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17:35 | 06.04.2010
GESAMT-ROUNDUP: Deutsche Autobauer tanken im Ausland Kraft

BERLIN/BAD HOMBURG/FLENSBURG (dpa-AFX) – Die deutschen Autobauer tanken nach
dem Ende des heimischen Abwrack-Booms weiter Kraft im Ausland. Auf dem
Inlandsmarkt ging die Zahl der Neuzulassungen im März auf 295.000 zurück, wie
der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Berlin mitteilte. Das
waren 27 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, in dem die Prämie für Altautos
die Nachfrage stark angekurbelt hatte. Im ersten Quartal fuhr laut
Kraftfahrt-Bundesamt nur der japanische Hersteller Nissan Motor
klare Absatzerfolge ein. Von den deutschen Anbietern schaffte es
allein BMW /Mini ins Plus. Beim Export und der Produktion legte die
deutsche Branche aber kräftig zu.

“Die Stimmung in der Automobilindustrie hellt sich merklich auf”, sagte
VDA-Präsident Matthias Wissmann. “Das Vorkrisenniveau werden wir 2010 zwar noch
nicht wieder erreichen, aber wir rechnen mit einem guten Exportjahr.” Die
deutschen Hersteller dürften an der Belebung auf Wachstumsmärkten vor allem
außerhalb Europas kräftig teilhaben. Die Auftragseingänge aus dem Ausland seien
weiter gestiegen.

MEHR AUSFUHREN

Im März legten die Ausfuhren nach Angaben des VDA um 51 Prozent auf 419.400
Personenwagen zu. Im ersten Quartal 2010 kam so ein Exportplus von 47 Prozent
auf 1,05 Millionen Wagen zusammen. Die heimische Produktion wuchs im März um 27
Prozent auf 555.300 und im Quartal um 32 Prozent auf 1,38 Millionen Wagen.

Auf dem deutschen Markt erwartet die Branche in diesem Jahr einen deutlichen
Einbruch unter das Niveau von 2009, als die staatliche Prämie die Zahl der
Neuzulassungen auf 3,8 Millionen getrieben hatte. Der VDA rechnet für 2010 mit
2,75 bis drei Millionen Neuzulassungen. Der Verband der Internationalen
Kraftfahrzeughersteller (VDIK) in Bad Homburg prognostiziert 2,8 bis 2,9
Millionen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland.

RÜCKGANG NACH ENDE DER ABWRACKPRÄMIE

Von Januar bis März wurden rund 670.400 Neuzulassungen gezählt, wie das
Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg mitteilte. Dies war ein Rückgang um 23
Prozent. Verglichen mit dem ersten Quartal 2008, als es keine Umweltprämie gab,
war dies ein Rückgang von neun Prozent, wie der VDIK erläuterte.

Nach der KBA-Statistik erzielte Nissan im ersten Quartal das stärkste Plus
von 58 Prozent auf knapp 15.500 Autos. Auch die Nischenhersteller Jaguar und
Land Rover hatten mehr Neuzulassungen als ein Jahr zuvor. BMW/Mini kam auf plus
1,4 Prozent. Marktführer Volkswagen konnte mit minus 6,8
Prozent auf 154.100 Autos die Absatzverluste noch begrenzen und hält weiterhin
einen Marktanteil von 23 Prozent. Zählt man die Marken Seat, Skoda und Audi
dazu, kommen mehr als 37 Prozent der neuen Autos in Deutschland vom Wolfsburger
Konzern.

OBERKLASSE VERLIERT MÄSSIG

Während die Rückgänge in der automobilen Oberklasse wie Audi (minus 6,8
Prozent) und Mercedes (minus 11,1) Prozent noch relativ überschaubar blieben,
büßten die Massenhersteller Ford und Opel mehr als 26 Prozent
ihres deutschen Absatzes ein. Am härtesten traf es Marken, die während der
Abwrackprämie am deutlichsten profitiert hatten. So verringerte sich die Zahl
der neu zugelassenen Daihatsu- Autos um fast 70 Prozent, bei Fiat
waren es knapp 59 Prozent und bei der einstmals glänzenden Marke
Toyota 55,5 Prozent minus./sam/egi/hqs/dct/DP/stw


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