13:54 | 13.07.2010
Highstreet kritisiert Karstadt-Einigung – keine Absprache
ESSEN (dpa-AFX) – Die Nerven der Karstadt-Mitarbeiter werden weiter auf eine
harte Probe gestellt. Kurz nachdem Investor Nicolas Berggruen und die Essener
Valovis Bank am Dienstag eine Teileinigung verkündeten, wies das
Immobilienkonsortium Highstreet diese Darstellung zurück. Berggruen und Valovis
hätten “einmal mehr eine Einigung verkündet, die keine ist”, heißt es in einer
am Dienstag verbreiteten Mitteilung. Berggruen und Valovis hatten zuvor von
einer Einigung über wesentliche Punkte des Mietvertrags für die Karstadt- Häuser
berichtet.
Gleichzeitig hatten der Investor und die Bank jedoch von Highstreet eine
“zügige” und “vorzeitige” Ablösung eines durch Valovis bis zum Jahr 2014
gewährten Kredits verlangt. Dieser umfasst die Summe von mehr als 850 Millionen
Euro.
Über diesen Punkt habe es keinerlei Absprachen mit Highstreet gegeben, sagte
ein Sprecher des Immobilienkonsortiums. Man werde diese Forderung nun prüfen,
sich dabei aber auf keine Fristen festlegen lassen.
Damit der von Berggruen für Karstadt unterzeichnete Mietvertrag für Karstadt
in Kraft treten kann, muss eine Einigung mit Highstreet bis zu diesem Donnerstag
erfolgen. In Abstimmung mit Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg kann diese
Frist jedoch noch einmal bis zum 30. Juli verlängert werden.
Die Essener Valovis-Bank hatte für den Kauf der Karstadt- Warenhäuser durch
Highstreet einen 850 Millionen Euro-Kredit bereitgestellt. Dafür hatte das
Institut als Sicherheit 53 Warenhäuser erhalten. Durch die nun geforderte
vorzeitige Ablösung des Kredits solle es zu einem “sachgerechten
Risikoausgleich” zwischen Highstreet als Eigentümer der Immobilien und dem
potentiellen Mieter Karstadt kommen, hieß es in den Erklärungen von Valovis und
Berggruen./uta/DP/she
|