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15:52 | 23.05.2008
Gewerkschaft: Burger King überwacht Mitarbeiter

MÜNCHEN (dpa-AFX) – Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat
neue Überwachungs-Vorwürfe gegen die Schnellrestaurant-Kette Burger King
erhoben. Es lägen “schriftliche Beweise vor, dass Burger
King das Videoüberwachungssystem, das in allen 600 Restaurants installiert ist,
zur Überwachung und Kontrolle der Mitarbeiter nutzt”, erklärte die Gewerkschaft
am Freitag in München. Von dem Unternehmen war dazu zunächst keine Stellungnahme
zu erhalten. Der Streit zwischen der Gewerkschaft und Burger King schwelt
bereits seit einiger Zeit. Entzündet hatte sich der Konflikt an
Betriebsratswahlen in München.

Die NGG hatte dem Unternehmen vorgeworfen, eine Wahlversammlung in einer
Münchner Restaurantfiliale Ende April aufgezeichnet zu haben. Burger King habe
dagegen erklärt, das Videoüberwachungssystem lediglich zum Schutz der Gäste und
Mitarbeiter zu verwenden, erklärte die Gewerkschaft am Freitag. “Das war und ist
gelogen”, sagte der Münchner NGG-Geschäftsführer Freddy Adjan laut Mitteilung.
Vielmehr werde jedes Restaurant monatlich einer sogenannten “Internen Revision”
unterzogen, die nach einem festen Ablaufplan vorzunehmen sei. Der Ablaufplan
enthalte für den Prüfer folgende Vorgabe: “Überprüfung 1 Stunde Sicherheitsvideo
- Befolgen alle Manager die Richtlinien und Anweisungen? Befolgen alle
Teammitglieder die Richtlinien und Anweisungen?”

Erst vor einigen Tagen hatte die NGG im Streit um Betriebsratswahlen einen
Etappensieg gegen Burger King errungen. Das Arbeitsgericht München lehnte einen
Antrag des Unternehmens auf eine einstweilige Verfügung zur Untersagung der
Betriebsratswahl ab. Nach Angaben des Gerichts kündigte Burger King Rechtsmittel
gegen die Entscheidung an. In der nächsthöheren Instanz könnte sie vor dem
Landesarbeitsgericht noch gekippt werden.

Am kommenden Mittwoch (28. Mai) solle nun auch über ein von dem Unternehmen
ausgesprochenes bundesweites Hausverbot für zwei Wahlvorstände entschieden
werden, erklärte Adjan. Die Gewerkschaft wirft Burger King vor,
Betriebsratswahlen zu behindern. Dabei ging es zuletzt um Wahlen für elf
Restaurants und die Europa-Zentrale des Konzerns in München. Das Unternehmen
hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und stattdessen “erhebliche formale Mängel”
geltend gemacht./cs/DP/she


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