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17:47 | 05.01.2012
GESAMT-ROUNDUP: Autobauer tanken Kraft vor schwierigem Jahr

DETROIT/STUTTGART (dpa-AFX) – Die weltweite Autobranche hat ein starkes Jahr
hinter sich. Neben dem boomenden China legte auch der wichtige US-Markt deutlich
zu. Nach vorläufigen Zahlen des Marktforschers Autodata wurden im vergangenen
Jahr in den Vereinigten Staaten knapp 12,8 Millionen Autos verkauft – ein Plus
von 10,3 Prozent gegenüber 2010. Ein Rekordjahr meldete der Stuttgarter
Autokonzern Daimler .

Autoexperten erwarten aber ein schwierigeres Jahr 2012. Hauptgründe sind die
weltweiten Konjunkturrisiken und die Schuldenkrise in Europa. Furcht vor einer
tiefen Rezession halten die meisten Branchenbeobachter aber für unangebracht.
Der deutsche Branchenverband VDA rechnet mit einer weltweit leicht steigenden
Nachfrage nach Autos.

ABSATZRÜCKGANG IN WESTEUROPA ZU ERWARTEN

Während in Westeuropa für dieses Jahr ein Absatzrückgang erwartet wird, gilt
neben China und Brasilien auch Indien als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte
der Automobilindustrie. Bei der Automesse Auto Expo in Neu Delhi, die am
Donnerstag eröffnet wurde, will Indien seine Bedeutung für die weltweite
Autokonjunktur weiter ausbauen. Die Auto Expo wurde international noch nie so
stark beachtet – traditionell viel wichtiger war früher immer die Automesse in
Detroit, die am kommenden Montag beginnt.

In Detroit stellen viele Autobauer ihre Jahres-Absatzahlen vor. Daimler
tat dies bereits am Donnerstag. Der Dax-Konzern steigerte
seinen weltweiten Absatz um 7,7 Prozent auf 1,36 Millionen Fahrzeuge. Zugpferd
für die gute Entwicklung bei dem schwäbischen Konzern ist seit vielen Monaten
die enorme Kaufkraft in Amerika und Asien, wo sich zweistellige Zuwächse
ergeben. Auf Jahressicht notiert Daimler für die USA 13,3 Prozent Steigerung,
für China sogar 30,6 Prozent.

DAIMLER-RIVALE AUDI LEGTE EBENFALLS DEUTLICH ZU

Auch Daimler-Rivale Audi legte in China deutlich zu. Die
VW-Tochter verkaufte 313 036 Autos und verbuchte damit ein sattes
Plus von 37 Prozent. Das Reich der Mitte wurde damit erstmals der wichtigste
Absatzmarkt für Audi. Der Autobauer rechnet angesichts der ungebrochenen
Nachfrage in China in der Oberklasse weiter mit Wachstum. Auch in den USA hatte
Audi zugelegt, die weltweiten Zahlen will Audi wie auch der Münchner Rivale BMW
am Montag zum Start der Automesse in Detroit veröffentlichen. Beide
Hersteller werden nach Branchenschätzungen Rekordverkäufe für 2011 vermelden.

In Detroit dürften daneben auch Themen wie Elektromobilität und Leichtbau im
Fokus stehen. Einer Studie zufolge zwingen künftig strengere Abgasgesetze Autos
zum Abspecken. Von derzeit 70 Milliarden Euro werde der Jahresumsatz mit
Leichtbauteilen aus hochfestem Stahl, Aluminium und carbonfaserverstärktem
Kunststoff (CFK) bis 2030 auf mehr als 700 Milliarden Euro steigen, hieß es in
einer am Donnerstag von der Unternehmensberatung McKinsey veröffentlichten
Studie. Hintergrund sei unter anderem die europäische Gesetzgebung, die
verlange, dass Neuwagen ab 2015 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm pro Kilometer
ausstießen.

Der US-Markt meldete kurz vor der Automesse in Detroit mit dem deutlichen
Absatzplus starke Zahlen. Von den deutschen Herstellern gehörte vor allem
Volkswagen zu den Jahres-Gewinnern mit deutlich über dem
Branchenschnitt liegenden Zuwachszahlen.

US-VERKÄUFE ZIEHEN AN

In den USA trafen gleich mehrere Umstände aufeinander, die die Verkäufe im
vergangenen Jahr beflügelten: Zum einen mehren sich die Zeichen, dass es
wirtschaftlich aufwärts geht. Vor allem ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen.
Zum anderen sind viele Amerikaner schlicht gezwungen, sich einen neuen Wagen
zuzulegen, weil der alte in die Jahre gekommen ist. Allerdings sind die
Verkaufszahlen in den USA immer noch meilenweit von den Glanzzeiten vor der
Wirtschaftskrise entfernt, mit einem Volumen von rund 17 Millionen Autos.

Einer der drei großen US-Autobauer, Chrysler, ist unterdessen immer mehr
unter der Kontrolle von Fiat . Der Autobauer Fiat stockte
seinen Anteil an Chrysler um weitere 5 Prozent auf 58,5 Prozent auf. Konzernchef
Sergio Marchionne sprach am Donnerstag von einem “fundamentalen Schritt hin zu
einer vollständigen Integration unserer beiden Gruppen”./stm/loh/DP/she


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