischen Zeitung “Al-Sharq Al-Awsat” will auch Saudi Airways, die
staatliche Fluggesellschaft von Saudi-Arabien, demnächst zwölf Großraumflugzeuge
vom Typ Boeing 777 bestellen. Zudem platziert das durch die Finanzkrise arg
gebeutelte Emirat bei der Messe auch einen Auftrag bei der Engine Alliance (EA),
dem Gemeinschaftsunternehmen von Pratt &Whitney und General Electric. EA soll
für die von Emirates bereits im Juni auf der Internationalen Luft- und
Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin bestellten 32 Flugzeuge vom Typ Airbus A380
Triebwerke bauen. Dafür soll Engine Alliance 4,8 Milliarden US-Dollar
kassieren./stw/abc/she
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