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15:28 | 17.09.2010
Hochtief von ACS-Offerte überrascht – Strategie noch unklar

ESSEN/MADRID (dpa-AFX) – Der Essener Baukonzern Hochtief ist von
der Übernahme-Offerte des spanischen Großaktionärs und Wettbewerbers ACS
überrascht worden. “Wir haben ACS immer so verstanden, dass
sie keine weiteren Anteile erwerben wollen”, sagte ein Unternehmenssprecher am
Freitag in Essen. Zu einer möglichen Abwehrstrategie machte das Unternehmen
dagegen keine konkreten Angaben. “Wir sitzen mit unseren Beratern zusammen und
diskutieren alle Aspekte dieser für uns neuen Situation”, hieß es.

Der spanische Baukonzern hatte am Donnerstag überraschend eine Offerte zur
Übernahme eines Mehrheitsanteils von Hochtief angekündigt. Mit der Vorlage des
offiziellen Angebots sei jedoch erst Anfang November zu rechnen, sagte eine
ACS-Sprecherin am Freitag. Der Abschluss des Verfahrens werde dann noch in
diesem Jahr erwartet. ACS ist derzeit mit einem Anteil von knapp unter 30
Prozent an Hochtief beteiligt. Der Ausbau der Beteiligung auf über 50 Prozent
soll nach Angaben des Unternehmens langfristig erfolgen.

Eine abschließende Einschätzung will der Essener Baukonzern erst nach der
offiziellen Vorlage des Angebots abgeben. Zu der Frage, ob man die ACS-Pläne als
feindliches Angebot verstehen müsse, hieß es lediglich: “Ja, so müssen wir es
auffassen.” Eine ACS-Sprecherin unterstrich die Gesprächsbereitschaft des
spanischen Unternehmens. “Wir sind freundlich”, sagte sie. Bereits gestern ließ
ACS verlauten , dass nicht geplant sei, das Angebot zu erhöhen.

“Die Chancen, sich gegen so ein Angebot zu wehren, sind relativ begrenzt”,
sagte Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz
(DSW). Denkbar sei etwa das Hinzuziehen eines weiteren Unternehmens, das eine
bessere Offerte vorlegen könne, oder der Verkauf von Unternehmensteilen.

Das den Aktionären angekündigte Angebot bezeichnete Cabras als “mager”. Die
ACS-Offerte liege unterhalb des aktuellen Börsenkurses. “Es gibt überhaupt
keinen Grund, das Angebot anzunehmen”, sagte der Experte. Den Aktionären des
größten deutschen Baukonzerns sollen für fünf Hochtief-Anteile acht ACS-Anteile
angeboten werden./uta/DP/stk


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