9:14 | 19.06.2009
‘FTD’: Mehrere Interessenten für E.ON-Netz – Vattenfall mit Abschlag bei Netz
HAMBURG (dpa-AFX) – Der Verkauf des Hochspannungsnetzes des Energiekonzerns
E.ON kommt in Gang. “Es gibt mehrere Interessenten für das E.ON-Netz,
die Verhandlungen laufen”, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der
“Financial Times Deutschland” (FTD/Freitagausgabe). Sowohl strategische Bieter
als auch Finanzinvestoren hätten Interesse signalisiert. Experten taxierten den
Wert des E.ON-Netzes auf 1,2 bis 2 Milliarden Euro. Ein Abschluss sei aber noch
nicht in Sicht, hieß es.
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall muss sich indes auf einen deutlich
geringeren Verkauferlös für sein deutsches Hochspannungsnetz einstellen. Derzeit
rechneten die Bieter letzte Details ihrer Offerten durch, um sie im Spätsommer
abzugeben, berichtete die “FTD”. Dabei zeichne sich ab, dass der Verkaufserlös
deutlich unter der von Vattenfall angepeilten Summe von 1 Milliarde Euro liege,
schrieb die Zeitung ohne Quellen zu nennen.
RENDITEN BEGRENZT
Die Bundesnetzagentur hat die Renditen der Netzbetreiber nach oben begrenzt.
Das dämpft die Euphorie der Kaufinteressenten. Doch gleichzeitig lockt der
Stromtransport als weitgehend krisensicheres Geschäft. Als aussichtsreichste
Interessenten für das Vattenfall-Netz gelten laut “FTD” ein Konsortium aus
Allianz , Deutscher Bank und Goldman Sachs
sowie der belgische Hochspannungsnetzbetreiber Elia, der sich mit einem
Finanzinvestor verbündet hat.
E.ON steht nicht unmittelbar unter Zeitdruck: Der Konzern hatte sich
gegenüber der EU-Kommission zum Verkauf des Netzes verpflichtet, um ein
Strafverfahren abzuwenden. Im November 2008 hatte die EU-Kommission eine Frist
von zwei Jahren mit möglicher Verlängerung um sechs Monate eingeräumt.
DEUTSCHE NETZ AG
Mit dem Verkauf des Vattenfall-Netzes werde außerdem eine einheitliche
Deutsche Netz AG, die sämtliche Stromtransport-Trassen besitzt und betreibt,
unwahrscheinlicher, schreibt die Zeitung. Branchenexperten und Energiepolitiker
hatten die Idee ins Spiel gebracht. Sie erhofften sich mehr Wettbewerb und
niedrigere Kosten, wenn das Stromnetz einen neutralen Besitzer hat./stb/das
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