15:03 | 06.04.2010
Gerüchte verteuern Kredite für Griechenland
ATHEN (dpa-AFX) – In Griechenland hat nach Ostern wieder der graue
finanzielle Alltag begonnen: Nach diversen Gerüchten und unbestätigten
Informationen stiegen am Dienstag die Zinsen, mit denen sich das Land am
Kapitalmarkt Geld leihen kann, wieder an, berichtete der staatliche Rundfunk.
Athen muss nun fast 3,7 Prozentpunkte mehr Zinsen zahlen als Deutschland. Am
Montagabend hieß es, Athen wolle von der EU eine Änderung des Notfallplans
fordern. Danach sollen die Griechen Kredite nur bei europäischen Staaten und
nicht beim Internationalen Währungsfonds (IWF) aufnehmen, falls das Land sonst
keine Kredite mehr bekomme.
Medien berichteten, Athen werde versuchen, Kredite in den USA und in
asiatischen Staaten zu bekommen. Andere Quellen berichteten, die Griechen hätten
in den vergangenen drei Monaten fast acht Milliarden Euro ihrer
Geldeinlagen-Ersparnisse in die Schweiz, nach Zypern und Großbritannien
überwiesen. Die Regierung wollte diese Berichte nicht weiter kommentieren.
“Gerüchte”, hieß es lediglich aus Kreisen des Finanzministeriums.
An diesem Mittwoch werden Sachverständige des Internationalen Währungsfonds
in Athen erwartet. Die Experten wollen mit den Griechen über die Umsetzung ihrer
Sparpläne sprechen.
Mit der Einigung der Euro-Staaten vor knapp zwei Wochen auf einen
Notfallplan für Griechenland waren die Risikoaufschläge des Landes zunächst
etwas gesunken. Der Notfallplan sieht vor, dass Milliarden- Kredite von den
Euro-Ländern sowie vom Internationalen Währungsfonds kommen könnten. Allein bis
Ende Mai muss Griechenland laut Experten etwa 20 Milliarden Euro Staatsschulden
refinanzieren, bis Jahresende werden demnach insgesamt 55 Milliarden Euro
gebraucht./tt/kk/DP/jha
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