10:45 | 01.07.2011
Griechenland: EU soll bei Ankurbelung der Wirtschaft helfen
ATHEN (dpa-AFX) – Das krisengeschüttelte Griechenland hat die Europäische
Union um Hilfen bei der Ankurbelung der Wirtschaft gebeten. Ministerpräsident
Giorgos Papandreou ersuchte den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso
darum, die für griechische Bauprojekte vorgesehenen Gelder aus den
EU-Kohäsionsfonds beschleunigt freizugeben.
Diese Mittel sollten unter anderem für den Ausbau von Häfen, Autobahnen und
anderen Infrastruktur-Einrichtungen verwendet werden, schrieb Papandreou in
einem Brief an Barroso, der in der Nacht zum Freitag in Athen veröffentlicht
wurde. Das griechische Parlament hatte am Donnerstag ein ehrgeiziges
Sparprogramm verabschiedet und damit den Weg für internationale Milliardenhilfen
freigemacht.
Mit den Geldern aus den EU-Fonds fördert die EU Projekte, an denen die
jeweiligen Mitgliedsstaaten sich mit eigenen Mitteln selbst beteiligen müssen.
In Griechenland hat diese Regelung zur Folge, dass von der EU geförderte
Bauvorhaben auf Eis liegen, weil Athen aufgrund der Sparpolitik kein Geld für
die Selbstbeteiligung hat.
Papandreou bat die EU darum, Athen vorübergehend von der Pflicht zu einer
Selbstbeteiligung zu befreien und damit eine beschleunigte Freigabe von Geldern
aus den EU-Fonds zu ermöglichen. Die griechische Wirtschaftskraft war 2010 um
4,5 Prozent geschrumpft. Für dieses Jahr wird ein weiterer Rückgang um 3,0 bis
3,5 Prozent erwartet.
Das Anliegen der Regierung wird auch von Experten unterstützt. Der Athener
Wirtschaftsprofessor Dimitris Katzikas sagte, die jüngsten Sparbeschlüsse seien
gut, reichten aber nicht aus. Griechenland benötige auch eine Wiederbelebung des
Wirtschaftswachstums. “Von der EU geförderte Projekte in Griechenland sollten zu
100 Prozent von Brüssel finanziert werden”, sagte der Wissenschaftler der
Nachrichtenagentur dpa.
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