22:22 | 02.09.2010
‘FTD’: EU bekämpft Abzocke bei Kontogebühren
HAMBURG (dpa-AFX) – Die EU-Kommission zwingt Banken laut einem Pressebericht
zu mehr Transparenz bei Kontogebühren. Binnenmarktkommissar Michel Barnier drohe
mit neuen Gesetzen, wenn die Banken nicht selbst für eine bessere
Vergleichbarkeit ihrer Angebote sorgen: “Die Gebührenstrukturen sind oft so
undurchsichtig, dass Verbraucher nicht wissen, was sie wofür bezahlen. Oft
bekommen sie Dienstleistungen, die sie gar nicht brauchen”, schreibt Barnier in
einem vertraulichen Brief an die europäischen Bankenverbände. Das Schreiben
liegt der “Financial Times Deutschland” (’FTD’/Freitag) vor.
Barnier will laut “FTD” den Banken abgewöhnen, mit Superangeboten zu werben
und hintenherum beim Kunden abzukassieren. Laut einer Erhebung seiner Behörde
langen die Banken in Italien und Spanien besonders heftig zu: Hier würden für
Leistungen wie Konto- und Kartengebühren, Überziehungszinsen und Telefonbanking
für durchschnittliche Nutzer jährlich mehr als 300 Euro fällig. Deutschland
liege mit knapp 100 Euro im Mittelfeld. Solche Unterschiede seien für die
Kommission ein Indiz für Marktversagen: “Wir glauben, dass hier dringend Abhilfe
geschaffen werden muss”, schreibt Barnier.
Nun müssten dem Bericht zufolge Europas Banken alle “Gebühren, Kosten und
Provisionen, die für die Kontoeröffnung, Kontoführung und -schließung anfallen,
sowie Kosten für Produkte und Dienste, die an das Konto gebunden sind”,
offenlegen. Wenn sie sich nicht selbst “in einem angemessenen Zeitraum” auf ein
einheitliches Informationsblatt für die Kunden verständigten, werde Brüssel
gesetzgeberisch tätig, warnt der Franzose./tw
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