8:35 | 24.11.2009
‘FTD’: Vattenfall will mehr Geld – Gespräche über Stromnetz wieder offen
HAMBURG (dpa-AFX) – Kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen mit einem
Finanzinvestor über den Verkauf seines Hochspannungsnetzes in Deutschland hat
der schwedische Stromkonzern Vattenfall einem Pressebericht zufolge das
Verfahren noch einmal geöffnet. Das Unternehmen wolle einen höheren Preis
erzielen, berichtete die “Financial Times Deutschland” am Dienstag unter
Berufung auf Konzernkreise. Deshalb habe Vattenfall Gespräche mit weiteren
Bietern aufgenommen und wolle sich nun mehr Zeit nehmen. Die Verhandlungen seien
wieder offen. Das Ziel, den Verkauf bis Ende dieses Jahres abzuschließen, gelte
nicht mehr. Ein Konzernsprecher wollte sich dazu in der Zeitung nicht äußern.
Eine Gruppe bestehend aus der Investmentbank Goldman Sachs
sowie den Infrastrukturtöchtern von Deutscher Bank und
Allianz stand Berichten zufolge bereits kurz vor dem Zuschlag. Als
Preis standen 500 Millionen Euro für das 9.500 Kilometer lange
Stromtransportnetz von Vattenfall in Deutschland im Raum. Der Aufsichtsrat von
Vattenfall Europe, der deutschen Tochter des schwedischen Konzerns, hatte
Medienberichten zufolge bereits grünes Licht gegeben.
Nachdem Konkurrent Eon in diesem Monat aber rund 1,1 Milliarden
Euro und damit gut den doppelten Kaufpreis für sein nur wenig längeres Netz vom
niederländischen Netzbetreiber Tennet erhalten hatte, seien die Energiemanager
von Vattenfall misstrauisch geworden, schrieb die Zeitung. Vattenfall-Chef Lars
Josefsson wolle offenbar unter allen Umständen Vorwürfen vorbeugen, er habe das
deutsche Übertragungsnetz zu billig verscherbelt. “Unser Netz ist fast gleich
lang wie das von Eon, und es befindet sich nach hohen Investitionen in einem
sehr guten Zustand”, sagte ein Vattenfall-Insider dem Blatt./nl/gr
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