14:49 | 10.10.2008
IDS Scheer senkt nach schlechtem Quartal Prognose – Neues Sparprogramm
SAARBRÜCKEN (dpa-AFX) – Das Software- und Beratungshaus IDS Scheer
hat nach einem überraschend schlechtem dritten Quartal die Prognose gesenkt und
ein weiteres Sparprogramm angekündigt. Bei der operativen Marge erwartet das
Unternehmen jetzt einen Wert zwischen 3 und 4 Prozent und damit fünf
Prozentpunkte geringer als bisher. Beim Umsatz werde ein Wert auf dem Niveau des
Vorjahres erwartet, teilte das im TecDAX notierte Unternehmen am
Freitag überraschend in Saarbrücken mit.
Im dritten Quartal sei der Umsatz den Eckdaten zufolge zwischen drei und
sechs Prozent auf 95 bis 98 Millionen Euro gestiegen. Im vierten Quartal rechnet
IDS der gesenkten Umsatzprognose zufolge mit einem Erlösrückgang. Bisher hatte
IDS für 2008 einen Umsatz von mindestens 400 Millionen Euro in Aussicht gestellt
- nun werde eine Stabilisierung auf dem Vorjahresniveau von 393,5 Millionen
Euro erwartet. Nach den Eckdaten des dritten Quartals und den vorliegenden
Halbjahreszahlen bedeutet dies, dass IDS Scheer im vierten Quartal jetzt mit
einem Umsatzminus rechnet.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Güter
(EBITA) sei im dritten Quartal von 8,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf
rund 4 Millionen Euro gefallen. Dieses Ergebnis beinhalte Kosten für das bereits
angekündigte Sparprogramm in Höhe von 2,3 Millionen Euro. “Darüber hinaus wurden
die Geschäftszahlen in den letzten Wochen auch von den unerwartet starken
Marktunsicherheiten belastet”, hieß es. Die Gesamtkosten für die bisher
bekannten Sparmaßnahmen liegen den Angaben zufolge bei 2 bis 4 Millionen Euro.
Die am Freitag bekannt gegebenen weiteren Schritte werden weitere 10
Millionen Euro kosten. Diese sollen im vierten Quartal verbucht werden. Der
IDS-Vorstand will dabei den Umbau des Unternehmens beschleunigen und prüft einen
weiteren weltweiten Stellenabbau sowie einen Anpassung des Auslandsgeschäfts.
Ähnlich wie bei Europas größtem Softwarehersteller SAP brach vor
allem das Geschäft insbesondere im September ein. Der Erlös beim Verkauf von
Softwarelizenzen sei im dritten Quartal deutlich unter den Erwartungen des
Unternehmens geblieben. Im dritten Quartal habe der Lizenzumsatz zwischen 9,0
und 9,5 (Vorjahr: 10,1) Millionen Euro gelegen. Die IDS-Aktie stürzte nach
Bekanntgabe der überraschend schlechten Zahlen und der Gewinn- und Umsatzwarnung
um bis zu 16,6 Prozent auf 4,28 Euro ab und lag damit auf dem tiefsten Stand
seit 2002./zb/he/tw
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