AGENTURMELDUNGEN

14:38 | 02.09.2011
IFA/ROUNDUP: Deutsche Allianz für vernetztes Haus der Zukunft

BERLIN (dpa-AFX) – Eine deutsche Industrie-Allianz unternimmt einen neuen
Anlauf für das vernetzte Haus der Zukunft. Die Deutsche Telekom
und die Energiekonzerne Eon und EnBW
stellten auf der IFA in Berlin die Plattform “Smart Connect” vor, über die
Haushaltsgeräte und Gebäudetechnik wie Heizung oder Jalousien gesteuert werden
können. Mit an Bord ist auch der Hausgeräte-Hersteller Miele. Ein Ziel der
Partnerschaft ist es, einen Standard zu etablieren, der auch international
durchsetzbar ist.

Die Telekom will die Plattform “Smart Connect” von Mitte 2012 an in
Deutschland anbieten. Unabhängig vom Telekommunikationsanbieter soll sie an
jedem Breitband-Anschluss funktionieren. Zentrale Komponente des Systems ist die
“Smart Connect Box” im Haus des Kunden. Über sie werden lokale Anschlüsse mit
Internet-Diensten verbunden. Als Zielgruppe sollen vor allem Hausbesitzer
angesprochen werden. Partnerschaften mit weiteren Energieversorgern sowie
Anbietern von Hausgeräten, Gebäudetechnik und Sicherheitslösungen seien in
Vorbereitung.

Der zuständige Telekom-Manager Holger Knöpke sieht gleich mehrere Gründe,
warum jetzt die Zeit für das intelligente Haus gekommen ist. Zum einen sei
Deutschland inzwischen praktisch flächendeckend mit schnellen
Internet-Anschlüssen versorgt. Zum anderen haben sich Smartphones und
Tablet-Computer als bequemes Steuergerät am Markt etabliert – in zwei, drei
Jahren dürften schon 60 bis 70 Prozent der Handys Computer-Telefone sein. Und
die Verbraucher könnten es sich inzwischen vorstellen, auch ihre Haus-Systeme
von den mobilen Geräten zu steuern. Außerdem sind die Preise für die Bauteile
gefallen und die Debatte um Umweltschutz und Atomenergie bringe das Thema
vernetztes Heim zusätzlich auf die Tagesordnung.

Eine Schlüsselfrage sind dabei jedoch die Standards. Aktuell gibt es zwar
schon diverse Anbieter von Lösungen für Heim-Automation – aber viele Systeme
sind nicht miteinander kompatibel. Die Kooperation der Industrie-Schwergewichte
könnte jetzt helfen, einen Standard zu etablieren. “Wichtig ist, dass wir
schnell sind”, betonte Miele-Manager Eduard Sailer in Berlin. Es sei besser,
“wenn der Standard von uns ausgeht, als dass uns ein Standard aufgezwungen
wird”. Mit dem üblichen Produkt-Austauschzyklus könne in 12-13 Jahren ein großer
Teil der Geräte in den Haushalten “Smart Connect”-fähig sein.

Dass die Plattform erst in Deutschland eingeführt wird, habe auch gute
Gründe. “Der Deutsche Markt ist ideal, um zu starten, betonte Urban Keussen von
Eon. Inbesondere nach der Entscheidung für den Atomausstieg sei Deutschland eine
Art “Showroom für die Zukunft”. Zudem sei hierzulande die Bereitschaft der
Bürger, sich mit Themen wie Energiesparen und Umweltschutz auseinanderzusetzen,
höher als in vielen anderen europäischen Ländern./so/DP/jha/


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